Südlicher Gelbschnabeltoko

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Südlicher Gelbschnabeltoko
Männchen vorne und Weibchen hinten stehend

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Hornvögel (Bucerotiformes)
Familie: Nashornvögel (Bucerotidae)
Gattung: Tokos (Tockus)
Art: Südlicher Gelbschnabeltoko
Wissenschaftlicher Name
Tockus leucomelas
Lichtenstein, 1842

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Südliche Gelbschnabeltoko (Tockus leucomelas) gehört innerhalb der Familie der Nashornvögel (Bucerotidae) zur Gattung der Tokos (Tockus). Im Englischen wird der Südliche Gelbschnabeltoko Southern Yellow-billed Hornbill genannt. Dieser Taxon wird bei einigen Autoren als Unterart vom Östlichen Gelbschnabeltoko (Tockus flavirostris) betrachtet.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Südliche Gelbschnabeltoko ist ein mittelgroßer Vogel und erreicht eine Körperlänge zwischen 48 und 60 Zentimeter. Zwischen den Geschlechtern besteht kaum ein nennenswerter Dimorphismus, allerdings besitzt das Weibchen im Gegensatz zum Männchen einen kürzeren Schnabel. Markantes Merkmal bei dieser Art ist der lange orange-gelbe Schnabel. Die Gesichtshaut um seine Augen und die Haut im Bereich der Wangen und des Schnabelansatzes sind rosa bis rötlich gefärbt, während bei dem Östlichen Gelbschnabeltoko (Tockus flavirostris) die Gesichtshaut im Bereich der Augen schwarz getönt ist. Beim Männchen des Südlichen Gelbschnabeltoko ist die Haut im Bereich des Schnabelansatzes etwas ausgeprägter als beim Weibchen. Die Unterseite bei dem Südlichen Gelbschnabeltoko weist eine weißliche Färbung auf. Ferner ist der Hals von einer grauen Färbung und der schwarz getönte Rücken ist mit zahlreichen weißen Flecken und Streifen versehen. Die Kopfseiten sind weißlich getönt und vom Schnabel bis zum Nacken erstreckt sich über den Kopf ein brauner Streifen. Des Weiteren sind die Flügel von einer braunschwarzen Färbung und sind ebenfalls mit weißen Flecken besetzt. Der Schwanz weist wiederum eine schwarzbraune Färbung auf. Die Mehrzahl der Hornvögel besitzen einen hohlen Helm auf dem Kopf, der aber bei dem Südlichen Gelbschnabeltoko gänzlich fehlt. Die Augen, die mit langen Wimpern ausgestattet sind, haben eine kräftige orange-gelbe Färbung. Die Extremitäten sind schwärzlich geschönt und enden in vier Zehen, von denen drei nach vorne und eine Zehe nach hinten zeigt. Jede Zehe endet in eine kräftige schwarze Kralle. Die Jungvögel erscheinen in ihrem jugendlichen Gefiederkleid etwas glanzloser und weisen einen kürzeren und geraderen Schnabel auf als die Altvögel.

Südlicher Gelbschnabeltoko
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Südlicher Gelbschnabeltoko

Lebensweise

Der Südliche Gelbschnabeltoko lebt paarweise, in kleinen Familienverbänden oder außerhalb der Paarungszeit in geselligen Gruppen von 10 bis 20 Individuen. Als tagaktiver Vogel verbringt der Südliche Gelbschnabeltoko seine Nachtruhe in sogenannten Schlafbäumen. Hier halten sich in der Regel immer größere Gruppen auf. Der Südliche Gelbschnabeltoko gilt trotz der kurzen Flügel als gute Flieger, sein Flug wirkt auffallend wellenförmig. Auf den Waldboden ist er nur selten zu beobachten, das Leben spielt sich hauptsächlich in den Bäumen ab. Hier erfolgt auch die Nahrungssuche und -aufnahme.

Unterarten

Verbreitung

Zu den Verbreitungsgebieten des Südlichen Gelbschnakeltoko mit seinen Unterarten zählen unter anderem Afrika: Continental Africa. Westafrika: Angola. Ostafrika: Sambia, Mosambik, Malawi. Südliches Afrika: Namibia, Botsuana, Simbabwe. Südafrika: Western Cape [selten/gelegentlich], Northern Cape, Kgalagadi, Kwazulu-Natal, Gauteng, Transvaal (ehemalige Provinz), Limpopo Province, Marakele National Park, Mapungubwe Nationalpark und Umgebung, Kruger National Park, Nordwest-Provinz, Mpumalanga, Free State und Swasiland.

Südlicher Gelbschnabeltoko
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Südlicher Gelbschnabeltoko

Laut der Roten Liste der IUCN halten sich der Südliche Gelbschnabeltoko und die Unterarten in folgenden Habitaten auf: Subtropische und tropische regenarme Wälder, regenarme Savannen, subtropisches und tropisches regenarmes Grünland, Feuchtgebiete (Inland) wie Flüsse, Bäche und schmale Buchten mit Wasserfällen.

Ernährung

Der Südliche Gelbschnabeltoko ernährt sich als Allesfresser hauptsächlich von Insekten (Insecta) wie Käfer (Coleoptera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Termiten (Isoptera) sowie Spinnentiere (Arachnida). Selbst die Eier und Küken anderer Vögel (Aves) sowie kleine Nagetiere (Rodentia) und Reptilien (Reptilia) und auch Aas werden nicht verschmäht, insbesondere Nagetiere (Rodentia). Gelegentlich nimmt er auch Samen und Früchte zu sich. Pflanzliche Kost macht jedoch nur einen kleinen Teil der Nahrung aus. Im Schnitt beträgt der Anteil pflanzlicher Nahrung weniger als 20 Prozent. Die Nahrungssuche erfolgt fast ausschließlich im Geäst der Bäume und Sträucher, eher selten auf dem Boden.

Fortpflanzung

Der Südliche Gelbschnabeltoko erreicht die Geschlechtsreife frühestens mit einem Jahr, meist jedoch erst nach zwei oder gar drei Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich je nach Verbreitungsgebiet zu höchst unterschiedlichen Zeiten. Im westlichen und östlichen Afrika von Januar bis April, im südlichen Afrika von August bis in den November oder Dezember hinein. Er errichtet sein Nest in einem natürlichen Hohlraum wie zum Beispiel in einem Baum, meist in großer Höhe. Das Weibchen wird innerhalb für eine Dauer von zwei oder drei Monaten während der Inkubation in dieser Bruthöhle eingemauert. Das Männchen ernährt das Weibchen durch einen engen Spalt. Das Weibchen versiegelt selbst den Eingang des Nestes mit Schlamm, mit ihrem eigenen Kot und mit Nahrungsresten. Sie legt nur für die Nahrungszufuhr einen engen vertikalen Spalt an. Das Weibchen legt zwischen drei und vier weißlich gefärbte Eier. Die Inkubation dauert etwa 24 bis 25 Tage und wird ausschließlich durch das Weibchen gewährleistet. Haben die Jungvögel ein Alter von knapp vier Wochen erreicht, öffnet das Weibchen den schmalen Spalt. Die Bruthöhle wird danach wieder verschlossen. Die Jungvögel bleiben etwa einen Monat oder zwei Monate in der Bruthöhle und werden von dem Männchen und von dem Weibchen reichlich mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta) versorgt. Wenn die Jungvögel die Bruthöhle verlassen haben, bleiben sie noch einige Zeit im Familienverband.

Gefährdung und Schutz

Der Südliche Gelbschnabeltoko gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich über mehr als 1.800.000 Quadratkilometer. Der Südliche Gelbschnabeltoko ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen (del Hoyo et al., 2001). Genaue Bestandszahlen lassen sich jedoch nicht ermitteln. In der Roten Liste der IUCN wird der Südliche Gelbschnabeltoko als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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