Sektorspinne

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Sektorspinne
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Zygiella
Art: Sektorspinne
Wissenschaftlicher Name
Zygiella x-notata
(Clerck, 1757)

Verbreitungsgebiet

Die Sektorspinne (Zygiella x-notata) ist eine Webspinne der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) und gehört zur Gattung Zygiella.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die Sektorspinne weist eine Körperlänge von 5 bis 11 mm auf. Ihr gelbbrauner Körper trägt eine blattähnliche Zeichnung auf dem Hinterleib (Opisthosoma).

Vorkommen

Die Sektorspinne ist in ganz Mitteleuropa weit verbreitet, Richtung Osten wird sie seltener.

Die Sektorspinne baut ihr Netz zumeist an Fensterrahmen innen und außen an Gebäuden, sie ist aber auch an Hausmauern, in Nischen, Gittern oder Winkeln, in Holzstapeln und unter der Rinde alter Bäume zu finden. Sie kommt daher häufig in menschlichen Siedlungen vor, weil sie Wärme bedarf. Die Weibchen gehören zu den wenigen Radnetzspinnen, die fast das ganze Jahr über Netze bauen.

Adulte Sektorspinnen sind vom Hochsommer bis in den Spätherbst zu entdecken. In den südlichen wärmeren Gebieten sind sie das ganze Jahr aktiv und leben dort auch ungeschützter, z. B. in Büschen.

Netzbau

Die adulte Sektorspinne baut ein Radnetz, das sich von dem anderer Radnetzspinnen durch zwei von Spiralfäden freie, aneinandergrenzende Sektoren in einer der beiden oberen Ecken unterscheidet. Nur ein kräftiger, seidener Signalfaden verläuft mittig zwischen den beiden Sektoren vom Zentrum des Netzes bis nach außen. In dieser Ecke, ihrem Schlupfwinkel, wartet die Sektorspinne, bis der Signalfaden signalisiert, dass Beute ins Netz gegangen ist. Abends und nachts jedoch sitzt sie wie die meisten Radnetzspinnen im Zentrum des Netzes. In den Morgenstunden wird das Netz erneuert. Diese Bauart des Netzes erlaubt der Sektorspinne, es auch auf sehr ebenen Oberflächen anzubringen.

Ein mittelgroßes Netz umfasst etwa 25 bis 30 Speichenfäden. Mitunter kommt es vor, dass Sektorspinnen Netze mit vollständigen Spiralfäden bauen. Das ist zumeist bei Jungspinnen der Fall, aber auch bei adulten, wenn der Winkel zwischen Signal- und Speichenfäden zu groß wird.

Ernährung

Anders als bei anderen Radnetzspinnen ist das Verhalten der Sektorspinne beim Beutefang instinktiv gesteuert, es muss nicht erlernt werden. Mittels nervöser Reaktionen auf mechanische Beeinflussungen des Signalfadens spürt sie, dass ein Beutetier in ihr Netz geflogen ist. Jetzt verlässt die Sektorspinne ihren Schlupfwinkel entlang des Signalfadens zunächst ins Zentrum des Netzes, um sich dort zu orientieren. Dann betastet sie ihre Beute, beißt sie, wobei das Gift hineingelangt und den Körper von innen zu einem Brei vorverdaut. Zuletzt wickelt die Sektorspinne ihre Beute mit ihrem Spinnfaden ein und transportiert sie in ihren Schlupfwinkel. Bei zu starker Berührung des Netzes ergreift die Sektorspinne jedoch die Flucht in ihren Schlupfwinkel oder lässt sich an einem Faden vom Netz herab.

Fortpflanzung

Weibchen und Männchen sind vom Hochsommer bis in den Spätherbst häufig zusammen in einer Gespinsthöhle zu entdecken. Je besser das Männchen seine Netze baut, desto paarungswilliger ist auch das Weibchen. Zur Paarung zupft und trommelt das Männchen an einem Paarungsfaden, das am Netz des Weibchens befestigt wird. Die vom Weibchen abgelegten Eier überwintern in einem gesponnenen Kokon. Viele Weibchen überleben bis in den Winter hinein, jedoch überdauert nur der Kokon den Winter. Im Frühjahr schlüpfen die Jungspinnen.

Literatur

  • Louis Le Guelte: Structure de la toile de Zygiella x-notata Cl. 1966.
  • Herbert Walter Levi: The orb-weaver genus Zygiella (Araneae, Araneidae). in vol. 146:5 Bulletin of the Museum of Comparative Zoology. Cambridge 1974. ISSN 0027-4100
  • Monika Weissmann: Web-building and prey-capture in two orb-weavers. 1987.
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