Schärpen-Scheinschnapper

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Schärpen-Scheinschnapper

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Familie: Scheinschnapper (Nemipteridae)
Gattung: Scolopsis
Art: Schärpen-Scheinschnapper
Wissenschaftlicher Name
Scolopsis bilineata
(Bloch, 1793)

Der Schärpen-Scheinschnapper (Scolopsis bilineata) zählt innerhalb der Familie der Scheinschnapper (Nemipteridae) zur Gattung Scolopsis. Im Englischen wird der Schärpen-Scheinschnapper two-lined monocle bream genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Schärpen-Scheinschnapper kann eine Körperlänge von 13,0 bis 23,0 Zentimeter erreichen. Er weist insgesamt 10 Rückenflossenstacheln, insgesamt 9 Rückenflossen-Weichstrahlen, 3 Afterflossenstacheln und 7 Afterflossen-Weichstrahlen auf. Einige geografische Unterschiede sind vorhanden, insbesondere zwischen den Populationen, die im Indischen und im Pazifischen Ozean vorkommen leben. Die Pazifik-Form weist gelbe Streifen und eine gelbe Rückenflosse auf, während der Indischen Form die gelben Streifen fehlen. Kopfschuppen zeigen sich direkt vor den vorderen Nasenlöchern. Die Unterseite ist schuppig. Die vorwärts gerichtete suborbitale Wirbelsäule ist vorhanden. Die Bauchflosse ist lang und reicht fast bis zur Afterflosse. Axillare Schuppen sind vorhanden. Der obere Teil des Körpers ist oliv oder graubraun gefärbt und die Unterseite ist perlweiß getönt. Ferner zeigen sich am Kopf gelbe Streifen und ein dunkler rot umrandeter perlweißer Streifen zieht sich vom Maul bis zur weichen Rückenflosse. Ein gelber mittlerer Aalstrich erstreckt sich entlang der Basis der Rückenflosse. Ein weißlicher Fleck ist knapp unter der Basis der hinteren Hälfte der weichen Rückenflossenstrahlen zu erkennen. Die Jugendlichen haben drei dunkelbraune Streifen am Oberteil des Körpers und die Zwischenräume weisen gelbe Streifen auf.

Lebensweise

Weichkoralle Siphonogorgia godeffroyi
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Weichkoralle Siphonogorgia godeffroyi

Der Schärpen-Scheinschnapper ist riffverbunden und kommt in den meisten Riff-Lebensräumen vor. Er lebt in einer Tiefe von etwa 1 bis 25 Meter. Er kommt im Indo-West-Pazifik vor, einschließlich Malediven, nahe der Lakkadiven- und der Fidschi-Inseln. Ferner reicht das Verbreitungsgebiet vom Norden bis ins südliche Japan und vom Süden bis Lord-Howe-Island und wurde auch in der Nähe von Tonga gesichtet. In der Regel tritt der Schärpen-Scheinschnapper paarweise auf. Die Jugendlichen halten sich mehr nahe der Küste oder in den Lagunen auf. Der Schärpen-Scheinschnapper ernährt sich von kleinen Fischen und von Makrozoobenthos. Er ist ein protogyner Zwitter, d. h. er ist im Laufe seines Lebens erst ein Weibchen und wandelt sich dann zum Männchen um.

Verbreitung

Der Schärpen-Scheinschnapper kommt in folgenden Gebieten vor: westlicher Pazifik, Indien, Malediven, Indien, Sri Lanka, Ryukyu-Inseln, Taiwan, Ostchinesische Meer, Südchinesische Meer, Philippinen, Indonesien, Vietnam, Malaysia, Singapur, Thailand, Myanmar, Andamanen-Inseln, Nordaustralien, Salomonen, Neukaledonien, Marianen-Inseln, Fidschi-Inseln, Marshall-Inseln, Palau, Mikronesien, Wan Nadu und Tonga.

Ernährung

Der Schärpen-Scheinschnapper ist nachtaktiv und ernährt sich von kleinen Fischen sowie von wirbellosen Tieren, wie Kopffüßer, Krebstiere und Borstenwürmer.

Fortpflanzung

Schärpen-Scheinschnapper
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Schärpen-Scheinschnapper

Der Schärpen-Scheinschnapper ist ein protogyner Zwitter, d. h. er ist im Laufe seines Lebens erst ein Weibchen und wandelt sich dann zum Männchen um. In der Regel tritt der Schärpen-Scheinschnapper paarweise auf. Die Jugendlichen halten sich mehr nahe der Küste oder in den Lagunen auf und sind meist am äußeren Rand der Korallenriffe zu finden.

Weitere Synonyme

  • Anthias bilineatus - Bloch, 1793
  • Lutjanus ellipticus - Lacepède, 1802
  • Perca frenata - Günther, 1859
  • Scalopsis bilineatus - (Bloch, 1793)
  • Scolopsis bilineatus - (Bloch, 1793)
  • Scolopsis bleekeri - Günther, 1859

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 1. Vierter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
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