Schopfkarakara

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Schopfkarakara

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Falkenartige (Falconidae)
Unterfamilie: Geierfalken (Caracarinae)
Gattung: Schopfkarakaras (Caracara)
Art: Schopfkarakara
Wissenschaftlicher Name
Caracara plancus
(Miller, 1777)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Schopfkarakara (Caracara plancus), auch unter den Synonymen Falco plancus und Polyborus plancus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Falkenartigen (Falconidae) zur Gattung der Schopfkarakaras (Caracara). Im Englischen wird der Schopfkarakara southern crested caracara oder southern caracara genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Schopfkarakara erreicht eine Körperlänge von etwa 54,0 bis 65,0 Zentimeter sowie eine Spannweite von 120,0 bis 132,0 cm. Das Gewicht beträgt 0,9 bis 1,6 Kilogramm. Auf dem Scheitel hat der Schopfkarakara eine scharze Federhaube, die er aufstellen kann. Das Obergefieder ist von einer schwarzbraunen Färbung, während das Gefieder braun getönt ist. Die Brust, der Bauch, die Oberschenkel und der Schwanz der adulten Vögel weisen eine dunkelbraune Färbung auf. Die Ohrdecken sind von einer weißlich-gelbbraunen Tönung. Die Schulterfedern, welche bei den Erwachsenen Querbinden haben, zeigen an den Jungen einen weißlichen Längsfleck und einen schwarzen Schaft. Die löwengelbe Färbung der Alten ist bei den Jungen schmutzigweiss. Die Rückenpartie ist schwarzgrau und zum Schwanz hin heller gefärbt, die Flügel gehen mehr ins Schwarze. Im Flug erkennt man einen großen auffälligen weißlich-gelbbraunen Fleck, wie auch bei einigen anderen Arten der Gattung Schopfkarakaras (Caracara). Die unbefiederten Beine und die Füße sind gelb geschönt und die nackte Gesichtshaut sowie die Wachshaut sind orangegelb bis rötlich-orange gefärbt.
Schopfkarakara mit Nahrung
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Schopfkarakara mit Nahrung
Der Schnabel ist bei den adulten Vögeln bläulich blass und bei den Jugendlichen ist der Schnabel blass bleifarben. Die noch nicht befiederten Jungen weisen einen braun-gelblichen Flaum auf. Aber der Kopf, der Oberarm und der eine Fleck an den Brustseiten sind braun gefärbt und mit einem violetten Schimmer versehen. Der Schnabel ist blass rosenrot und die Beine sind blass grünlich-grau geschönt.

Lebensweise

Schopfkarakaras leben einzeln oder in kleinen Familienverbänden. Sie nehmen oft ein Staubbad, um sich von Parasiten zu befreien. Der Schopfkarakara wird oft auf dem Boden herumlaufend auf der Suche nach Nahrung gesehen. Er ernährt sich vorwiegend von Kadavern verendeter Tiere, aber er stiehlt auch von anderen Greifvögeln die Nahrung. Des Weiteren plündert er auch Vogelnester. Wenn Möglichkeit besteht, ernährt er sich meistens von Insekten oder von anderen kleinen Beutetieren. Gelegentlich erbeutet der Schopfkarakara auch Schmuckreiher (Egretta thula). An Kadavern ist der Schopfkarakara gegenüber anderen Greifvögeln (Falconiformes) wie zum Beispiel Rabengeier (Coragyps atratus) und Truthahngeiern (Cathartes aura) sehr dominant. In der Regel ist der Schopfkarakara ein Einzelgänger, aber es kommt auch manchmal zu großen Ansammlungen, besonders an Kadavern oder anderen Nahrungsquellen. Im südlichen Teil erfolgen die Paarung und Reproduktion im Frühjahr/Sommer. In wärmeren Regionen ist das Timing weniger streng. Der Horst eine eine große, offene Struktur und befindet sich in der Regel auf der Spitze eines Baumes. Gelegentlich wird der Horst auch auf dem Boden angelegt. Das Gelege besteht meist aus zwei bis drei Eiern.

Unterarten

Schopfkarakara
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Schopfkarakara
  • Caracara plancus plancus - (Miller, 1777)
  • Caracara plancus prelutosus - Howard, 1938
  • Caracara plancus brasiliensis - (Gmelin, 1788)

Verbreitung

Der Schopfkarakara ist von Feuerland im südlichen Südamerika bis zur nördlichen Amazonas-Region und bis ins südliche Peru verbreitet. Eine isolierte Population hält sich auf den Falkland-Inseln auf. Der Schopfkarakara meidet das Anden-Hochland und die dichten feuchten Wälder, wie der Amazonas-Regenwald. Er tritt in nahezu offenen oder halboffenen Lebensräumen auf und wird oft in der Nähe von menschlichen Siedlungen gesehen.

Ernährung

Neben kleinen Säugetieren (Mammalia) erjagen Schopfkarakaras auch Fische (Pisces), Insekten (Insecta) und kleine Wirbellose Tiere. Darüber hinaus steht auch Aas auf ihrem Speiseplan. Die Nahrungssuche erolgt nicht nur im Flug, sondern auch am Boden, wo sie sich wie Hühner bewegen und nach Aas Ausschau halten.

Fortpflanzung

Schopfkarakara
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Schopfkarakara

Schopfkarakaras leben in Einehe und bleiben in der Regel das ganze Leben zusammen. Der Horst ist eine große, offene Struktur und wird auf hohen Bäumen, vor allem auf Palmen, gebaut. Aber auch auf Kakteen oder auf Felsvorsprüngen sowie auf dem Boden wird der Horst angelegt. Der Horst besteht aus Ästen und Reisig. Das Weibchen legt im September oder Oktober zwei bis drei Eier, die aber von beiden Elternteilen bebrütet werden. Nach etwa 30 bis 35 Tagen schlüpfen die Jungen. Die noch nicht befiederten Jungen weisen einen braun-gelblichen Flaum auf. Aber der Kopf, der Oberarm und der eine Fleck an den Brustseiten sind braun gefärbt und mit einem violetten Schimmer versehen. Der Schnabel ist blass rosenrot und die Beine sind blass grünlich-grau geschönt. Während der 70 Tage dauernden Nestlingszeit werden die Jungvögel von beiden Elternteilen gefüttert. Auch danach bleiben sie meist noch zwei bis drei Monate bei ihren Eltern und bilden Familientrupps.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Schopfkarakara heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd über 20.000 Quadratkilometer. Der Schopfkarakara ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Schopfkarakara selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Schopfkarakara als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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