Saccopteryx leptura

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Saccopteryx leptura

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae)
Gattung: Sackflügelfledermäuse (Saccopteryx)
Art: Saccopteryx leptura
Wissenschaftlicher Name
Saccopteryx leptura
(Schreber, 1774)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Saccopteryx leptura zählt innerhalb der Familie der Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae) zur Gattung der Sackflügelfledermäuse (Saccopteryx). Im Englischen lautet der Name Lesser Sac-winged Bat. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach nicht bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Saccopteryx leptura ist eine kleine Art innerhalb der Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae). Markantes Merkmal sind 2 heller Streifen auf dem Rücken, die sich von den Schultern bis zum Körperende erstrecken. Diese Streifen sind jedoch auch bei sympatrischen Arten wie der Großen Sackflügelfledermaus (Saccopteryx bilineata), Saccopteryx canescens und der Nasenfledermaus (Rhynchonycteris naso) vorhanden. Von der Nasenfledermaus kann Saccopteryx leptura aufgrund von hellen Haaren an den Vorderarmen unterschieden werden. Von der Großen Sackflügelfledermaus kann die Art aufgrund der Größe und der Fellfärbung unterschieden werden. Die Große Sackflügelfledermaus ist ein wenig größer und schwärzlich gefärbt. Am deutlichsten ähnelt Saccopteryx leptura der verwandten Art Saccopteryx canescens. Marginale Unterschiede sind in der Fellfärbung zu erkennen (Yancey, Goetze & Jones, 1998).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Saccopteryx leptura erreicht je nach Geschlecht eine Gesamtlänge von 57,4 bis 59,91 mm, eine Schwanzlänge von 15,2 bis 16,1 mm, eine Ohrlänge von 13,6 bis 14,82 mm, eine Hinterfußlänge von 8,2 bis 8,45 mm, eine Vorderarmlänge von 37,57 bis 39,43 mm, eine Schädellänge von 13,1 bis 14,4 mm sowie ein Gewicht von 4,72 bis 5,74 g. Das dorsale Fell ist einheitlich braun gefärbt. 2 helle Streifen sind deutlich auf dem Rücken erkennbar. Das ventrale Fell ist insgesamt etwas blasser gefärbt. Der Schädel ist durch einen gut entwickelten postorbitalen Kamm gekennzeichnet. Der Humerus weist einen gut entwickelten Trachanter auf. Das Gebiss verfügt über 32 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c1/1, p2/2, m3/3 (Yancey, Goetze & Jones, 1998).

Lebensweise

Saccopteryx leptura lebt paarweise oder in kleinen Kolonien von 3 bis 10 Individuen. Eine Kolonie besiedelt je nach Lebensraumqualität ein Revier in einer Größe von 2,5 bis etwa 18 ha. Die verzehrte Biomasse liegt bei 14 bis 97 g/ha. Die Siedlungsdichte liegt je nach Vorkommen bei 0,1 bis 1,8 Individuen/ha (Yancey, Goetze & Jones, 1998).

Verbreitung und Lebensraum

Die Art kommt von zentralen Mittelamerika, über das nördliche Südamerika bis ins zentrale Amazonasbecken vor. Die Vorkommen erstrecken sich demnach über Belize, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guayana, Guatemala, Guyana, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama, Peru, Surinam, Trinidad und Tobago sowie über Venezuela. Saccopteryx leptura besiedelt den feuchtwarmen tropischen Regenwald oder ist auch entlang von bewaldeten Flüssen anzutreffen. Die Tiere leben meist in kleinen Gruppen (Yancey, Goetze & Jones, 1998).

Biozönose

Sympatrie, Konkurrenz

Eine sympatrische Beziehung besteht zur Großen Sackflügelfledermaus (Saccopteryx bilineata), Micronycteris megalotis, Micronycteris minuta, Micronycteris hirsuta, der Brillenblattnase (Carollia perspicillata), der Jamaica Fruchtfledermaus (Artibeus jamaicensis), Artibeus lituratus und Uroderma bilobatum (Yancey, Goetze & Jones, 1998).

Ernährung

Saccopteryx leptura ist ein reiner Insektenfresser. So werden hauptsächlich Käfer (Coleoptera), Schmetterlinge (Lepidoptera) und Zweiflügler (Diptera) verzehrt. Die meist einzelgängerisch geprägte Nahrungssuche beginnt kurz nach Sonnenuntergang. Beutetiere weisen eine Körperlänge von mehr als 2,6 mm auf(Yancey, Goetze & Jones, 1998).

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird im Alter von 18 Monaten erreicht. Saccopteryx leptura neigt zu einer monogamen Lebensweise. Die Fortpflanzungszeit von Saccopteryx leptura erstreckt sich in den meisten Regionen über die Regenzeit. Die Weibchen tragen ihren Nachwuchs in den ersten 10 bis 15 Tagen mit sich herum. Nach dieser Zeit ist der Nachwuchs flugfähig. Von der Muttermilch werden die Jungen nach etwa 10 Wochen abgesetzt (Yancey, Goetze & Jones, 1998).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Saccopteryx leptura gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten und wird daher in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Die Art ist im gesamten Verbreitungsgebiet noch häufig anzutreffen. In Zukunft kann sich die Vernichtung der natürlichen Lebensräume negativ auf die Population auswirken (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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