Singammer

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Singammer

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Ammern (Emberizidae)
Gattung: Melospiza
Art: Singammer
Wissenschaftlicher Name
Melospiza melodia
Sundevall, 1850

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Singammer (Melospiza melodia) zählt innerhalb der Familie der Ammern (Emberizidae) zur Gattung Melospiza.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Singammer ist ein kleiner Vertreter der Ammern und erreicht eine Körperlänge von 13 bis 16 Zentimeter. Der Kopf weist eine überwiegend weißliche Färbung auf, dunkle Streifen zeigen sich dabei auf dem Oberkopf und seitlich am Kopf. Das restliche Gefieder ist bräunlich gefärbt. Die einzelnen Federn können dabei eine weißliche Säumung aufweisen. Die Bauchseite und der Kehlbereich sind überwiegend weißlich bis cremefarben und sind mit bräunlichen Streifen durchzogen. Die Augen sind durch einen feinen weißlichen Augenring gekennzeichnet. Die zahlreichen Unterarten unterscheiden sich leicht in der Gefiederfärbung. Die Geschlechter weisen keinen wahrnehmbaren Geschlechtsdimorphismus auf. Der Schnabel weist eine gräuliche Färbung auf. Der lange Schwanz zeigt sich in einer bräunlichen Färbung. Die Extremitäten und die Zehen sind hellbraun bis fleischfarben. Drei Zehen zeigen nach vorne, eine Zehe zeigt nach hinten.

Verhalten

Singammern, insbesondere die Männchen, sind im wesentlichen territorial und tagaktiv. Zur Revierabgrenzung dient der Gesang, der von einer Ansitzwarte aus vorgetragen wird. Die Vögel leben einzelgängerisch oder während der Brutzeit auch paarweise. Nur auf den Zügen in die Winterquartiere kann es zur Bildung kleinerer Gruppen kommen.

Unterarten

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Nordwestliche Unterarten

Östliche Unterarten

Südwestliche Untearten

Mexikanische Unterarten

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Singammern erstreckt sich über weite Teile der USA und des nördlichen Mexiko. Hier liegen auch die Brutgebiete. Die nördlichen Populationen gelten als Zugvögel oder Teilzieher, ihre Winterquartiere liegen im Süden und Südosten der USA sowie im nördlichen Mexiko. Die Populationen in den südlichen Gebieten gelten als Standvögel. Meist beginnen die Wanderungen in die Winterquartiere im zeitigen Herbst. Der Rückflug in die Brutgebiete beginnt im März oder im April. Singammern leben bevorzugt in offenem Buschland und entlang von Seen und Teichen. Auch langsam fließende Flüsse werden durchaus häufig besiedelt. Die Winterquartiere liegen zumeist in Sumpfgebieten. In der Nähe des Menschen sind Singammern auch auf landwirtschaftlichen Flächen anzutreffen.

Prädatoren

Die Singammer, deren Brut und Eier sind Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl an räuberisch lebenden Säugetieren, Reptilien und Vögel. Zu den bekanntesten Räubern gehören unter anderem Wiesel (Mustela) wie der Mauswiesel (Mustela nivalis), Hauskatzen (Felis silvestris forma catus), Streifenskunks (Mephitis mephitis), Nordamerikanische Waschbären (Procyon lotor), Rundschwanzsperber (Accipiter cooperii) und andere Greifvögel (Falconiformes). Einziger Schutz vor Fressfeinden ist das gestreife und somit gut getarnte Gefieder.

Ernährung

Singammern ernähren sich sowohl von Insekten und deren Larven als auch von pflanzlicher Kost wie Sämereien und Körnern aller Art sowie von Beeren und Gräsern. Der Anteil an tierischer Nahrung ist im Frühjahr und im Sommer mit gut 90 Prozent deutlich höher. Außerhalb der Paarungszeit ernähren sich Singammern hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung. Der Nachwuchs wird ausschließlich mit Insekten versorgt.

Fortpflanzung

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Die Singammer erreicht die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Die Paarungszeit erstreckt sich in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten über die Monate April bis August. Je nach Vorkommen kann es dabei zu einem oder zwei Gelegen kommen. Männchen treffen vor den Weibchen in den Brutgebieten ein und stecken zugleich ihr Revier ab. Die Reviermarkierung erfolgt hauptsächlich über den Gesang. Kurz nach den Männchen treffen die Weibchen aus den Winterquartieren ein und suchen sich ein Männchen aus. Dabei scheinen sie sowohl den Gesang des Männchens als auch die Qualität des Brutreviers zu berücksichtigen. Während der Balz beeindruckt das Männchen zudem mit kunstvollen und akrobatischen Flügen, die immer im Sturzflug auf das Weibchen enden. Die Ehe kann man als monogame Saisonehe bezeichnen, jedoch ist auch schon beobachtet worden, dass ein Männchen mehrere Weibchen unterhält.

Hat sich ein Paar gefunden, so beginnt das Weibchen mit dem Bau des napfartigen Nestes. Es wird aus Wurzeln, Rinde, Gräsern, Halmen und anderen weichen Materialien gebaut. Der Nestbau obliegt ausschließlich dem Weibchen. Ein Nest entsteht in der Regel unterhalb eines Strauches oder in einem Gebüsch auf dem Boden. Ein Gelege besteht aus drei bis fünf hellblaue bis blaugrüne Eiern. Die Brutzeit erstreckt sich für gewöhnlich über 12 bis 14 Tage. Das Weibchen bebrütet die Eier während dieser Zeit alleine aus. Die Küken gelten als Nesthocker und erreichen die Flugfähigkeit und die Selbständigkeit mit drei Wochen. Geht ein Gelege verloren, so kann es durchaus zu einem Nachgelege kommen. Die große Masse der Jungvögel erreicht aufgrund der vielen Fressfeinde nicht die Geschlechtsreife. Unter günstigen Umständen kann eine Singammer jedoch ein Alter von zehn Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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