Spornschildkröte

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Spornschildkröte

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
Gattung: Geochelone
Art: Spornschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Geochelone sulcata
Miller, 1779

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Die Spornschildkröte (Geochelone sulcata) gehört innerhalb der Familie der Landschildkröten (Testudinidae) zur Gattung der Geochelone.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Spornschildkröte ist die drittgrößte Landschildkröte überhaupt und erreicht eine Länge von bis zu 100 Zentimeter sowie ein Gewicht von 80 bis 100 Kilogramm. Damit ist sie die größte Schildkröte in Afrika. Der abgeflachte Carapax verfügt über gebogene Randschilde, die beim Männchen besonders stark ausgeprägt sind. Die Färbung reicht von beige bis hellbraun und setzt sich auch auf dem Plastron fort. Die einzelnen Schilde sind an den Rändern deutlich dunkel abgesetzt. Beim Männchen ist der Plastron leicht nach innen gewölbt. Die Haut ist beige und geht stellenweise ins gelbliche. Namensgebend ist ein auffälliger Sporn an den Oberschenkeln der Hinterbeine, der beim Männchen stärker ausgeprägt ist.

Der Schwanz ist bei den Geschlechtern unterschiedlich lang und wird beim Männchen deutlich länger als beim Weibchen. Markantes Merkmal für diese Art sind die nach oben gebogenen paarigen Kehlschilde (Gulare), die insbesondere vom Männchen bei Revierkämpfen eingesetzt werden. Sie dienen aber auch als Hilfe beim Graben ihrer Erdbauten. Die Spornschildkröte hält sich am Tage in selbstgegrabene Erdhöhlen auf, um der Mittagsglut zu entgehen. Die Höhlen liegen teilweise mehrere Meter tief im Erdboden. In diesen Erdhöhlen halten sie in den heißen Monaten eine Sommerruhe (ähnlich einer Winterruhe). Während dieser Sommerruhe setzen sie ihren Stoffwechsel und den Herzschlag deutlich herunter.

Mit ihren kräftigen Beinen und den Kehlschilden kann die Spornschildkröte sehr gut graben. Sie gilt als bedrohte Art und wird im Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen im Anhang II als bedrohte Art geführt. Die Tiere erreichen ein Alter von gut 70 Jahren.

Verbreitung

Spornschildkröten finden ihre Verbreitung in der gesamten Sahelzone. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Senegal bis nach Äthiopien. Im Senegal war sie lange Zeit ausgestorben. In letzter Zeit wurde sie wieder ausgewildert. Spornschildkröten bevorzugen trockene Savannen, Buschland und Wüstengebiete mit spärlicher Vegetation.

Nahrung

Die Spornschildkröte ernährt sich rein vegetarisch. Sie frisst überwiegend Heu, vertrocknetes Gras, Kräuter und trockene Blätter.

Fortpflanzung

Diese Tiere erreichen die Geschlechtsreife mit 15 bis 20 Jahren. In der Paarungszeit, die an keine bestimmte Jahreszeit gebunden ist, versucht das Männchen durch Kopfwackeln die Auserwählte zu beeindrucken. Weibchen verhalten sich in der Regel passiv. Die Eiablage erfolgt in bis zu 6 Gelegen pro Jahr. Die Eier werden in selbstgegrabene Erdmulden gelegt, die nach erfolgter Eiablage wieder verschlossen werden. Eine Grube kann eine Tiefe von bis zu 15 Zentimeter aufweisen. Ein Gelege umfasst 10 bis 20, selten bis zu 30 Eier. Die Jungtiere schlüpfen je nach Umgebungstemperatur nach etwa 150 bis 240 Tagen. Die Schlüpflinge sind beim Schlupf zwischen vier und sechs Zentimeter lang. Die Spornschildkröte ist übrigens die am schnellsten wachsende Schildkrötenart. Mit Erreichen der Geschlechtsreife sind sie ausgewachsen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Fritz J. Obst: Die Welt der Schildkröten. Müller Rüschlikon, Auflage 2, (1988). ISBN 3275008552

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