Saatgans

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Saatgans

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Gänse (Anserinae)
Gattung: Feldgänse (Anser)
Art: Saatgans
Wissenschaftlicher Name
Anser fabalis
Latham, 1787

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Saatgans (Anser fabalis) zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Feldgänse (Anser). Im Englischen wird die Art Bean Goose genannt (IUCN, 2014).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Saatgans erreicht eine Körperlänge von 66 bis 84 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 145 bis 170 Zentimeter sowie ein Gewicht von 2.500 bis 3.200 Gramm. Der Rücken weist eine schwarzbraune bis schwarze Grundfärbung auf. Die Federspitzen sind in diesem Bereich weißlich bis cremefarben gesäumt. Die Flügel sind gräulich gefärbt, der Hals, die Brust und die Bauchseite sind bräunlich gefärbt und leicht weißlich gezeichnet. Der Kopf ist dunkelbraun und endet in einem schwarzen Schnabel, der eine orangene Binde aufweist. Die Extremitäten zeigen eine orangene bis orangerote Färbung. Die Iris der Augen ist dunkelbraun gefärbt. Die Unterarten unterscheiden sich geringfügig in der Gefiederfärbung und in der Länge des Halses. Die Tundrasaatgans (Anser fabalis rossicus) hat einen relativ kurzen Hals und die Waldsaatgans (Anser fabalis fabalis) hat einen relativ langen Hals. Saatgänse sind sehr gesellige Vögel, die vor allem in den Winterquartieren in großen Schwärmen auftreten können.

Unterarten

Verbreitung

Die Brutgebiete der Saatgans liegen im nördlichen Europa und in Teilen des nördlichen Asiens. Die Bruthabitate liegen für gewöhnlich in Hochmooren oder an Seen und Teichen in der Tundra. Im Herbst ziehen Saatgänse nach Mittel- und Osteuropa zum Überwintern. Gelegentlich zieht es die Saatgänse auch bis in den Mittelmeerraum oder gar ins nördliche Afrika. Besonders zahlreich sind sie im Winter an der Nord- und Ostsee anzutreffen. Aber auch im Binnenland sind sie durchaus häufig vertreten. In der Regel treten Saatgänse nur in größeren Schwärmen auf. Dies gilt insbesondere für die Winterquartiere. Die östlichen Populationen überwintern zumeist in Südostasien, insbesondere in China.

Ernährung

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Saatgänse ernähren sich hauptsächlich von Wasser- und Landpflanzen. Dazu gehören insbesondere Gräser und Kräuter, Sämereien und Körner aller Art, aber auch Stauden, kleine Wurzeln, Klee und Löwenzahn und ähnliches. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere in der Regel an Land auf wassernahen Weiden und Wiesen oder im Flachwasserbereich ihres Gewässers.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird im zweiten Lebensjahr erreicht. Saatgänse sind sehr partnertreu, die sich nur bei Verlust des Partners neu verpaaren. Die Brutgebiete liegen zumeist in Hochmooren oder in der offenen Tundra an Seen und Tümpeln. Die Paarungszeit beginnt im zeitigen Frühjahr, meist im März oder im April. Die eigentliche Kopulation dauert nur wenige Sekunden und findet grundsätzlich im Wasser statt. Die Eiablage erfolgt meist Ende Mai oder Anfang Juni.

Die Nester sind einfache Erdmulden, die mit weichen Dunen und Pflanzenteilen ausgepolstert werden und an geschützter Stelle meist unter Sträuchern oder an ähnlich geschützten Stellen sich in Wassernähe befinden. Die Weibchen legen in ihre Nester zwischen vier und sechs Eier. Nach 26 bis 30 Tagen schlüpfen die Küken, deren Aufzucht etwa 45 bis 50 Tage dauert. Zu diesem Zeitpunkt haben sie auch ihre Flugfähigkeit erlangt. In der Regel bleiben die Jungtiere bis zur nächsten Brut bei ihren Eltern, danach gründen sie eigene Familien. Das Männchen sorgt nur für den Schutz der Familie, an der eigentlichen Jungenaufzucht beteiligt es sich nicht. Saatgänse können unter günstigen Umständen bis zu 20 Jahre alt werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt allerdings nur bei 10 Jahren.

Ökologie

In den Winterquartieren ist die Saatgans häufig auf landwirtschaftlichen Flächen anzutreffen und macht sich hier über das Saatgut her. Dies ist den Landwirten natürlich ein Dorn im Auge und bejagen die Tiere in einigen Regionen sehr stark. Vereinzelte Tiere wären kein Problem, aber die Saatgans tritt in der Regel in riesigen Schwärmen auf und kann durchaus großen Schaden auf Äckern anrichten.

Gefährdung und Schutz

Die Saatgans gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten, jedoch leiden die meisten Populationen unter dem stetigen Verlust der natürlichen Lebensräume und der starken Bejagung. Am schlechtesten steht es aufgrund der genannten Gründe um die Unterart der Dickschnabel-Saatgans (Anser fabalis serrirostris). In der Roten Liste der IUCN wird die Saatgans als nicht gefährdet geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1, Januar 2003. ISBN 3831004307
  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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