Sandohrwurm

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Sandohrwurm
Bild:Copyright.jpg Aufnahme von Danilo Matzke (Entomologe)

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Ohrwürmer (Dermaptera)
Unterordnung: Eigentliche Ohrwürmer (Catadermaptera)
Überfamilie: Pygidicranoidea
Familie: Labiduridae
Unterfamilie: Labidurinae
Gattung: Labidura
Art: Sandohrwurm
Wissenschaftlicher Name
Labidura riparia
Pallas, 1773

Der Sandohrwurm (Labidura riparia) zählt innerhalb der Familie Labiduridae zur Gattung Labidura. Im Englischen wird der Sandohrwurm tawny earwig, giant earwig, striped earwig, riparian earwig oder common brown earwig genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Sandohrwurm ist mit einer Länge von bis zu 40 mm (Köper+Zange) die größte heimische Art. Fühler schnurrartig mit bis zu 30 Gliedern. Die lange nur schwach gekrümmte Zange des Männchens, besitzt in der Mitte einen kleinen Innenzahn sowie an der Basis des letzten Tergites. Beides kann bei schwach entwickelten Männchen (f. intermis) fehlen. Beim Weibchen ist die Zange gerade spitz zulaufend und der Innenrand gezähnt. Grundfarbe hell bis dunkelbraun, Beine und Seitenrand des Halsschildes, des Abdomes sowie des letzten Tergites gelblich. Größe der Flügel unterschiedlich ausgebildet, deshalb sind nur einzelne Exemplare flugfähig.

Verbreitung

Die Art ist weltweit verbreitet und vor allem in den Subtropen sehr häufig anzutreffen. Sein Ursprungsbiotop sind die sandigen Fluss- und Seeufer, aber er besiedelt auch Sand-, Kies- sowie Tongruben. Mit der zunehmenden Rohstoffgewinnung werden auch Tagebaue und Bergbaufolgelandschaften bevölkert. Als warmstenotherme Art bevorzugt er sehr warme Standorte mit guter Bodenfeuchte. Der Sandohrwurm lebt in und außerhalb der selbst gegrabenen Röhren, die er im feuchten Sandboden unter vielfältigen Utensilien anlegt. In Deutschland kommt er von Mai bis Anfang Oktober meist lokal begrenzt in zusagenden Biotopen vor, sein Verbreitungsgebiet reicht bis an die Nord- und Ostsee.

Ernährung

In erster Linie ernährt sich der Sandohrwurm räuberisch von allem was er mit seiner Zange überwältigen kann, aber auch tote Insekten (Insecta) werden angenommen.

Fortpflanzung

Die Paarung erfolgt im Sommer (Mai bis September), nach der Überwinterung legt das Weibchen etwa 60 bis 90 Eier in einer Brutkammer ab und pflegt sie. Mit der 2. Larvenhäutung verlassen die Larven das Nest und bauen eigene Röhren. Nach etwa hundert Tagen Larvenentwicklung mit jeweils 5 Häutungen sind die Tiere erwachsen. Sollte die Imaginalhäutung nicht bis spätestens Mitte September erfolgen überwintern sie als Larven. (L5)

Anhang

Literatur und Quellen

  • MATZKE, D. (1999): Zur Ohrwurm- und Schabenfauna in Leipzig und Umgebung –Veröff. Naturkundemus. Leipzig Heft 18.: 66-80
  • Weidner, H. (1941): Vorkommen und Lebensweise des Sandohrwurms Labidura riparia – Zool. Anz. 133(9/10): 185−202.

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