Schmuckkitta

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Schmuckkitta

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Tribus: Corvini
Gattung: Kittas (Urocissa)
Art: Schmuckkitta
Wissenschaftlicher Name
Urocissa ornata
(Wagler, 1829)

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Schmuckkitta (Urocissa ornata) zählt innerhalb der Familie der Rabenvögeln (Corvidae) zur Gattung der Kittas (Urocissa). Im Englischen wird der Schmuckkitta sri lanka magpie, ceylon blue magpie, ceylon magpie oder sri lanka blue magpie genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Schmuckkitta erreichte eine Körperlänge von etwa 42,0 bis 47,0 Zentimeter. Die adulten Vögel weisen ein blau gefärbtes Gefieder mit einem kastanienbraunen Kopf und mit kastanienbraunen Flügeln auf. Hervorzuheben ist die intensive rote Färbung des Schnabels, des Augenrings, der Beine und der Füße. Die Brust und die Schwungfedern sind ebenfalls kastanienbraun getönt. Kontrastierend dazu ist das blaue Gefieder und der lange blau gefärbte Schwanz mit seinen weißen Spitzen. Das Gefieder der Jugendlichen ist etwas matter gefärbt, jedoch weisen sie einen braunen Augenring auf. Insgesamt zeigt sich das Gefieder der Jugendlichen grau bis blau verwaschen, besonders die Unterseite. Die Stimme dieser Art ist sehr abwechslungsreich, variiert oft seine Rufe mit anderen Vogelstimmen. Die weittragenden Rufe, die Klingeltönen ähneln, sind nicht zu überhören. Zur Abwechslung hört man raspelnde Rufe, die wie "crakrakrakrak" klingen und manchmal vernimmt auch ein lautes "whee-whee".

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Schmuckkitta in großen, ungestörten Primärwäldern, in hügeligen Landschaften und in angrenzenden feuchten Niederungen. Des Weiteren kommt er in Höhenlagen von 2.135 bis 150 Meter vor. Zu den Lebensräumen des Schmuckkitta zählen unter anderem subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder sowie subtropische und tropische feuchte Montanwälder. Gelegentlich ist der Schmuckkitta auch auf Plantagen zu finden.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Schmuckkitta auf Sri Lanka endemisch, wo er im zentralen Gebirge sowie Vorgebirge der feuchten Zonen beschränkt ist. Die Population ist offenbar rückläufig und seit dem späten 19. Jahrhundert wird sie immer mehr fragmentiert. Es ist auch unwahrscheinlich, dass die Population größer als ein paar Tausend Individuen ist.

Ernährung

Der Schmuckkitta ist ein Allesfresser. Zu seiner pflanzlichen Nahrung gehören unter anderem Sämereien und Früchte. An tierischer Nahrung nimmt er Vogeleier, junge Vögel, aber auch Mäuse, größere Insekten und deren Larven zu sich. Er sucht seine Nahrung sowohl in den Bäumen als auch auf dem Boden. Als tagaktiver Vogel geht der Schmuckkitta nur am Tage auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird etwa mit Beginn des zweiten Lebensjahres erreicht. Die Brutsaison des Schmuckkitta erstreckt sich meist über die Regenzeit in den Monaten von März bis April. Beide Geschlechter beteiligen sich am Nestbau. Die Nester werden in Bäumen oder Sträuchern errichtet und bestehen aus Wurzelwerk, Ästchen und Blättern. Ausgepolstert wird das Nest mit Moosen, Wolle und Haaren. Das Weibchen legt drei bis fünf Eier. Die Eier weisen eine weiße Färbung auf und sind mit braunen Flecken stark besetzt. Die Brutzeit erstreckt sich dabei über rund 17 bis 19 Tage, wobei nur das Weibchen auf den Eier sitzt und sie wärmt. Die Nestlingszeit beträgt rund drei bis vier Wochen. Die Küken werden von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt. Der Schmuckkitta zeigt ein starkes Nest-Abwehrverhalten. Eindringlinge werden gnadenlos angegriffen bis sie sich zurückziehen. Insgesamt bleibt der Familienverband für rund drei Monate zusammen.

Gefährdung und Schutz

Schmuckkitta
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Schmuckkitta

Laut der Roten Liste der IUCN weist die Art einen mäßigen Populations-Rückgang bei einer kleinen Reichweite auf, die jedoch stark fragmentiert wird, als Folge des Abbaus und der Rodung von Regenwäldern. Aufgrund dieser genannten Faktoren wird die Art in der Roten Liste der IUCN als gefährdet geführt. Umfangreiche Zählungen wurden in den Jahren von 2004 bis 2006 durchgeführt, diese ergaben etwa 10.181 bis 19.765 Individuen (Ratnayake 2008). Allerdings ist die Art ein kooperativer Brüter mit einem monogamen Paarungssystem, so dass die effektive Populationsgröße und die Zahl der geschlechtsreifen Individuen deutlich weniger sein wird. Daher behält sich die Rote Liste der IUCN eine untere Schätzung vor.

Die größte Bedrohung ist die umfangreiche Rodung und Degradierung von Wäldern, insbesondere in den Feuchtzonen. Des Weiteren tragen zum Rückgang dieser Art der Holzeinschlag, die Brennholz-Sammlung, die Umstellung auf Landwirtschaft und Baumpflanzungen sowie der Bergbau und die Brandrodung bei. Einige geschützte Wälder werden weiter abgebaut und leiden durch weitere Fragmentierung. Ferner findet der Schmuckkitta weniger Nahrung, da die natürlichen Wälder durch Obstbäume und Monokultur-Plantagen weichen müssen. Das Waldsterben in der Montanregion ist vielleicht auch eine Folge der Luftverschmutzung und stellt eine potenzielle Bedrohung dar. Dass die Jagd zu seinem historischen Rückgang beigetragen hat, ist eher unwahrscheinlich. Eine weitere Bedrohung für die Art ist der Indische Koel (Eudynamys scolopaceus), der als Brutparasit bekannt ist. Im Bergland können Biozide (Schädlingsbekämpfung) ebenfalls zu seinem Niedergang beigetragen haben.

Rechtlich ist der Schmuckkitta auf Sri Lanka geschützt. Ein Moratorium wurde im Jahr 1990 übergeben, das beinhaltet, dass die feuchten Tieflandwälder und Montanwälder vor dem Holzeinschlag zu schützen sind. Der Schmuckkitta tritt in mehreren Nationalparks und in Waldreservaten auf. Zu den Nationalparks und Waldreservaten zählen unter anderem Sinharaja National Heritage Wilderness Area, Horton Plains National Park, Peak Wilderness Sanctuary, Morapitiya Forest Reserve und Tangmalai Sanctuary. Ein Überblick über die Artenvielfalt von 200 Waldstandorten wurde in den Jahren von 1991 bis 1996 durchgeführt.

Folgende Maßnahmen sind erforderlich, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren: Durchführung einer umfassenden Studie für die Art, um die Wälder und andere geschützte Gebiete zu erhalten. Erforschung ihrer Ökologie, insbesondere den Brut-Parasitismus des Indischen Koel (Eudynamys scolopaceus). Schutz wichtiger Bereiche des Waldes für die Art und für die anderen bedrohten Arten, darunter Vorschläge zur Erhaltung der Wälder und für deren effektive Verwaltung. Pflege der geltenden Verbote und Protokollierung der feuchten Tieflandwälder und Montanwälder. Förderung von Programmen zur Sensibilisierung der lokalen Kommunen für den Wert der biologischen Ressourcen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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