Smaragdwaran

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Smaragdwaran

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Familie: Warane (Varanidae)
Gattung: Warane (Varanus)
Art: Smaragdwaran
Wissenschaftlicher Name
Varanus prasinus
(Gray, 1831)

Der Smaragdwaran (Varanus prasinus) zählt innerhalb der Familie der Warane (Varanidae) zur Gattung der Warane (Varanus). Im Englischen wird der Smaragdwaran emerald tree monitor oder green tree monitor genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Smaragdwaran erreicht eine Körperlänge von etwa 75,0 bis 80,0 Zentimeter. Er ist ein langer, geschmeidiger Greifschwanz-Waran. Obwohl einige Exemplare in der Farbe deutlich stumpfer wirken, haben die meisten Exemplare eine leuchtend blattgrüne Färbung, durch eine dorsale schwarze Bänderung unterbrochen ist. Jedoch sind die dorsalen dunklen Markierungen zum Teil sehr unterschiedlich. Im Verhältnis zum langen Körper wirkt der Kopf recht kurz. Die Schnauze dagegen ist lang und spitz geformt. Die Schwanzlänge macht mehr als 60 Prozent der Körperlänge aus. Die Farbe der Unterseite variiert zwischen weißlich, gelblich und grünlich. Die Bauchseiten sind gekielt und unterstützen das Tier beim Klettern. Der Schwanz ist lang genug, um das gesamte Körpergewicht zu unterstützen, falls erforderlich. Wenn der Smaragdwaran ruht, dann wickelt er das Schwanzende locker um einen Ast. Aber auch wenn das Tier aktiv ist, wird das Schwanzende lose um einen Ast gewickelt. Die Beine sind lang und kräftig entwickelt und die Zehen sind mit scharfen zurückgebogenen spitzen Krallen versehen. Er kann unangenehm mit den Krallen kratzen und mit seinen kräftigen Kiefern zubeißen. Bei einem Angriff kann der Smaragdwaran auch Fäkalien aus seiner Kloake versprühen.

Lebensweise

Smaragdwaran
vergrößern
Smaragdwaran

Die Tiere sind optimal an das Baumleben angepasst. Der lange und bewegliche Schwanz sowie die langen Krallen geben dem Smaragdwaran entsprechenden Halt auf der Borke bzw. in den Ästen der Bäume. Der Greifschwanz gilt als der höchst entwickelte unter den Waranarten. Auch visuell ist er durch die laubgrüne Färbung sehr gut getarnt. Der Smaragdwaran gehört zu den sozial lebenden Waranarten, wobei ein dominantes Männchen, mehrere Weibchen, rangniedrigere Männchen und Jungtiere eine Gruppe bilden. Wenn der Smaragdwaran sich bedroht fühlt, versucht er zu fliehen oder wenn er sich in die Enge getrieben fühlt, dann kann er mit seinen kräftigen Kiefern schmerzhaft zubeißen.

Verbreitung

Der Smaragdwaran bewohnt das Flachland und die feuchtwarmen tropischen Regenwälder, die Palmsümpfe sowie die Kakaoplantagen Papuas und Neu Guineas. Ferner hält sich der Smaragdwaran auf mehreren benachbarten Inseln sowie nördlich auf Torres Strait Islands auf.

Ernährung

Der Smaragdwaran ernährt sich von großen lebenden Insekten wie Heuschrecken, Stabheuschrecken, Schaben, Käfer, Tausendfüßler, Spinnentiere, Krebstiere, Vögel und kleine Säugetiere. Bevor der Smaragdwaran zum Beispiel eine Stabheuschrecke verschlingt, entfernt er der Beute die Gliedmaßen. Ebenfalls werden den Nagetieren, bevor er sie verschlingt, die Gliedmaßen entfernt. Der Smaragdwaran ist in der Lage Säugetiere von beträchlicher Größe zu verschlingen. So kann ein Smaragdwaran ein 40,0 Gramm schweres Nagetier und eine 135,0 Gramm schwere Eidechse, fast ein Drittel seiner Körperlänge, ohne Probleme verschlingen. In der Gefangenschaft wurde sogar beobachtet, wie ein Smaragdwaran Bananen verspeist hat.

Fortpflanzung

Smaragdwaran
vergrößern
Smaragdwaran

Der Smaragdwaran erreicht die Geschlechtsreife etwa mit zwei Jahren. Während der Balz konkurrieren meist mehrere Männchen um die Gunst eines Weibchens. Dabei kommt es regelmäßig zu heftigen Kommentkämpfen, aus denen der Sieger für gewöhnlich das Recht auf Paarung mit einem Weibchen beansprucht. Eine Umwerbung und die anschließende Kopulation kann sich über mehrere Stunden hinziehen. Nach einer Trächtigkeit von etwa 50 Tagen werden vier bis sechs Eier in Termitenbauten gelegt, die jeweils ein Gewicht von 10,5 bis 11,5 Gramm und eine Länge von etwa 2,0 x 4,5 Zentimeter aufweisen. Gelegentlich erfolgt die Eiablage auch in Baum- oder Erdhöhlen. Pro Jahr kann es zu drei Gelegen kommen. Die Inkubation der Eier dauert etwa 160 bis 190 Tage, in der Regel von Juni bis November. Nach dem Schlüpfen fressen die Jungen innerhalb von Minuten die Termiten und die Termiten-Eier. Die Jungtiere leben in der ersten Zeit ausschließlich auf Bäumen. Dies dient als Schutz vor möglichen natürlichen Feinden.

Gefährdung und Schutz

In den meisten Regionen sind Warane heute selten geworden. In fast allen Regionen des großen Verbreitungsgebietes werden die Tiere vom Menschen wegen des Fleisches und der Häute gejagt. Auch die Eier der Warane stehen auf der Speisekarte des Menschen. Alle Arten, darunter vor allem der Komodowaran, stehen nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen unter strengem, bzw. unter strengstem Artenschutz. In der Roten Liste der IUCN, Stand Oktober 2008, sind nur 3 Arten verzeichnet. 2 von diesen 3 Arten werden als gefährdet (VU, Vulnerable) geführt. Dies sind der Komodowaran (Varanus komodoensis) und der Grays-Waran (Varanus olivaceus). Die geringe Anzahl der in der Roten Liste geführten Waranarten täuscht jedoch über die Gefährdungssituation zahlreicher Arten hinweg. So ist beispielsweise der Wüstenwaran (Varanus griseus) in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes ausgestorben, weil Wildfänge für den Haustierhandel ganze Populationen ausgerottet haben.

Weitere Synonyme

Smaragdwarane
vergrößern
Smaragdwarane
  • Monitor viridis - Gray, 1831
  • Monitor prasinus - Schlegel, 1839
  • Varanus prasinus - Bleeker, 1856
  • Monitor beccarii - Doria, 1874
  • Varanus prasinus - Boulenger, 1885
  • Varanus kordensis - Boulenger, 1885
  • Varanus kordensis - Boulenger, 1895
  • Varanus prasinus - De Rooij, 1915
  • Varanus kordensis - De Rooij, 1915
  • Varanus prasinus prasinus - Mertens, 1942
  • Varanus prasinus kordensis - Mertens, 1942
  • Varanus prasinus - Sprackland, 1991
  • Varanus prasinus - De Lisle, 1996
  • Varanus prasinus - Cogger, 2000
  • Varanus kordensis - Böhme, 2002
  • Varanus kordensis - Jacobs, 2003
  • Varanus (Euprepiosaurus) prasinus - Ziegler et al., 2007

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Warane (Varanidae)

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge