Sorex trowbridgii

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Sorex trowbridgii
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Spitzmausartige (Soricomorpha)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Rotzahnspitzmäuse (Soricinae)
Gattung: Waldspitzmäuse (Sorex)
Art: Sorex trowbridgii
Wissenschaftlicher Name
Sorex trowbridgii
Baird, 1857

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Sorex trowbridgii zählt innerhalb der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) zur Gattung der Waldspitzmäuse (Sorex). Im Englischen wird die Art Trowbridge's Shrew genannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde stammen aus dem späten Pleistozän, insbesondere aus eiszeitlichen Ablagerungen nahe der San Franzisco Bay (George, 1989).

Erkennung und Unterschiede

Extern kann Sorex trowbridgii von den anderen Vertretern der Gattung aufgrund des zweifarbigen Schwanzes unterschieden werden. Weitere Unterschiede zeigen sich bei den Molaren M1 und M2 (George, 1989).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Sorex trowbridgii ist eine mittelgroße und langschwänzige Waldspitzmaus. Das Fell ist gräulich gefärbt, wobei die Fellfärbung im Sommer mehr bräunlich ist. Zu einem Fellwechsel kommt es zwischen September und November sowie April und Juni. Die zahlreichen Vibrissen sind mittellang, die Ohren liegen stets verborgen im Fell. Der Schwanz ist bei adulten Tieren nackt, bei Jungtieren spärlich behaart. Die Nominatform erreicht eine Gesamtlänge von 104 bis 124 (113) mm, eine Schwanzlänge von 50 bis 59 (54,3) mm, eine Hinterfußlänge von 12,1 bis 14,5 (13,1) mm, eine Condylobasallänge von 16,8 bis 17,5 (17,2) mm, eine Schädelbreite von 8,3 bis 8,9 (8,6) mm sowie ein Gewicht von 3,8 bis 4,5 g. Das Gebiss besteht aus 32 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/1, c1/1, p3/1, m3/3 (George, 1989).

Lebensweise

Sorex trowbridgii lebt einzelgängerisch, die Geschlechter treffen für gewöhnlich nur während der Paarungszeit aufeinander. In einer 24-Stunden-Periode erstreckt sich die aktive Zeit über rund 39%. Das eigene Revier wird gegenüber Artgenossen erbittert verteidigt. Es handelt sich jedoch meist um agonistische Verhaltensweisen, insbesondere um Drohgebärden. Zu echten Kämpfen kommt es hingegen nur selten. Die Reviergrößen variieren je nach Jahreszeit und Verbreitungsgebiet. Die größten Reviere zeichnen sich während der Paarungszeit ab (George, 1989).

Unterarten

Verbreitung

Die Art ist in den Küstenregionen des westlichen Nordamerika weit verbreitet. Die Vorkommen erstrecken sich im Norden vom südwestlichen British Columbia, Kanada, südlich über die US-Bundesstaaten Oregon und Washington bis ins nordwestliche Kalifornien, USA. Im Süden ist die Art bis nach Santa Barbara County, südöstlich bis zu den Warner Mountains nachgewiesen. Sorex trowbridgii kommt vom Meeresspiegel bis in Höhen von gut 1.820 m vor (IUCN, 2013). Sorex trowbridgii besiedelt bewaldete Schluchten, sumpfige Wälder, tiefes Grasland und feuchte Chaparrals. Offene Flächen werden strickt gemieden (George, 1989).

Biozönose

Sympatrie

Im Lebensraum der Art treten zahlreiche andere Tiere sympatrisch auf. Dies sind in Abhängigkeit vom Lebensraum, Höhenlage und der Region insbesondere die Dunkle Rotzahnspitzmaus (Sorex monticolus), die Nördliche Wasserspitzmaus (Sorex palustris), die Schönspitzmaus (Sorex ornatus), Sorex vagrans, der Kalifornische Maulwurf (Scapanus latimanus), Stummelschwanzhörnchen (Aplodontia rufa), der Kalifornische Ziesel (Spermophilus beecheyi), Goldmantelziesel (Spermophilus lateralis), Douglas-Hörnchen (Tamiasciurus douglasii), das Nördliche Gleithörnchen (Glaucomys sabrinus), die Sierra Taschenratte (Thomomys monticola), die Hirschmaus (Peromyscus maniculatus), die Buschschwanzratte (Neotoma cinerea), Neotoma fuscipes, die Langschwänzige Wühlmaus (Microtus longicaudus), Rötelmäuse (Clethrionomys) und die Pazifik-Hüpfmaus (Zapus trinotatus) (George, 1989).

Prädatoren und Parasiten

Zu den natürlichen Feinden der Art zählen Fichtenmarder (Martes americana), Kojoten (Canis latrans), Rotluchse (Lynx rufus), Langschwanzwiesel (Mustela frenata), Hermeline (Mustela erminea), Amerikanische Nerz (Mustela vison), der Streifenkauz (Strix varia), Dicamptodon ensatus und verwilderte Hauskatzen (Felis catus). Zahlreiche Ektoparasiten sind in Feldstudien nachgewiesen worden. Hier sind unter anderem Schildzecken (Ixodidae) wie Ixodes angustus und Ixodes soricis sowie Raubmilben (Gamasina) wie Hirstionyssus obsoletus und Hirstionyssus utahensis zu nennen (George, 1989).

Ernährung

Die Speisekarte von Sorex trowbridgii ist reichhaltig. Hauptsäcvhlich ernähren sich die Tiere von Netzflüglern (Neuroptera), Käfern (Coleoptera), Zweiflüglern (Diptera), Schmetterlingen (Lepidoptera), Schnabelkerfen (Hemiptera), Hautflüglern (Hymenoptera), Spinnentieren (Arachnida), Hundertfüßern (Chilopoda), Ringelwürmern (Annelida) und Weichtieren (Mollusca). In kleinen Mengen werden auch Körner und Sämereien gefressen (George, 1989).

Fortpflanzung

Trächtige Weibchen treten in den nördlichen Regionen zwischen März und Mai auf, in südlichen Regionen zwischen Februar und dem frühen Juni. Ein Wurf besteht aus 3 bis 6 Jungtieren. Der Nachwuchs kommt nackt und blind zur Welt. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife etwa 2 Wochen nach den Männchen. Dies ist meist im Alter von 8 Monaten der Fall. Weitere Informationen zum Fortpflanzungsverhalten sind nicht dokumentiert. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei rund 18 Monaten (George, 1989).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Sorex trowbridgii gehört noch nicht zu den bedrohten Spitzmausarten. Die Art wird daher in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Nach Angaben der IUCN sind keine Gefährdungsursachen bekannt. Zudem ist die Art sehr weit verbreitet (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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