Südtiroler Hornotter

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Europäische Hornotter
Ein Sonderexemplar der Südtiroler Hornotter ohne Schuppenhorn auf der Nasenspitze

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Vipern (Viperidae)
Gattung: Echte Ottern (Vipera)
Art: Europäische Hornotter (Vipera ammodytes)
Unterart: Südtiroler Hornotter
Wissenschaftlicher Name
Vipera ammodytes ruffoi
Bruno, 1968

Die Südtiroler Hornotter (Vipera ammodytes ruffoi), auch Südtiroler Sandotter genannt, ist eine Unterart der Europäischen Hornotter (Vipera ammodytes) und zählt innerhalb der Familie der Vipern (Viperidae) zur Gattung der Echten Ottern (Vipera).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Mit rund 70 bis 90 cm Länge ist sie eine der größten Unterarten der Europäischen Hornotter. Diese bodenlebende Schlange verfügt über einen kräftigen und massigen Körper, der eine gräuliche Färbung aufweist. Über den gesamten Rücken erstreckt sich ein dunkelgrau abgesetztes Zickzack- bzw. Wellenband. Männchen werden deutlich größer als Weibchen. Die Schuppen sind überwiegend stark gekielt, der dreieckige Kopf und der Schwanz setzen sich deutlich vom Körper ab. Die Bauchseite ist heller und leicht gesprenkelt.

vergrößern

Die Pupillen dieser Schlange sind senkrecht geschlitzt. Markantes Merkmal ist das auf der Nasenspitze plazierte Horn, das schräg nach vorne absteht. Als tagaktiver bis dämmerungsaktiver Jäger geht die Südtiroler Hornotter spät nachmittags oder in den frühen Abendstunden auf die Jagd. Sie beißt ihre Beute und injiziert ihr mittels ihrer Röhrengiftzähne ein hoch wirksames Hämatoxin. Für Menschen ist dieses Gift zwar nicht tödlich, aber es ist dennoch Vorsicht angesagt. Ein Biss kann starke Schmerzen und Ödeme an der Bißstelle verursachen. Bei Kindern und älteren sowie geschwächten Menschen ist eine Serumbehandlung unerlässlich. Je nach Verbreitungsgebiet verbringt sie vier bis fünf Monate eine Winterruhe.

Verbreitung

Die Südtiroler Hornotter ist in weiten Teilen des südlichen Österreich und in Südtirol zu finden. Sie bevorzugen trockene Gebiete wie Geröllfelder, bewachsene Berghänge und Waldränder. Sie halten sich oft unter Büschen und ähnlichen schutzbietenden Plätzen auf. Die Schlange kann häufig beim Sonnenbaden beobachtet werden.

Nahrung

vergrößern

In der Regel erbeutet die Südtiroler Hornotter Kleinsäuger, hier und da werden aber auch Reptilien und Jungvögel mit einem Giftbiss getötet und gefressen. Bei Kontakt mit Menschen reagiert sie nicht aggressiv und zieht die Flucht vor.

Fortpflanzung

Die Paarung findet nach der Winterruhe und der ersten Häutung statt. Dies geschieht in der Regel ab Februar. Die Südtiroler Hornotter ist ovovivipar, d.h. sie ist ei-lebendgebärdend. Nach einer Trächtigkeit von drei bis vier Monaten kommen zehn bis fünfzehn Jungtiere zur Welt, die eine Länge von 15 bis 20 cm Länge aufweisen. Unmittelbar nach der Geburt häuten sie sich zum ersten Mal. Die Jungschlangen ernähren sich überwiegend von Insekten und kleineren Eidechsen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Mark O'Shea, Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen, Franckh-Kosmos Verlag, 2006 - ISBN 3440106195
  • Ludwig Trutnau, Schlangen im Terrarium, in 2 Bdn., Bd.2, Giftschlangen,
    Verlag: Ulmer (Eugen); Auflage: 4., Aufl. (1998) - ISBN 3800173719
  • W. P. Mara, Das Große Buch der Giftschlangen, Verlag: Bede (Februar 2002) - ISBN 3927997536
  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
'Persönliche Werkzeuge