Schabrackentapir

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Schabrackentapir

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie: Tapire (Tapiridae)
Gattung: Tapire (Tapirus)
Art: Schabrackentapir
Wissenschaftlicher Name
Tapirus indicus
Desmarest, 1819

IUCN-Status
Vulnerable (VU) - IUCN

Der Schabrackentapir (Tapirus indicus) gehört zur Familie der Tapire (Tapiridae) sowie zur Gattung der Tapire (Tapirus). Ihre nächsten Verwandten sind die Pferde.

Inhaltsverzeichnis

Evolution

Tapire gehören zu eine der ältesten Familien innerhalb der Säugetiere. Die ersten Arten lebten bereits im Eozän, also vor etwa 18 bis 23 Millionen Jahren, und waren im Zeitalter des Oligozän auch in Europa weit verbreitet. Die heutigen Arten tauchten erstmals im Miozän in Südamerika auf. Im Laufe der Zeit, vor etwa einer Millionen Jahren (Pleistozän) tauchte die erste Art auch in Asien auf.

Beschreibung

Der Schabrackentapir erreicht eine Körperlänge von bis zu 200 cm sowie ein Gewicht von 250 bis 300 Kg. Einzelne Exemplare können auch ein noch höheres Gewicht erreichen. Die Art ist somit die größte und schwerste der vier Tapirarten. Der Körperbau ist insgesamt stämmig und robust. Das kurze und glatte Fell weist an der Vorderseite und den Extremitäten eine schwarze Färbung auf. Der hintere Teil des Rückens und die Flanken sind weißlich gefärbt. Diese offensichtlich auffällige Färbung ist im Dschungel eine perfekte Unterbrechungstarnung. Die Spitze der Ohren sind ebenfalls weiß. Die Augen sind leicht oval.

Die Vorderfüße verfügen über vier Zehen, die jeweils in einen Huf enden. Die vierte Zehe ist unterentwickelt und reicht nicht bis zum Boden. Die Füße an den Hinterbeinen weisen drei Zehen auf. Bei Gefahr verharren Schabrackentapire regungslos auf der Stelle und verlassen sich auf ihre vorzügliche Tarung. Nur selten ergreifen sie die Flucht und rennen dabei alles über den Haufen, was sich in ihren Weg stellt.

Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie leben einzelgängerisch und dulden keine Artgenossen in ihrer Nähe. Sie kommunizieren mittels Pfeifftönen und Geruchsmarkierungen untereinander. Schabrackentapire leben meist in einem festen Gebiet und sind außerordentlich sesshaft. Sie sind sehr gute Schwimmer und können auch an Land hohe Geschwindigkeiten erreichen.

Verbreitung

Von den noch vier lebenden Tapirarten lebt das Schabrackentapir als einziges im asiatischen Raum. Die anderen drei Arten leben in Südamerika. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Myanmar, Thailand, Malaysia sowie den Inseln Sumatra und Malay Peninsula. Sie leben in tropischen und subtropischen Regenwäldern. Schabrackentapire leben dort sowohl im Tiefland als auch im Hochland. Sie sind immer in der Nähe von Gewässen anzutreffen.

Nahrung

Schabrackentapir
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Schabrackentapir

Wie alle Tapire, so sind auch Schabrackentapire reine Pflanzenfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern, Laub, jungen Trieben und Wasserpflanzen. Sie gehen erst mit Einbruch der Dämmerung oder nachts auf Nahrungssuche. Die Oberlippe und die Nase sind zu einem kleinen Rüssel umgewandelt. Er dient zum Erfassen und Abstreifen von Nahrung. In der Nähe menschlicher Siedlungen fallen sie nicht selten in Getreidefelder ein.

Fortpflanung

Schabrackentapire erreichen die Geschlechtsreife mit rund drei Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich meist über die Monate April und Mai. Nach einer Tragezeit von etwa 390 Tagen bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt. Das Jungtier weist ein Gewicht von bis zu zehn Kg auf und hat ein schwarzes Fell, das mit weißlichen Streifen und Punkten versehen ist. Sie bleiben für rund ein Jahr bei der Mutter. Schabrackentapire haben eine Lebenserwartung von gut 30 Jahren.

Gefährdung, Schutz

Schabrackentapire sind heute streng geschütz. Früher wurden sie als Fleischlieferant stark bejagt, ihr Fleisch landete vor allem auf den thailändischen Märkten. In der Roten Liste des IUCN wird der Schabrackentapir als "gefährdet" geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) stellt sie in Anhang I unter weltweitem Schutz. Heute gelten die Abholzung der Regenwälder und die starke Zunahme der Nutzviehhaltung zu den größten Bedrohungen. Zu seinen natürlichen Feinden gehört insbesondere der Tiger.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Tapire (Tapiridae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

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