Schlichtmeise

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Schlichtmeise

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Sylvioidea
Familie: Meisen (Paridae)
Unterfamilie: Parinae
Gattung: Baeolophus
Art: Schlichtmeise
Wissenschaftlicher Name
Baeolophus inornatus
Gambel, 1845

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Schlichtmeise (Baeolophus inornatus) zählt innerhalb der Familie der Meisen (Paridae) zur Gattung Baeolophus. Urspünglich wurde die Art unter dem Synonym Parus inornatus geführt. Dieses wurde im Jahre 1996 im Rahmen einer Revision geändert. Die Schlichtmeise kann leicht mit der Indianermeise (Baeolophus bicolor) verwechselt werden. Die Indianermeise läßt sich jedoch durch den unterschiedlichen Gesang klar von der Schlichtmeise abgrenzen.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Schlichtmeise erreicht eine Körperlänge von 12 bis 13 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 18 bis 20 Zentimeter sowie ein Gewicht von 10 bis 14 Gramm. Die Geschlechter weisen keinen Dimorphismus auf. Das Gefieder ist überwiegend gräulich bis leicht graubraun gefärbt. Die Bauchseite ist etwas heller, meist weißlichgrau gefärbt. Eine ähnliche Färbung weist das vordere Gesichtsfeld und der Kehlbereich auf. Das schlicht gefärbte Federkleid war für die Art namensgebend. Markantes Merkmal ist die aufstellbare Federhaube auf dem Oberkopf. Der Schnabel ist kegelförmig und ausgesprochen kurz. Die dunkeln Augen sind mit einem feinen hellen Augenring umgeben. Die Extremitäten weisen eine blaugraue Färbung auf. Drei Zehen weisen nach vorne, die vierte Zehe zeigt nach hinten. Der Schwanz ist im Verhältnis zum Körper relativ lang und endet leicht gerundet. Er dient im Flug der Steuerung und kann aufgefächert werden. Juvenile Vögel ähneln den Erwachsenen, jedoch ist ihr Haarschopf deutlich verkürzt.

Unterarten

Verbreitung

Die Schlichtmeise ist hauptsächlich im Küstenbereich der westlichen US-Bundesstaaten verbreitet. Sie kommt insbesondere in Kalifornien, Oregon, Idaho, Colorado, Oklahoma, Arizona und New Mexiko vor. Im Norden von Mexiko ist sie auch in Baja California anzutreffen. Die Schlichtmeise kommt sowohl in der Ebene an den Küsten als auch in Höhenlagen der Mittelgebirge vor. Sie bevorzugt lichte Laub- oder Mischwälder. Eichenwälder werden dabei eindeutig bevorzugt. Die Schlichtmeise ist ein Standvogel, sie bleibt ganzjährig in ihren Brutgebieten.

Schlichtmeise
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Schlichtmeise

Ernährung

Schlichtmeisen ernähren sich im wesentlichen von kleinen Spinnentieren (Arachnida) und Insekten (Insecta) sowie deren Larven. Ihre Nahrung suchen sie in Bäumen, zumeist in Stammnähe oder am Stamm selbst in der Rinde. Gelegentlich werden aber auch Waldfrüchte wie Eicheln und Beeren gefressen. Während der warmen und trocknen Jahreszeit sieht man die Schlichtmeise oft an Wasserstellen, wo sie Trinkwasser zu sich nimmt.

Fortpflanzung

Die Schlichtmeise erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. Die Paarungs- und Brutzeit beginnt in den westlichen US-Bundesstaaten im zeitigen Frühjahr. Die Schlichtmeise ist ein Höhlenbrüter. In der Regel werden verlassene Spechtnester oder natürlich entstandene Baumhöhlen bezogen. Bevorzugte Bäume sind Eichen oder Kiefern. In der Nähe des Menschen werden auch aufgestellte Nistkästen bezogen. In den Höhlen entsteht dann das eigentliche Nest, das aus weichen Pflanzenteilen besteht. Bevorzugtes Baumaterial sind Moose und Flechten, Gräser sowie Federchen und Tierhaare. Kurz nach der Kopulation legt das Weibchen zwischen sechs und acht weißliche Eier, die von ihr über einen Zeitraum von 14 bis 15 Tagen gewärmt werden. Während dieser Zeit wird sie vom Männchen mit Nahrung versorgt. Um die Versorgung des Nachwuchses kümmern sich nach dem Schlupf beide Elternteile. Sie werden überwiegend mit Insekten und Larven gefüttert. Gegen Ende der dritten Lebenswoche haben die Jungvögel die Flugfähigkeit erreicht.

Gefährdung und Schutz

Schlichtmeisen gelten heute noch nicht als gefährdet. Daher werden sie in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt. Jedoch sind seit Jahren sinkende Bestände zu verzeichnen. Mit ein Grund dafür ist die wachsende Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch Abholzung und Kultivierung von Wäldern. Viele Bäume, insbesondere Eichen leiden zudem unter nicht erklärbaren Krankheiten und kommen als Brutplatz nicht mehr in Frage. Mittlerweile sind Erhaltungsbemühungen in Bezug auf Lebensraum und ihre gefiederten Bewohner angelaufen. Bleibt zu hoffen, dass diese Bemühungen von Erfolg gekrönt werden.

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