Schneeziege

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Schneeziege

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mamalia)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
Gattung: Oreamnos
Art: Schneeziege
Wissenschaftlicher Name
Oreamnos americanus
de Blainville, 1816

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Schneeziege (Oreamnos americanus), die auch Bergziege genannt wird, zählt innerhalb der Hornträger (Bovidae) zur Unterfamilie der Ziegenartigen (Caprinae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Schneeziege im Tierpark Berlin
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Schneeziege im Tierpark Berlin

Die Schneeziege erreicht eine Körperlänge von 140 bis 150 cm, eine Schulterhöhe von gut 100 bis 110 cm sowie ein Gewicht von 50 bis 140 Kg. Der Schwanz weist eine Länge von etwa 20 cm auf. Weibchen bleiben insgesamt deutlich kleiner und leichter als Männchen. Das weiße Fell ist sehr dicht und lang. Über dem Unterfell tragen Schneeziegen ein bis zu zehn cm langes Deckhaar. Das Deckhaar bildet auf dem Oberrücken fast einen Höcker. Der Rücken ist nach hinten hin deutlich abfallend. Die etwa zwanzig cm langen und leicht nach hinten gebogenen Hörner werden von beiden Geschlechtern getragen. Die Hufe weisen harte Ränder und weiche Sohlen auf und sind somit optimal an den Lebensraum angepasst.

Die Tiere leben im Winter in zum Teil größeren Gruppen von über zwanzig Tieren. Im Sommer bilden sie kleine Gruppen von vier bis sechs Tieren. Ältere Böcke leben oft einzelgängerisch. Eine Gruppe wird in der Regel von einem männlichen Tier angeführt. Schneeziegen sind ausgezeichnete Schwimmer. Zu den Hauptfeinden zählen der Puma und Bären. Die Bestände der Schneeziegen sind in ihren abgelegenen Lebensräumen heute noch nicht gefährdet, wenngleich die Betände teilweise rückläufig sind.

Verbreitung

Das alpine Hochgebirge im Norden der USA und Kanadas gehören zum natürlichen Verbreitungsgebiet. Insbesondere in Alaska, British Columbia, Washington, Oregon und Colorado sind sie weit verbreitet. Sie leben oberhalb der Baumgrenze in felsigem Gebiet, das mit Bergwiesen durchzogen ist. Auch an Felshängen ist die Schneeziege regelmäßig anzutreffen. Sie ist in Höhen von bis zu 4.000 Metern beheimatet.

Ernährung

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Neben Gräsern, Moosen, Flechten und Kräutern werden vor allem im Winter auch Zweige und Rinde verzehrt. Ihren Mineralhaushalt halten sie an Salzlecken auf Vordermann. Während besonders kalter Winter steigen Schneeziegen teilweise bis zur Baumgrenze hinab, um nach Nahrung zu suchen.

Fortpflanzung

Schneeziegen erreichen die Geschlechtsreife etwa mit zweieinhalb Jahren. Während der Brunft, die im November beginnt, kann es unter den Böcken zu heftigen Kämpfen kommen, die oft zu schweren Verletzungen oder zum Tode führen können. Dabei versuchen sie, ihre Hörner in die Flanken des Kontrahenten zu rammen. Nach einer Tragezeit von gut sieben Monaten bringt das Weibchen im Frühsommer ein bis zwei Jungtiere zur Welt, die schon kurz nach der Geburt der Mutter folgen können. Sie weisen ein Geburtsgewicht von drei bis vier Kg auf. Die Säugezeit beträgt durchschnittlich vier Monate. Die Schneeziege kann ein Alter von bis zu 18 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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