Springtamarin

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Springtamarin

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Familie: Krallenaffen (Callitrichidae)
Gattung: Springtamarin (Callimico)
Art: Springtamarin
Wissenschaftlicher Name
Callimico goeldii
Thomas, 1904

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Die Springtamarin (Callimico goeldii) ggehört innerhalb der Familie der Krallenaffen (Callitrichidae) zur Gattung der Springtamarin (Callimico).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Springtamarin erreicht eine Körperlänge von bis zu 22 bis 24 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 25 bis 31 Zentimeter sowie ein Gewicht von 400 bis 850 Gramm. In der Regel ist ihr langes Fell schwarz, in seltenen Fällen auch braun. Im Schulterbereich ist das Fell besonders lang. Die jeweils fünf Zehen an den Extremitäten enden in kleine scharfe Krallen. Springtamerine leben in mittlerer Baumhöhe und sind ohne weiteres in der Lage Entfernungen von drei bis vier Metern durch Sprünge zu überwinden. Es sind sehr scheue Tiere, die die Begegnung mit menschlichen Siedlungen vermeiden. Springtamarine leben in kleinen Gruppen von bis zu zehn Tieren, wobei eine Gruppe aus einem Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs besteht. Ihre Territorien umfassen eine Fläche von 50 bis 60 Hektar und werden mittels Urin und Drüsensekreten markiert. Auf der Suche nach Nahrung wandern Springtamrine pro Tag ein bis zwei Kilometer durch ihr Revier umher.

Verbreitung

Südamerika und der Oberlauf des Amazonas sind die Verbreitungsgebiete dieser Primaten. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den Westen von Brasilien, dem südlichen Kolumbien, die östlichen Landesteile von Peru und Ecuador sowie über den Norden von Bolivien. Der Springtamarin lebt in tropischen Regenwäldern des Tieflandes und hält sich hier hauptsächlich in den Bäumen auf. Gelegentlich sind sie aber auch an Waldrändern zu beobachten. Eher selten betreten sie den Waldboden. Hier gehen sie gelegentlich auf die Jagd nach kleinen Wirbeltieren.

Gefährdung, Schutz

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Der Verlust der natürlichen Lebensräume in weiten Teilen seiner Verbreitungsgebiete hat den Springtamarin heute an den Rand der Ausrottung gebracht. Die starke Bejagung durch die einheimische Bevölkerung haben diese Misere nur noch weiter verschärft. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als stark gefährdet geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Art in Anhang I unter weltweitem Schutz. Der Handel mit Tieren und Produkten aus diesen Tieren ist stark eingeschränkt. In Zoos laufen weltweit Arterhaltungsmaßnahmen an.

Ernährung

Springtamarine ernähren sich vorwiegend vom Fruchtfleisch diverse Früchte. Aber auch Insekten, deren Larven und kleinere Wirbeltiere stehen durchaus auf ihrer Speisekarte. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere in kleineren Gruppen. Die Nahrung wird zumeist im Geäst der Bäume gefunden. Gelegentlich sind sie aber auch auf dem Erdoden auf der Suche nach Nahrung.

Fortpflanzung

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Die Paarungszeit der Springtamrine erstreckt sich im Gebiet des Amazonasbecken über das ganze Jahr. Dabei kommt es in der Regel zu zwei Geburten im Jahr. Springtamrine leben ausgesprochen polygam. Der Östrus der Weibchen erstreckt sich über 23 Tage. In der Regel begattet das Männchen nicht nur das ranghöchste Weibchen, sondern alle gebärfähigen Weibchen. Nach einer Tragzeit von 150 bis 155 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Je nach Alter des Weibchen wiegt ein Neugeborenes zwischen 40 und 60 Gramm. Bis auf die ersten zwei bis drei Lebenswochen kümmert sich die ganze Gruppe um die Aufzucht des Nachwuchses. Auch der Vater kümmert sich rührend um den Nachwuchs. Dies ist nicht bei allen Primaten der Fall. Bereits im Alter von vier bis fünf Wochen beginnen Jungtiere mit der Aufnahme fester Nahrung. Die Jungtiere werden nach vier Monaten von der Muttermilch entwöhnt und erreichen nach zwölf bis vierzehn Monaten die Geschlechtsreife. Weibchen brauchen in der Regel zwei bis drei Monate länger. Die Springtamarine werden etwa 18 Jahre alt.

Anhang

  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer Verlag, 2003, ISBN 3540436456
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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