Schwarzbauch-Lerchensänger

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Schwarzbauch-Lerchensänger

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Grasmückenartige (Sylviidae)
Unterfamilie: Megalurinae
Gattung: Cincloramphus
Art: Schwarzbauch-Lerchensänger
Wissenschaftlicher Name
Cincloramphus cruralis
Vigors & Horsfield, 1827

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Schwarzbauch-Lerchensänger (Cincloramphus cruralis) zählt innerhalb der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae) zur Gattung Cincloramphus. Im Englischen wird der Schwarzbauch-Lerchensänger Brown Songlark genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Die Art wurde von Nicholas Aylward Vigors & Thomas Horsfield im Jahre 1827 zunächst als Megalurus cruralis beschrieben, ehe sie von John Gould einige Jahre später (1843) der Gattung Cincloramphus zugeschrieben wurde.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Schwarzbauch-Lerchensänger erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 18 bis 25 Zentimeter. Die Geschlechter weisen in der Größe einen enormen Dimorphismus auf, der in der Klasse der Vögel einmalig ist. Weibchen bleiben mit 18 Zentimeter deutlich kleiner als Männchen, die es auf stolze 25 Zentimeter bringen. Auch das Gewicht unterscheidet sich stark. Männchen sind 2 bis 2,5 mal so schwer wie ein Weibchen. Das Gefieder beider Geschlechter ist in Ruhekleid unauffällig braun gefärbt. Während der Paarungszeit ist der Schnabel des Männchens tief schwarz gefärbt, sein Gefieder weist eine zimtbraune Färbung auf. Weibchen sind auch im Brutkleid braun gefärbt. Markantes und namensgebendes Merkmal ist ein dunkelbrauner bis schwarzbrauner Fleck im Bauchbereich. Die ausgesprochen langen Beine weisen eine dunkelbraune Färbung auf. Die Füße enden wie bei allen Singvögeln in vier Zehen, wovon eine Zehe nach hinten und drei Zehen nach vorne zeigen.

Verbreitung

Wie die nahen verwandten Rostbürzel-Lerchensänger, so sind auch die Schwarzbauch-Lerchensänger ausschließlich in Australien verbreitet. Hier sind sie insbesondere in New South Wales, Northern Territory, Queensland, South Australia, Victoria, Western Australia und auf Tasmanien anzutreffen. Die größten Populationen sind in New South Wales und in Queensland zu verzeichnen. In den anderen Landesteilen sind sie eher seltener anzutreffen. Offene Flächen wie Wiesen, Weiden, die Ränder lichter Wälder und landwirtschaftliche Flächen gehören zu den natürlichen Lebensräumen. In den südlichen Regionen Australiens gilt der Schwarzbauch-Lerchensänger als Zugvogel, der den Winter im nördlichen Australien verbringt.

Ernährung

Schwarzbauch-Lerchensänger ernähren sich überwiegend von Insekten (Insecta), deren Larven und Raupen von Spinnentieren (Arachnida) sowie anderen kleinen Gliederfüßern (Arthropoda). Die Nahrungssuche erfolgt auf dem Boden inmitten dichter Vegetation. Eher selten werden Insekten auch vom Blattwerk von Bäumen und Büschen aufgelesen.

Fortpflanzung

Der Schwarzbauch-Lerchensänger erreicht die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungszeit erstreckt sich in Australien von August oder September bis in den Februar hinein. Während dieser Zeit kann es durchaus zu zwei, selten auch zu drei Gelegen kommen. Schwarzbauch-Lerchensänger leben ausgesprochen polygam. Während der Paarungszeit besetzen Männchen ein Brutareal, das eine Größe von drei bis vier Hektar aufweist. Die Männchen begatten meist mehrere Weibchen und haben weder mit dem Brutgeschäft, noch etwas mit der Aufzucht der Küken zu tun. Der Schwarzbauch-Lerchensänger ist ein Bodenbrüter und legt sein flachmuldiges Bodennest geschützt im dichten Gras oder in ähnlicher Vegetation an. Aber auch unter Büschen oder unter niedrigen Bäumen werden Nester häufig platziert. Innen wird das Nest mit feinerem Material wie kleine Gräser, kleine Wurzeln, Haare, Wolle und Federn ausgekleidet. Das Nest wird ausschließlich vom Weibchen errichtet. In das fertige Nest legt das Weibchen 2 bis 5 (3,2) Eier, die eine cremefarbene bis hellbraune Färbung aufweisen und mit zahlreichen braunen oder rötlichbraunen Flecken und Sprenkelungen versehen sind. Die Eier haben eine Größe von 2,3 mal 1,7 Zentimeter auf. Das Weibchen wärmt die Eier etwa 11 bis 13 (12,1) Tage lang. Nach dem Schlupf werden die Küken von der Mutter reichlich mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta) und anderen kleinen Gliederfüßern (Arthropoda) versorgt. Die Nestlingszeit erstreckt sich über 10 bis 14 (11,5) Tage. Die Jungensterblichkeit ist relativ hoch, da die Eier oder die Küken häufig Fleischfressern wie Schlangen (Serpentes) wie der Östliche Braunotter (Pseudonaja textilis) oder aber Rotfüchsen (Vulpes vulpes) zum Opfer fallen. Der Gelegeverlust liegt nicht selten bei 80 Prozent. Nur unter günstigen Umständen liegt die Lebenserwartung bei vier bis fünf Jahren.

Gefährdung und Schutz

Das Verbreitungsgebiet der Schwarzbauch-Lerchensänger erstreckt sich über ganz Australien und somit über nahezu sieben Millionen Quadratkilometer. In diesem sehr großen Verbreitungsgebiet ist die Art fast überall noch häufig anzutreffen. Die Gesamtbestände wurden jedoch bislang nicht quantifiziert, daher sind keine genauen Angaben möglich. Unter dem Raubbau an der Natur, insbesondere die Abholzung von Wäldern, hatte bisher keine großen Auswirkungen auf die Populationen, da die Art hauptsächlich offene Areale wie landwirtschaftliche Flächen bewohnt. Insgesamt sind die Bestände jedoch sinkend. Der Grund dürfte in der Ausbringung von Pestiziden und anderen Insektenvernichtungsmitteln zu suchen sein.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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