Schwarze Mamba

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Schwarze Mamba

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Giftnattern (Elapidae)
Gattung: Mambas (Dendroaspis)
Art: Schwarze Mamba
Wissenschaftlicher Name
Dendroaspis polylepis
Günther, 1864

Die Schwarze Mamba (Dendroaspis polylepis) zählt innerhalb der Familie der Giftnattern (Elapidae) zur Gattung der Mambas (Dendroaspis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Schwarze Mamba erreicht eine durchschnittliche Länge von 220 bis 290 Zentimeter, gelegentlich auch knapp über 300 Zentimeter. Längenangaben von 400 bis 450 Millimeter sollten in das Reich der Märchen und Fabeln gehören. Fakt ist aber, daß sie in Afrika die größte Giftschlange ist. Die Schwarze Mamba gehört in Afrika unter der Bevölkerung zu den gefürchtesten Schlangenarten. Und das mit Recht; sie gehört zu den Top Five der giftigsten Schlangenarten. Zum einen ist das Gift hoch wirksam und zum anderen ist sie ausgesprchen schnell und aggressiv. Ein Biss führt, wenn eine sehr schnelle Hilfe ausbleibt, meist zum Tode. Das Gift ist ein hochwirksames Neurotoxin. Ein Mensch kann unter Umständen bereits 20 bis 30 Minuten nach einem Biss sterben. Das Gift hat eine vollständige Lähmung der Muskulatur zur Folge.

Auch wenn der deutsche Name es vermuten läßt, die Schwarze Mamba ist nur sehr selten wirklich schwarz gefärbt. Ihre Grundfärbung variiert von dunkelgrau, über olivgrün bis hin zu bräunlich. Jungschlangen sind dabei deutlich heller gefärbt als adulte Tiere. Ventral ist die Schwarze Mamba meist cremefarben, selten auch mit gelblichem oder grünlichem Farbeinschlag. Der Oberkörper ist oftmals mit feinen kleinen Pünkchen versehen, die eine schwäzliche bis dunkelbraune Färbung aufweisen. Das innere des Maules ist schwarz gefärbt. Diese Eigenschaft war für die Art namensgebend. Die Iris weist eine bräunliche Färbung auf, die Pupillen sind überwiegend gelblich gefärbt.

Die Schwarze Mamba ist im Grunde eine Schlange, die die Nähe zum Menschen meidet und eher ihr Heil in der Flucht sucht. In die Enge getrieben kann sie aber sehr aggressiv reagieren. Bei ihrer Drohhaltung richtet sie sich auf und verharrt so mit geöffnetem Maul, bis sie eventuell zubeissen kann. Dabei kommt es in der Regel zu mehrfachem Zustoßen und mehreren Bissen. Ansonsten scheint die Schwarze Mamba viel Zeit beim Sonnenbaden zu verbringen. Dabei liegt sie an exponierter Stelle auf Felsen oder hängt in sonnenbeschienen Ästen herum. Sie ist tagaktiv und sucht während der Nacht schützende Plätze wie hohle Baumstämme auf. Sie ist eine ausgesprochen schnelle Schlange, die gut und gerne eine Kriechgeschwindigkeit von bis zu 15 km/h erreichen kann. Damit kann sie selbst schnellere Beutetiere nachstellen. Auch klettern kann die Schwarze Mamba ausgesprochen gut, so ist so auch oftmals im Geäst der Bäume zu finden. Sie sind insgesamt ausgesprochen territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen und sonstigen Feinden.

Ihre Sinne sind sehr gut entwickelt. Mit ihrem Sehsinn erfassen sie Bewegungen. Plötzliche Bewegungen veranlassen sie meist zum sofortigen Zuschlagen. Noch besser ist ihr Geruchssinn entwickelt. Gerüche nehmen Schwarze Mambas über ihr gegabelte Zunge auf. Äußerlich sichtbare Ohren haben sie zwar keine, sie können aber durchaus Erschütterungen wahrnehmen. Sie haben außer dem Menschen nur weige Feinde. Die Eier der Schwarzen Mamba oder auch Jungschlangen fallen nicht selten Räubern wie Krokodilen, Greifvögeln, Füchsen und Schakalen zum Opfer. Adulte Schlangen werden aufgrund ihrer Giftigkeit von allen Fressfeinden gemieden. Die Schwarze Mamba zählt heute noch nicht zu den gefährdeten Arten.

Verbreitung

Die Schwarze Mamba ist hauptsächlich in Ost- und Südostafrika weit verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet reicht dabei von Eritrea über Namibia bis nach Südafrika. Im westlichen Teil Afrikas sind sie eher selten und nur sporadisch anzutreffen. Die Schwarze Mamba bewohnt üblicherweise schwach bewaldete Savannen und zum Teil auch hügeliges Gelände. Gelegentlich taucht sie auch in Galeriewäldern auf. Sie ruht meist in hohlen Bäumen oder an ähnlich geschützten Plätzen wie in Termitenbauten oder ähnlichem. In Höhenlagen ist die Schwarze Mambas bis in Höhen von gut 1.500 bis 1.800 Metern anzutreffen.

Nahrung

Schwarze Mambas ernähren sich überwiegend von kleineren Säugetieren (Mammalia). Dazu gehören insbesondere Nagetiere (Rodentia) und Hörnchen (Sciuridae). Aber auch Vögel (Aves) werden gelegentlich erbeutet. Auf der Jagd verfolgt die Schwarze Mamba aktiv potentielle Beutetiere. Mit einem sehr schnellen Stoß wird ein Tier gebissen. Dabei gibt sie eine hochwirksame Dosis ihres toxischen Giftes ab. Meist stirbt das Opfer an Atemlähmung. Ein Beutetier wird, für Schlangen typisch, mit dem Kopf voran im Ganzen verschlungen. Die Magensäure verdaut ein Beutetier meist schon nach einem Tag.

Fortpflanzung

Die Schwarze Mamba gehört zu den eierlegenden Schlangen. Die Paarungszeit beginnt in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten im zeitigen Frühjahr. Während der Paarungszeit folgen die Männchen den Weibchen aufgrund ihrer Duftspur. Dabei kann es unter konkurrierenden Männchen durchaus zu erbitterten Kommentkämpfen kommen. Beim Paarungsakt wird das Weibchen typischerweise umschlungen und das Männchen dringt mit seinem Hemipenis in die Kloake des Weibchens ein. Das Weibchen legt gegen Ende der zwei- bis dreimonatigen Trächtigkeit angeschützter Stelle zwischen fünf und fünfzehn Eier ab. Hierzu wird eine flache Grube gegraben und später sorgsam verschlossen. Aus den Eier schlüpfen nach 80 bis 90 Tagen die Jungschlangen. Sie befreien sich mit Hilfe des Eizahns aus der Eischale. Der Eizahn fällt den Tieren kurz nach dem Schlupf ab. Die Jungschlangen sind weit entwickelt und sind von Anfang an auf sich alleine gestellt. Eine Brutpflege durch die Mutter gibt es nicht. Auch ihre Giftdrüsen sind bereits mit dem Schlupf voll entwickelt. In den ersten Tagen leben sie vom Dottersack, erst danach gehen sie aktiv auf die Jagd nach kleinen Tieren. Die Lebenserwatung liegt bei etwa 15 bis 23 Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Mark O'Shea, Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen, Franckh-Kosmos Verlag, 2006 - ISBN 3440106195
  • Ludwig Trutnau, Schlangen im Terrarium, in 2 Bdn., Bd.2, Giftschlangen,
    Verlag: Ulmer (Eugen); Auflage: 4., Aufl. (1998) - ISBN 3800173719
  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • W. P. Mara, Das Große Buch der Giftschlangen, Verlag: Bede (Februar 2002) - ISBN 3927997536
  • Junge Wilde, Los gehts!, AnimalPlanet, NL 2005
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