Schmarotzerraubmöwe

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Schmarotzerraubmöwe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Raubmöwen (Stercorariidae)
Gattung: Stercorarius
Art: Schmarotzerraubmöwe
Wissenschaftlicher Name
Stercorarius parasiticus
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus) zählt innerhalb der Familie der Raubmöwen (Stercorariidae) zur Gattung Stercorarius.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Schmarotzerraubmöwe erreicht eine Körperlänge von 40 bis 46 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 97 bis 115 Zentimeter sowie ein Gewicht von 400 bis 600 Gramm. Der Rücken, die Flügel und der Oberkopf sind dunkelbraun gefärbt. Es gibt zwei Farbmorphen, die sich in der Färbung des Bauchgefieders unterscheiden. Die erste Farbmorphe ist im Bereich des Bauchgefieders einheitlich braun. Die zweite Farbvariation hat ein helles, fast weißes Bauchgefieder. Bei der hellen Farbvariation ist die mittlere Brust mit braun durchsetzt. Beim Sommergefieder können die Flügelspitzen leicht einige Zentimeter über den Schwanz hinausragen. Die Beine und der Schnabel sind schwarz. Die dunklen Farbmorphen scheinen überwiegend in südlichen Verbreitungsgebieten vorzukommen. Schmarotzerraubmöwen sind gute und gewandte Flieger. Als Langstreckenzieher überwintern die Vögel in Afrika südlich des Äquators. Stellenweise sind sie bis ins südliche Afrika anzutreffen. Der Zug erfolgt zumeist schon im August, spätestens aber Anfang September. Juvenile Vögel, die den Zug erstmals mitmachen, bleiben meist zwei Jahre. Mit Erreichen der Geschlechtsreife ziehen sie dann in ihre Brutgebiete.

Verbreitung

Die Schmarotzerraubmöwe ist in der gesamten nördlichen Polarregion zu Hause. Die Brutgebiete liegen rund um den Nordpol in Russland, dem nördlichen Skandinavien und im nördlichen Nordamerika. In Europa ist sie auch auf Island und im Norden Schottlands anzutreffen. Die Winterquartiere liegen im südlichen Afrika. Die Brutgebiete liegen in der Regel in Küstennähe in Hochmooren, dem Festland vorgelagerten Inseln oder auch in der offenen Tundra. Wasser ist aber immer in der Nähe. Die Schmarotzerraubmöwe hält sich zumeist in Küstennähe auf. Jedoch wagt sie sich regelmäßig bis zu 50 Kilometer auf die offene See.

Ernährung

Schmarotzerraubmöwen sind räuberisch lebende Fleischfresser. Nicht selten jagen sie anderen Vögeln in der Luft ihre Beute ab oder reißen gleich den ganzen Vögel. In der Luft ist die Schmarotzerraubmöwe aufgrund ihrer hohen Manövrierfähigkeit vielen anderen Vögeln deutlich überlegen. Sie verhält sich ähnlich wie die Große Raubmöwe. Die Hauptnahrung besteht aus Fisch, Krebstieren und Tintenfisch. Jedoch werden insbesondere während der Brutzeit auch andere Vögel und sogar Kleinsäuger wie Ratten, Mäuse und Kaninchen gefressen. Gefangene Beutetiere werden mit Bissen ihres kräftigen Schnabels getötet. Auch die Eier oder die Brut von brütenden Seevögeln sind vor ihnen nicht sicher.

Fortpflanzung

Schmarotzerraubmöwen sind Kolonienbrüter, die in kleineren Kolonien an steinigen, flach ansteigenden Küstensäumen und ähnlichen Arealen brüten. Diese Gebiete zeichnen sich in der Regel durch eine karge Vegetation aus. Der eigene Nistplatz wird von den Möwen vehement verteidigt. Nicht selten wird dabei ein Eindringling getötet und endet als Mahlzeit. Die Brutzeit beginnt in den meisten Brutgebieten im Mai oder im Juni. Auf steinigem Untergrund entstehen flache Bodennester, die meist auf Geröll oder sandigem Untergrund in flachen Mulden errichtet werden. Das Nest wird spärlich mit Pflanzenteilen ausgepolstert. Die Neststandorte weisen immer einen direkten Zugang zum Meer auf. Das Weibchen legt ein bis drei Eier, die eine Länge von bis fünf bis sechs Zentimeter und eine bräunliche Sprenkelung aufweisen. Beide Elternteile bebrüten die Eier über einen Zeitraum von gut 24 bis 26 Tagen. In der Regel überlebt von den beiden Küken nur das zuerst geschlüpfte. Meist endet das schwächere Küken als Nahrung für das zweite Küken. Die Küken werden von beiden Elternteilen mit hochgewürgter Nahrung gefüttert. Später auch mit aus Beutetieren herausgerissenen Fleischbrocken. Mit vier Wochen sind die Jungvögel flügge. Nach einem weiteren Monat sind sie selbständig. Die Lebenserwartung kann unter günstigen Umständen 15 bis 18 Jahre betragen.

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