Schwarzschwanz-Präriehund

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Schwarzschwanz-Präriehund

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Echte Erdhörnchen (Marmotini)
Untertribus: Ziesel und Präriehunde (Spermophilina)
Gattung: Präriehunde (Cynomys)
Species: Schwarzschwanz-Präriehund
Wissenschaftlicher Name
Cynomys ludovicianus
Ord, 1815

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Schwarzschwanz-Präriehund (Cynomys ludovicianus) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Präriehunde (Cynomys).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Schwarzschwanz-Präriehund erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 35 bis 40 cm sowie ein Gewicht von 700 bis 1.500 g. Männchen werden größer und schwerer als Weibchen. Im Herbst weisen die Tiere nach einem futterreichen Sommer das höchste Gewicht auf und sind so bestens gerüstet für die karge Zeit im Winter. Die Grundfärbung des Fell reicht im Winter von bräunlich bis rotbraun. Die Unterseite ist dabei fast weißlich oder cremefarben. Das Sommerfell ist deutlich dunkler und reicht von dunkelbraun bis fast schwarz. Der Schwanz ist dabei immer deutlich dunkler gefärbt. Die Ohren sind sehr klein und sitzen seitlich am Kopf. Die Schnauze ist spitz zulaufend und im vorderen Bereich mit Tasthaaren versehen. Die kurzen Beine enden in Füßen, die mit kräftigen Krallen versehen sind.

Schwarzschwanz-Präriehunde sind tagaktiv und halten auch während des Winters keine Winterruhe. Sie leben in zum Teil riesigen Kolonien, die einige tausend bis hin zu einer Millionen Tiere umfassen kann. Eine Kolonie ist dabei in unzählige Kleingruppen unterteilt, die von einem oder zwei Männchen angeführt werden. Des Weiteren befinden sich in einer Gruppe mehrere Weibchen und deren Nachwuchs. Die Weibchen sind meist miteinander verwandt. Die Männchen legen ein territoriales Verhalten an den Tag und verteidigen ihren Bau gegenüber Artgenossen. Ansonsten sind Präriehunde ausgesprochen sozial und führen ein ausgewogenes Familienleben. Fellpflege und vokale Kommunikation dienen dabei der Stärkung der sozialen Bindungen.

Ihre Bauten bestehen aus einem Labyrinth mit mehreren Ein- und Ausgängen, Gängen und verschiedenen Wohnkesseln. Die Gänge können dabei durchaus über 30 Meter lang sein. Meist reichen die Bauten bis in Tiefen von fünf Metern. Die Ein- und Ausgänge weisen dabei meist eine trichterförmige Öffnung auf. Die Bauten gelten zum einen als Schutz vor dem Wetter wie Regen und Schnee und zum anderen als Schutz vor die zahlreichen Fressfeinde. Entdeckt ein Mitglied einer Gruppe einen Feind, so warnt er die anderen Familienmitglieder durch einen Schrei und alle flüchten in den schützenden Bau. Zu den natürlichen Feinden zählen insbesondere Kojoten, Luchse, Pumas, Klapperschlangen und Greifvögel wie Adler und Falken.

vergrößern

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich heute nur noch über die Regionen von Texas bis zur kanadischen Grenze. Früher waren sie in weiten Teilen der USA anzutreffen. Aufgrund des Jagddrucks sind die Populationen kontinuierlich zurückgegangen. Man findet die Schwarzschwanz-Präriehunde meist in Höhenlagen von bis zu 2.200 Metern über NN. Sie leben auf Wiesen, im Grasland und teilweise auch in Flusstälern. Ihre Bauten entstehen meist auf kleinen Hügeln, von wo aus sie eine gute Rundumsicht haben.

Ernährung

Der Schwarzschwanz-Präriehund ernährt sich fast ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Dazu gehören insbesondere Gräser, Kräuter, Wurzelwerk, Blätter und gelegentlich auch Rinde. Zu einem kleinen Teil greifen sie auch auf tierische Nahrung zurück. Hier fressen sie insbesondere kleine Insekten wie Heuschrecken, Wanzen und Käfer, Schnecken und Würmer. Wasser nahmen sie nicht zu sich. Ihren Wasserbedarf decken sie ausschließlich über die pflanzliche Nahrung. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere am Tage. Dabei entfernen sie sich nicht weit von ihrem schützenden Bau.

Fortpflanzung

vergrößern

Der Schwarzschwanz-Präriehund erreicht die Geschlechtsreife mit etwa zwei Jahren. Die Tiere leben polygam, das heißt, ein Männchen einer Gruppe paart sich meist mit allen Weibchen seiner Gruppe. Die Paarungszeit dauert in den natürlichen Verbreitungsgebieten von Januar bis April an. Nach einer Tragezeit von 34 bis 36 Tagen bringt das Weibchen meist zwischen drei und sechs Jungtiere zur Welt. Die Geburt erfolgt im schützenden Wohnkessel ihrer Bauten. Ein Neugeborenes weist eine Länge von gut 70 mm sowie ein Gewicht von etwa 15 g auf. Das Fell wächst ihnen ab der dritten Woche. In der fünften Lebenswoche öffnen sie erstmals ihre Augen. Die Säugezeit beträgt rund sieben bis acht Wochen. Nach etwa vier bis fünf Wochen kommen die Jungtiere erstmals an die Erdoberfläche. Zu diesem Zeitpunkt weisen sie bereits ein Gewicht von rund 140 g auf. Bis zum Herbst haben sie sich ein Gewicht von 500 bis 550 g angefressen, um die bevorstehenden Winter zu überstehen. Mit etwa einem Jahr sind die Jungtiere selbstständig. Die Männchen verlassen zu diesem Zeitpunkt ihre Gruppe. Weibliche Tiere verbleiben in der Regel ihr Leben lang in der Geburtsgruppe. Die Lebenserwartung liegt bei sechs bis acht Jahren. Meist wird dieses Alter aber nicht erreicht.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge