Schwarzglänzender Ölkäfer

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Schwarzglänzender Ölkäfer
vergrößern
Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familie: Ölkäfer (Meloidae)
Unterfamilie: Meloinae
Gattung: Meloë
Art: Schwarzglänzender Ölkäfer
Wissenschaftlicher Name
Meloë coriarius
Brandt & Erichson, 1832

Der Schwarzglänzende Ölkäfer (Meloë coriarius) zählt innerhalb der Familie der Ölkäfer (Meloidae) zur Gattung der Meloë.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Schwarzglänzende Ölkäfer erreicht eine Körperlänge von 16 bis 25 Millimeter. Der Chitinpanzer ist bei dieser Art schwarzglänzend gefärbt. Der längliche Abdomen setzt sich deutlich vom sehr kleinen Thorax ab. Die drei Beinpaare sind im Brustbereich (Thorax) angebracht. Die Beine sind spärlich mit blauschwarzen Härchen bedeckt. Die Flügeldecken sind sehr kurz und bedecken den Abdomen des Schwarzglänzenden Ölkäfers nur zu etwa einem Drittel. Der restliche segmentierte Abdomen liegt frei.

Zum Schutz vor Fressfeinden und der Abschreckung können die tagaktiven Ölkäfer ein gelbliches Sekret über Drüsen an den Hinterbeinen absondern. Das Sekret besteht hauptsächlich aus dem giftigen Wirkstoff Cantharidin. In Deutschland nehmen die Bestände durch Zerstörung der natürlichen Biotope immer weiter ab und stehen mittlerweile unter Naturschutz.

Verbreitung

Der Schwarzglänzende Ölkäfer ist in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas verbreitet. Er bevorzugt trockene und sonnenbeschienene Habitate wie die Ränder von trockenen Wäldern oder steppenartigen Wiesen. Feuchte Habitate werden hingegen grundsätzlich gemieden.

Nahrung

Adulte Schwarzglänzende Ölkäfer leben rein pflanzlich und ernähren sich von Blättern verschiedener Pflanzen. Bei massenhaftem Auftreten können sie durchaus großen Fraßschaden anrichten. Die Larven leben räuberisch von den Eiern ihrer Wirtstiere sowie von deren Nahrungsvorräten wie Pollen und Honig.

Fortpflanzung

Die Larven der Schwarzglänzenden Ölkäfer leben parasitär. Sie ernähren sich ausschließlich von den Nahrungsvorräten und der Brut von zum Beispiel solitären Bienen oder Heuschrecken. Ein Weibchen legt einige tausend Eier am Boden ab. Die daraus schlüpfenden Larven weisen eine Länge von gut drei Millimeter auf und klettern nach dem Schlupf an Stengeln hinauf und warten auf den Blüten verharrend auf anfliegende Bienen. Sie springen dann auf die Tiere und lassen sich in das Nest der Wirtstiere tragen. Dort leben sie von den Nahrungsvorräten und den Eiern.

Nach der ersten Häutung sind die Larven deutlich größer und ähneln einem Engerling. Sie fressen nun munter weiter und reduzieren dabei insbesondere den Nahrungsvorrat der Wirtstiere. Nach der dritten Häutung erfolgt die Überwinterung. Nach der Winterruhe erfolgt ohne weitere Nahrungsaufnahme die Verpuppung. Der aus der Puppe schlüpfende Käfer ist nunmehr voll entwickelt und verläßt sein Wirtsnest. Allgemein wird die Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Käfer als Hypermetamorphose bezeichnet, bei der sich die morphologischen Merkmale der Larve im Verlauf der Entwicklung sich mehrfach grundlegend verändert.
'Persönliche Werkzeuge