Schwarzschwanz-Mückenfänger

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Schwarzschwanz-Mückenfänger

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Baumläufer (Certhiidae)
Unterfamilie: Polioptilinae
Gattung: Polioptila
Art: Schwarzschwanz-Mückenfänger
Wissenschaftlicher Name
Polioptila melanura
Lawrence, 1857

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Schwarzschwanz-Mückenfänger (Polioptila melanura) gehört innerhalb der Familie der Baumläufer (Certhiidae) zur Gattung Polioptila. Im Englischen wird der Schwarzschwanz-Mückenfänger Black-tailed Gnatcatcher, Lead-colored Flycatcher oder Sonora Gnatcatcher genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Schwarzschwanz-Mückenfänger erreicht eine Gesamtlänge von gut 11 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 15 Zentimeter sowie ein Gewicht von 5 bis 6 Gramm. Die Geschlechter weisen weder in der Größe noch in der Gefiederfärbung einen Dimorphismus auf. Das einzige Unterscheidungsmerkmal ist die schwarz gefärbte Kappe beim Männchen. Der Oberkopf und der Nacken sind blaugrau gefärbt, der Rücken weist eine gräuliche bis graubraune Färbung auf, die im Bereich des sehr langen Schwanzes in ein Dunkelgrau übergeht. Die Unterseite des Schwanzes ist weißlich gefärbt. Das ventrale Gefieder zeigt sich einfarbig in einer weißlichen bis leicht hellgrauen Färbung. Das Gesichtsfeld ist gräulich gefärbt, die dunklen Augen sind von einem feinen weißlichen Augenring umgeben. Der kräftige und gerade geformte Schnabel zeigt sich in einer schwarzen Färbung. Die Extremitäten sind dunkelgrau gefärbt. Wie für Singvögel üblich enden die Extremitäten in vier Zehen, wovon eine Zehen nach hinten, und drei Zehen nach vorne weisen.

Lebensweise

Schwarzschwanz-Mückenfänger gelten in allen Verbreitungsgebieten als Standvögel. Sie sind jedoch keineswegs sesshaft. Außerhalb der Paarungszeit wandern sie durchaus weit umher. Schwarzschwanz-Mückenfänger sind ausgesprochen territoriale Singvögel, die energisch ihr Revier gegen Artgenossen verteidigen. Dies gilt insbesondere für die Fortpflanzungsperiode. Zu den Drohgebärden gehört beispielsweise das Aufspreizen des Schwanzes. Außerhalb der Paarungszeit leben Schwarzschwanz-Mückenfänger einzelgängerisch. Nur zu Paarungszeit schließen sich die Geschlechter paarweise zusammen. Schwarzschwanz-Mückenfänger sind ausgezeichnete Sänger, die auch in der Lage sind, den Gesang anderer Vogelarten zu imitieren.

Unterarten

Verbreitung

Schwarzschwanz-Mückenfänger sind mit drei Unterarten im Südwesten der USA, insbesondere in New Mexico und Texas, sowie im nördlichen Mexiko weit verbreitet. In Mexiko sind sie in den Bundesstaaten Baja California, Baja California Norte, Baja California Sur und Sonora anzutreffen. Polioptila melanura curtata ist in Sonora endemisch. Offene Habitate wie Baum- und Buschsavannen sowie die Ränder von Wüsten und Halbwüsten werden bevorzugt besiedelt.

Ernährung

Der Schwarzschwanz-Mückenfänger ernährt sich fast ausschließlich von kleinen Insekten (Insecta) und Spinnentieren (Arachnida) und andere kleine Gliederfüßern (Arthropoda) . Zur bevorzugten Nahrung gehören kleine Käfer (Coleoptera), Hautflügler (Hymenoptera) aller Art, verschiedenste Zweiflügler (Diptera), Wanzen (Heteroptera) und Schmetterlinge (Lepidoptera). Die Beutetiere werden meist im Geäst von Bäumen und Sträuchern aufgelesen, seltener auch vom Boden oder direkt im Flug. Auf Trinkwasser sind Schwarzschwanz-Mückenfänger nicht angewiesen, sie decken ihren gesamten Wasserbedarf über die Nahrung.

Fortpflanzung

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Der Schwarzschwanz-Mückenfänger erreicht die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungszeit beginnt in den USA zumeist im April, in den südlichen Verbreitungsgebieten wie dem nördlichen Mexiko auch schon im März. Schwarzschwanz-Mückenfänger leben in einer monogamen Einehe, die jedoch nur eine Saison hält. Nach der Aufzucht des Nachwuchses trennen sich die Geschlechter wieder. Die Nester entstehen in Bäumen oder in größeren Sträuchern meist in Astgabeln nahe dem Stamm. Es handelt sich um ein napfartiges Konstrukt, dass von beiden Geschlechtern gleichermaßen errichtet wird. In das fertige Nest legt das Weibchen zwischen drei und fünf, selten auch bis sechs Eier. Am Brutgeschäft beteiligen sich beide Geschlechter. Die Brutdauer erstreckt sich dabei über 12 bis 14 Tage. Auch um die Versorgung des Nachwuchses mit Nahrung kümmern sich beide Elternteile gleichermaßen. Sie füttern ihre Küken mit nahrhaften Insekten und Insektenlarven. Ende der zweiten, Anfang der dritten Lebenswoche erreichen die Jungvögel die Flugfähigkeit. Über die Lebenserwartung der Schwarzschwanz-Mückenfänger ist nichts bekannt.

Gefährdung und Schutz

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Südwesten der USA und im nördlichen Mexiko über etwa eine Millionen Quadratkilometer. Der Schwarzschwanz-Mückenfänger ist hier noch recht häufig anzutreffen. Die Gesamtbestände werden auf rund 3,6 Millionen Individuen geschätzt (Rich et al. 2003). In der Roten Liste der IUCN wird der Schwarzschwanz-Mückenfängerist daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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