Sibirisches Wald-Ren

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Sibirisches Wald-Ren
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Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Gattung: Rangifer
Art: Ren (Rangifer tarandus)
Unterart: Sibirisches Wald-Ren
Wissenschaftlicher Name
Rangifer tarandus valentinae
Flerov, 1933

Das Sibirische Wald-Ren (Rangifer tarandus valentinae) ist eine Unterart des Ren (Rangifer tarandus) und zählt innerhalb der Familie der Hirsche (Cervidae) zur Gattung der Rangifer.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Sibirische Wald-Ren erreicht eine Körperlänge von 150 bis 220 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 100 bis 140 Zentimeter sowie ein Gewicht von 90 bis 300 Kg. Diese Unterart ist deutlich hochbeiniger als die anderen Unterarten des Ren. Das Fell ist überwiegend bräunlich, im Winter jedoch deutlich heller. Eine dichte Unterwolle schützt die Tiere dabei vor Kälte. Bei den Rentieren verfügen beide Geschlechter über gewaltige Geweihe. Die Geweihe sind stangenförmig, weit verzweigt und relativ asymmetrisch. Am Ende einer Stange zeichnet sich eine kleine Schaufel ab. Die Länge kann beim Männchen 50 bis 130 cm betragen, beim Weibchen zwischen 20 und 60 cm. Nach der Brunft im November oder Dezember stoßen Männchen ihre Geweihe ab, die der Weibchen werden im Frühjahr abgestoßen.

Rentiere leben in zum Teil riesigen Herden. Während der Wanderungen kann es zu Herden von über 100.000 Tieren kommen. Jedes Jahr legen Rentiere Entfernungen von über 5.000 Km während einer Wanderung zurück. Außerhalb der Wanderungen leben Rentiere in kleinen Gruppen von fünf bis fünfzehn Tieren. In der Regel bestehen die Gruppen nur aus einem Geschlecht. Nur während der Paarungszeit kommt es zu Haremsbildungen. Die Hierarchie innerhalb einer Gruppe richtet sich nach der Geweihgröße. Zu den natürlichen Feinden gehören Bären, Wölfe, Luchse und gebietsweise der Vielfraß.

Verbreitung

Das Sibirische Wald-Ren ist insbesondere im Altai, einem mittelasiatischen Hochgebirge, sowie im Ural, einem Gebirgszug im mittleren Westen Russlands, weit verbreitet. Sie bevorzugen als Lebensraum subarktische boreale Wälder. In den kalten Wintern halten sich die Rene überwiegend in den Tieflagen auf.

Nahrung

Rentiere ernähren sich hauptsächlich von verschiedenen Gräsern und Kräutern. In der kalten Jahreszeit begnügen sich sich auch mit Flechten Moosen sowie Pilzen. Im Winter finden weite Wanderungen auf der Suche nach Nahrung statt.

Fortpflanzung

Jungtier
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Jungtier

Die Weibchen der Rentiere erreichen die Geschlechtsreife mit rund 16 Monaten, Männchen erst sehr viel später mit 28 Monaten. Die Paarung findet meist im Oktober oder November statt. In der Paarungszeit scharen Männchen kleine Harems von fünf bis fünfzehn Weibchen um sich. Unter den Hirschen kommt es regelmäßig zu erbitterten Kämpfen um die Weibchen. Nach einer Tragezeit von durchschnittlich 228 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Die Kälber wiegen etwa zehn bis zwölf Kilogramm und sind kurz nach der Geburt in der Lage, der Mutter und der Herde zu folgen. Ab dem 45. Tag nehmen sie zusätzlich auch schon feste Nahrung zu sich. In Gefangenschaft können Rentiere ein Alter von 15 bis 20 Jahren erreichen, in Freiheit selten über fünf oder sechs Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
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