Silberameise

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Silberameise

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie: Ameisen (Formicoidea)
Familie: Ameisen (Formicidae)
Unterfamilie: Schuppenameisen (Formicinae)
Gattung: Cataglyphis
Art: Silberameise
Wissenschaftlicher Name
Cataglyphis bombycina
(Roger, 1859)

Die Silberameise (Cataglyphis bombycina), auch unter den Synonymen Camponotus phaeogaster, Myrmecocystus bombycinus, Myrmecocystus lameerei und Myrmecocystus lucasi bekannt, zählt innerhalb der Familie der Ameisen (Formicidae) zur Gattung Cataglyphis. Im Englischen wird die Silberameise saharan silver ant genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Königin erreicht eine Körperlänge von etwa 11,0 bis 13,0 Millimeter und die Arbeiterinnen eine Körperlänge von etwa 4,0 bis 12,0 Millimeter. Die Mandibeln schmal, mit schiefem Endrand, stark gestreift und fünfzähnig. Der Kopf trapezförmig, hinten breiter und hinter den Augen sehr gerundet konvex von rechts nach links. Der Kopf ist kaum länger als breit, ziemlich depress. Die Augen sehr gross, am hinteren Drittel des Seitenrandes des Kopfes. Drei ziemlich grosse Stirnocellen. Clypeus kurz, ungekielt, vorn nicht vorgezogen. Stirnfeld sehr klein, länger als breit. Die Stirnleisten sehr kurz. Endglieder der Fühler wirken etwas dicker und länger als die Basalglieder der Geissel, mit Ausnahme des sehr langen, aber dünnen ersten Geisselgliedes. Das zweite Geisselglied sehr kurz, kaum mehr als ein Drittel so lang wie das erste. Fühlerschaft in seiner zweiten Hälfte etwas verdickt, überragt den Hinterhauptrand um etwa ei Viertel seiner Länge. Pronotum sehr breit, beiderseits stark konvex, breiter als lang, rautenförmig. Mesonotum viel schmäler, länger als breit, etwa ein Drittel so breit wie das Pronotum. Metanotum schwach gewölbt, niedrig, stark gerundet. Basalfläche etwas länger als die abschüssige. Schuppe des Stielchens breit, hoch, mässig dick, oben in der Mitte schwach, aber sehr deutlich ausgerandet, stumpfrandig. Die Schienen haben am Innenrand einige kleine Stächelchen. Der Körper ist eher langgestreckt. Des Weiteren sind die Beine und Fühler ziemlich lang. Die Silberameise wirkt insgesamt ganz glatt poliert und stark glänzend, jedoch ohne Metallglanz. Der ganze Körper mäßig, mit sehr kurzen, hellen silbrigen, wie abgeschnittenen stumpfen Borstenhaaren behaart, fast ohne anliegende Behaarung. Fühler und Beine mit einer ziemlich spärlichen, auf den Beinen zum Teil schief abstehenden anliegenden Behaarung. Am Vorderrand des Clypeus eine Reihe längerer Wimpern. Die Silberameise weist eine braunschwarze Färbung auf. Der Thorax ist dunkelbraun und die Beine sind braun gefärbt. Die Fühler und Tarsen sind von einer gelbbraunen Farbe und die Mandibeln sind rötlich-gelb.

Lebensweise

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Die Silberameise ist eine Art von Ameise, die in der Sahara lebt und rein tagaktiv. Aufgrund der extrem hohen Temperaturen ihres Lebensraumes und der Bedrohung durch natürliche Feinde wie zum Beispiel die Wüsteneidechse Acanthodactylus dumerili, kann die Silberameise außerhalb ihres Nestes nur etwa 10 Minuten pro Tag aktiv sein. Sie verläßt ihren Unterschlupf erst, wenn die Außentemperatur 46,5 Grad Celsius überschritten hat. Vor allem während der heißesten Stunden des Tages, wenn ihre natürlichen Feinde vor der Hitze in den Schatten flüchten, jagt die Silberameise mit hoher Geschwindigkeit mit aufgestelltem Metasoma über den ausgetrockneten Sandboden. Die Silberameise ist die einzige Art mit einer echen Soldaten-Kaste. Die Soldatinnen sehen deutlich bulliger aus und weisen sehr lange Mandibeln auf.

Unterarten

  • Cataglyphis bombycina sinaitica - Wheeler, W.M. & Mann, 1916
  • Cataglyphis bombycina bruneipes - Santschi, 1911

Verbreitung

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Die Silberameise kommt in folgenden Ländern vor: Libyen, Israel, Algerien, Tunesien, Mali, Saudi-Arabien sowie in Griechenland.

Ernährung

Die Silberameise ernährt sich vorwiegend von Spinnentieren (Arachnida), Hundertfüßern (Chilopoda), Wüstenheuschrecken (Schistocerca gregaria) sowie von Käfern (Coleoptera)

Fortpflanzung

Das Nest der Silberameise wird im trockenen Dünensand angelegt, dessen Schicht 10,0 Zentimeter hoch ist, darunter befindet sich harter, kalkhaltiger, mehr feuchter Boden, der jedoch nicht verbacken ist. Die 67 Eingänge zum Nest liegen etwa 30,0 Zentimeter voneinander entfernt unter 3,0 Zentimeter breite, aber flache Erdspalten. Vor ihnen befinden sich im Umkreis dickere Erdteilchen, Steinchen mit Sand. Ihre Anordnung ist jedoch nicht in Wallform ausgerichtet. Das Nest ist nicht sehr bevölkert, etwa 1.000 Individuen in verschiedenen Grössen halten sich im Nest auf. Nach zwei Richtungen hin geht das Nest tiefer. Die tiefere Anlage zeigt nur eine geringe Länge, aber dafür weist es eine enorme Breite auf. In dieser Anlage befinden sich auch die Larven, etwa 10 bis 15 große Larven in ellipsoiden braunen Hüllen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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