Silberdachs

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Silberdachs

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Silberdachse (Taxidiinae)
Gattung: Taxidea
Art: Silberdachs
Wissenschaftlicher Name
Taxidea taxus
Schreber, 1777

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Silberdachs (Taxidea taxus) zählt innerhalb der Familie der Marder (Mustelidae) zur Gattung Taxidea.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Silberdachs erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 53 bis 85 Zentimeter, eine Schwanzlänge von gut etwa 10 bis 15 Zentimeter sowie ein Gewicht von 6.000 bis 10.000 Gramm. Einzelne Exemplare können auch noch etwas schwerer werden. Männchen werden dabei größer und schwerer als Weibchen. Mit diesen Maßen ist der Silberdachs in etwa so groß wie der Europäische Dachs. Der Körperbau wirkt stämmig und wird von kurzen aber kräftigen Füßen getragen. Der Rücken ist stark abgeflacht. Das grobborstig wirkende Fell weist eine graue bis graubraune, zuweilen auch rotbraune Färbung auf. Ventral ist das Fell weißlich, gleiches gilt für den Bereich der Kehle. Von der Schnauze bis hinter die Augen zeichnet sich ein deutlich sichtbarer weißlicher Streifen ab. Die Innenseiten der Ohren sind weißlich gefärbt. Die einzelnen Unterarten können sich in Färbung und Größe geringfügig unterscheiden. Für gewöhnlich sind die Populationen in Kanada und den nördlichen USA etwas größer als die südlichen Populationen.

Verhalten

Die Silberdachse verfügen an den Füßen über kräftige Krallen. Damit sind sie mit Leichtigkeit in der Lage sich Bauten zu graben oder Beutetiere aus dem Boden zu graben. Sie gelten während ihrer Junggesellenzeit als einzelgängerisch lebende Räuber, die hauptsächlich in den Abendstunden und nachts aktiv sind. Am Tage ruhen sie in ihren Bauten. Während der kalten Wintermonate halten Silberdachse in diesen Bauten eine lose Winterruhe. An warmen Wintertagen kommen sie aber durchaus zur Nahrungsaufnahme aus den Bauten heraus. Die Bauten verfügen über lange Tunnel, die in einem geräumigen Wohnkessel enden. In ihrem Revier unterhalten Silberdachse in der Regel mehrere Bauten. Die Reviere weisen eine Größe von ein bis zwei Quadratkilometer auf. Die Reviere einzelner Individuen oder Familiengruppen (bestehend aus einem Weibchen und deren Nachwuchs) können sich dabei überschneiden.

Unterarten

Wissenschaftlicher Name Erstbeschreiber Vorkommen
Taxidea taxus taxus Schreber, 1777 Ontario, Saskatchevan, Illinois, Michigan, Wisconsin, Minnesota
Taxidea taxus jacksoni Schantz, 1946 Wisconsin, Minnesota
Taxidea taxus iowae Schantz, 1947 Iowa
Taxidea taxus dacotensis Schantz, 1946 Dakota
Taxidea taxus montana Schantz, 1950 Montana, Wyoming, Colorado
Taxidea taxus merriami Schantz, 1950 Kansas
Taxidea taxus kansuensis Schantz, 1950 Kansas
Taxidea taxus berlandieri Baird, 1858 Texas, New Mexico, Colorado, Utah, Arizona, Baja California
Taxidea taxus littoralis Schantz, 1949 Texas
Taxidea taxus apache Schantz, 1948 Arizona, Sonora-Wüste
Taxidea taxus sonoriensis Goldman, 1939 Sonora-Wüste
Taxidea taxus hallorani Schantz, 1949 Nevada, Kalifornien, Arizona, Baja California, Sonora-Wüste
Taxidea taxus halli Schantz, 1951 Nevada, Baja California
Taxidea taxus neglecta Mearns, 1891 Baja California, Oregon
Taxidea taxus infusca Thomas, 1898 Baja California

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Silberdachse erstreckt sich über die südwestlichen und südlichen Gebiete von Kanada, die westlichen Bundesstaaten der USA bis in den Norden von Mexiko. In Mexiko leben die Tiere insbesondere in Baja California und in weiten Teilen der Sonora. Die trockene Prärie, Savannen bis hin zu Halbwüsten und Wüsten sind die natürlichen Lebensräume dieser Räuber. Auch in Höhenlagen sind sie häufig anzutreffen. So kommen sie auch in den Rocky Mountains weitflächig vor.

Prädatoren

Der Silberdachs hat recht wenige Feinde, da er ein durchaus wehrhafter Gegner ist. Gelegentlich haben es Pumas, Luchse und Kojoten auf einen Silberdachs abgesehen. Jungdachse können auch von größeren Greifvögeln gerissen werden. Wie immer ist der Mensch der größte Feind dieser Tiere. Die weitflächige Lebensraumvernichtung, die Jagd und die Umweltvergiftung sind Jahr für Jahr für die ständig sinkenden Bestandszahlen verantwortlich. In der Nähe von Straßen kommen Dachse oft im Straßenverkehr um.

Ernährung

Der Silberdachs ist ein reiner Fleischfresser. Dabei fressen sie alles was sie erbeuten können. Ratten, Mäuse, Hörnchen jeglicher Art, Taschenratten und Präriehunde gehören zur bevorzugten Beute. Aber auch am Boden lebende Vögel, Reptilien und Insekten werden keineswegs verschmäht. Silberdachse gehen nicht auf Pirschjagd oder dergleichen, sie graben ihre Beutetiere regelrecht aus (wie beipsielsweise die Gebirgs-Taschenratten (Thomomys bottae)). Gelegentlich steht auch Aas auf ihrem Speiseplan.

Fortpflanzung

Silberdachse erreichen die Geschlechtsreife mit 12 bis 15 Monaten. Weibchen sind deutlich früher geschlechtsreif. Die Paarungszeit beginnt in der Regel im Sommer. Pro Saison kommt es dabei nur zu einem Wurf. Die Geschlechter leben einzelgängerisch. Nur während der kurzen Paarungszeit kommt es zu einem kurzen Kontakt zwischen Männchen und Weibchen. Nach der Paarung verlässt das Männchen das Weibchen wieder. Die Tragezeit erstreckt sich über rund 45 Tage. Jedoch beginnt die embryonale Entwicklung nicht sofort, sondern es wird eine Keimruhe eingelegt. Erst im späten Winter beginnt die eigentliche embryonale Entwicklung. Der Nachwuchs, meist drei bis fünf Junge kommt meist im Februar im schützenden Bau des Weibchens zur Welt. Das innere der Wohnhöhle ist mit weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Die Jungtiere kommen nackt und blind zu Welt und sind ausgesprochen hilflos und auf den Schutz der Mutter angewiesen. Sie werden etwa für 70 bis 90 Tage gesäugt. Die Selbständigkeit erreichen sie mit rund einem halben Jahr. In Gefangenschaft kann ein Silberdachs über 20 Jahre alt werden. In Freiheit liegt die Lebenserwartung mit höchstens zehn Jahren deutlich darunter. Ein Großteil der Jungtiere erlebt meist nicht einmal die Geschlechtsreife.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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