Silberäffchen

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Silberäffchen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Familie: Krallenaffen (Callitrichidae)
Gattung: Seidenäffchen (Mico)
Art: Silberäffchen
Wissenschaftlicher Name
Mico argentata
Linnaeus, 1771

IUCN-Status
Vulnerable (VU) - IUCN

Das Silberäffchen (Mico argentata) zählt innerhalb der Familie der Krallenaffen (Callitrichidae) zur Gattung der Seidenäffchen (Mico). Im Englischen wird das Silberäffchen Silvery Marmoset genannt. Die Art wird gelegentlich auch in der Gattung der Büschelaffen (Callithrix) geführt. Diese Zuordnung gilt jedoch als veraltet.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Silberäffchen erreicht eine Körperlänge von 18 bis 28 (22) Zentimeter, eine Schwanzlänge von 26 bis 38 (29) Zentimeter sowie ein Gewicht von 300 bis 350, zuweilen auch bis 400 Gramm. Das Fell der Nominatform ist überwiegend silbergrau bis weißlich gefärbt. Die Unterart Callithrix argentata melanura ist bräunlich gefärbt. Der Schwanz weist eine dunkle Färbung auf. Die recht großen Ohren sitzen seitlich am Kopf und ragen aus dem Fell hervor. Sie weisen im Wesentlichen keine Behaarung auf und sind gelblich bis fleischfarben gefärbt. Eine ähnliche Färbung zeigt sich im Gesicht, das nur spärlich behaart ist. Die schmalen Zehen an den Händen und Füßen enden jeweils in Nägeln. Die Unterseiten der Zehen weisen raue Ballen auf, die einen guten Halt beim Klettern ermöglichen.

Silberäffchen leben in geselligen Gruppen, die meist 4 bis 8 Individuen aufweisen. Sie sind tagaktiv und ruhen in der Nacht an geschützten Stellen in Bäumen. Sie gelten als ausgezeichnete Kletterer und Springer. Als territoriale Tiere markieren sie ihr Revier mit einem Sekret aus Körperdrüsen. Eindringlinge werden im Revier nicht geduldet und durch lautstarkes Geschrei vertrieben. Der Geruchssinn ist hoch entwickelt und spielt eine große Rolle bei der Kommunikation untereinander.

Unterarten

Verbreitung

Silberäffchen sind in Brasilien weit verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich südlich des Amazonas über Bolivien, Brasilien und Paraguay. Sie leben in tropischen und subtropischen Regenwäldern, oftmals in der Nähe von Flussläufen und anderen Gewässern. Ihr Lebensraum zeichnet sich grundsätzlich durch eine dichte Vegetation aus. Gelegentlich sind sie zum Leidwesen der Farmer auch auf Plantagen anzutreffen.

Ernährung

Silberäffchen gelten als Allesfresser. Neben pflanzlicher Nahrung wie Blüten, Blätter, junge Tiebe, Nektar, Baumsäfte und Früchte werden auch Insekten (Insecta) und Spinnentiere (Arachnida) gefressen. Aber auch Lurche (Amphibia), kleine Reptilien (Reptilia) sowie die Eier und Nestlinge von Vögeln (Aves) werden gerne gefressen. Zur Hauptnahrung gehören jedoch die bereits erwähnten unterschiedlichen Baumsäfte. Mit den Eckzähnen und den scharfen Schneidezähnen können Silberäffchen sowohl den Chitinpanzer von Käfern (Coleoptera) knacken als auch Wunden in die Rinde von Bäumen ritzen, um an Baumsäfte von beispielsweise Gummibäumen zu kommen.

Fortpflanzung

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Die Geschlechtsreife erreichen Silberäffchen mit rund 16 bis 18 Monaten. Die Paarungszeit ist in den tropischen Regionen an keine feste Jahreszeit gebunden, in einer Saison kann es daher bis zu zwei Würfen kommen. Innerhalb einer Gruppe pflanzt sich nur das ranghöchste Weibchen fort. Bei anderen Weibchen einer Gruppe ist der Eisprung unterdrückt. Nach einer Tragezeit von 140 bis 145 Tagen bringt das Weibchen 1 bis 3 (2) Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere wiegen lediglich zwischen 33 und 38 (35) Gramm. An der Betreuung des Nachwuchses beteiligen sich auch andere Gruppenmitglieder. Auch der Vater kümmert sich aufopfernd um seine Kinder. Nach knapp 90 bis 100 Tagen werden die Jungtiere von der Muttermilch entwöhnt. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmern sich im Wesentlichen alle Mitglieder einer Gruppe, auch andere Weibchen. Silberäffchen können ein Alter von 10 Jahren erreichen.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

In der Nähe des Menschen, insbesondere auf Plantagen und ähnlichen Pflanzungen sind Silberäffchen keine gern gesehenen Gäste, da sie durchaus erheblichen Schaden anrichten können. Daher verwundert es kaum, dass die Tiere vom Menschen verfolgt und getötet werden. Silberäffchen werden in Laboren oftmals für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt. Dies gilt insbesondere für die Stammzellenforschung und die Genetik. Aber auch der Verlust der natürlichen Lebensräume und die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln auf landwirtschaftlichen Flächen weisen ein hohes Gefährdungspotential auf. Silberäffchen sind mittlerweile selten geworden und vom Aussterben bedroht. Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) führt die Art in Anhang II des Abkommens. In der Roten Liste der IUCN wird das Silberäffchen als gefährdet (VU, vulnerable) gelistet.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

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