Südlicher Ohrwurm

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Version vom 18:17, 17. Jun 2015

Südlicher Ohrwurm
Bild:Copyright.jpg Aufnahme von Danilo Matzke (Entomologe)

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Ohrwürmer (Dermaptera)
Unterordnung: Eigentliche Ohrwürmer (Catadermaptera)
Überfamilie: Pygidicranoidea
Familie: Carcinophoridae
Unterfamilie: Carcinophorinae
Gattung: Euborellia
Art: Südlicher Ohrwurm
Wissenschaftlicher Name
Euborellia annulipes
(Lucas, 1847)

Der Südliche Ohrwurm (Euborellia annulipes) zählt innerhalb der Familie Carcinophoridae zur Gattung Euborellia. Im Englischen wird der Südliche Ohrwurm auch Ring-legged Earwig genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Einige Synonyme zu dieser Art: Anisolabis annulipes (Lucas, 1847), Anisolabis aporonoma Borelli, 1910, Forficesila annulipes Lucas, 1847.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Südliche Ohrwurm hat eine Länge von 11-17mm (Köper + Zange), wobei die Weibchen auch etwas größer werden können. Die Grundfärbung ist glänzend braun bis schwarzbraun. Fühler schnurförmig, 16-gliedrig, braun, vor dem Fühlerende mit zwei hellen Gliedern; Seitenränder des Pronotums aufgebogen. Flügel und Flügeldecken fehlen. Beine lichtgelb, Schenkel in der Mitte und Schienen am proximalen Ende mit braunem Band (deshalb trägt er auch in mancher Literatur den Namen „geringelter bzw. gebänderter Ohrwurm“). 3. und 4. Abdominaltergit seitlich mit kleiner Falte. Zange beim Männchen meist mit leicht eingebogenem rechtem Zangenarm. Beim Weibchen sind wie bei den meisten Ohrwurmarten die Zangenarme gerade und spitz zulaufend.

Verbreitung

Kosmopolit, tropisch und subtropisch, auch auf den Kanarischen Inseln, wo er in Höhen von bis 1000 m vorkommt. Der Südliche Ohrwurm (Euborellia annulipes) wurde in den 1930er Jahren nach Deutschland wahrscheinlich mit Früchten aus dem tropischen Süden eingeschleppt. Er war von zwei Schuttplätzen bekannt: 1952 in Kiel sowie von 1930 bis etwa 1988 in Leipzig. E. annulipes ist einer der wenigen Ohrwurmarten die es geschafft haben, für längere Zeit bei uns bodenständig zu werden. Nach Einstellung der Arbeiten auf dem Müllberg Leipzig-Möckern-II erkaltete der Berg und wurde immer mehr mit Vegetation bedeckt, so dass sich die Bedingungen für den Südlichen Ohrwurm ständig verschlechterten und einheimische Ohrwurmarten nun dominierten. Seit etwa 1998 gab es aus Deutschland keine Nachweise mehr. Da der Südliche Ohrwurm jedoch recht oft mit Pflanzenmaterial verschleppt wird, kommt er synanthrop in Gewächshäusern von Botanischen Gärten und Zoos vor und wird so auch in Deutschland wieder nachgewiesen.

Ernährung

Ohrwürmer sind im Allgemeinen Allesfresser, jedoch haben sich im Laufe der Entwicklung einige Arten mehr auf vegetarische oder tierische Nahrung spezialisiert. Der Südliche Ohrwurm ist eher ein Fleischfresser und wurde in weiten Teilen Brasiliens als Prädator für bestimmte Schädlinge an Zuckerrohr und Baumwolle ausgemacht.

Fortpflanzung

Weibchen mit Gelege
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Weibchen mit Gelege

Bei Untersuchungen im Labor wurde festgestellt, dass der Südliche Ohrwurm bis zu 3 Generationen im Jahr haben kann. Dieses könnte auch in der freien Natur der Fall sein, denn meist findet man Imagines und Larven in unterschiedlichen Stadien nebeneinander. Nach der Paarung legen die Weibchen etwa 22–74 weißliche Eier und fertigen ein Gelege in einer Brutkammer. Die Embryonalentwicklung kann je nach Umgebungstemperatur 6–15 Tage dauern. Die Larven werden dann wie bei den meisten Ohrwürmern üblich vom Muttertier betreut. Sie durchlaufen in der Regel 5 Häutungen bis zum Imago, aber es gibt auch Berichte von 6 und 7 Häutungen. Nachdem die Larven das Nest verlassen haben, bringen die Weibchen insbesondere in tropischen Regionen noch weitere Gelege hervor.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Harz, K. 1960: Geradflügleroder Orthopteren (Blattodea, Mantodea, Saltatoria, Dermaptera). – In: F. Dahl, Die Tierwelt Deutschlands, Bd. 46. – G. Fischer Verlag, Jena, 232 S.
  • Matzke, D. 2011: Fauna der Ohrwürmer (Dermaptera) und Schaben (Blattoptera) Sachsens. – In: B. Klausnitzer & R. Reinhardt, Beiträge zur Insektenfauna Sachsens, Bd. 9. – Mitteilungen Sächsischer Entomologen, Suppl. 9 : 9–81.
  • Albouy, V. & C. Caussanel 1990: Faune de France: Dermaptères ou Perce-Oreilles. – Paris, 245 pp.

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