Südamerikanischer Seebär

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Südamerikanischer Seebär

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Cynoidea)
Familie: Ohrenrobben (Otariidae)
Gattung: Südliche Seebären (Arctocephalus)
Art: Südamerikanischer Seebär
Wissenschaftlicher Name
Arctocephalus australis
Zimmermann, 1783

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Südamerikanische Seebär (Arctocephalus australis) gehört innerhalb der Familie der Ohrenrobben (Otariidae) zur Gattung der Südlichen Seebären (Arctocephalus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Südamerikanische Seebär weist in Gestalt und Größe einen deutlichen Geschlechtsdismorphismus auf. Männchen erreichen eine Körperlänge von 170 bis 190 Zentimeter und ein Gewicht von 150 bis 200 Kilogramm. Weibchen bleiben mit einer Länge von bis zu 140 Zentimeter und einem Gewicht von 30 bis 60 Kilogramm deutlich kleiner und leichter. Die Weibchen haben ein durchweg hellbraunes Fell, die Männchen sind dunkelgrau bis fast schwarz gefärbt. Zudem verfügen die Männchen über eine imposante Halsmähne. Südamerikanische Seebären leben in kleinen Kolonien von 15 bis 20 Tieren. Die Gruppen weisen eine ausgefeilte Sozialstruktur auf, in der dominante Bullen das Sagen haben. Während der Paarungszeit scharen die Bullen mehrere Weibchen in einem Harem um sich. Die Territorien werden vom Männchen erbittert verteidigt. Dabei kommt es or allem zwischen gleich starken Männchen zu heftigen Kämpfen, die auch blutig enden können. Zu den natürlichen Feinden zählen insbesondere der Weiße Hai (Carcharodon carcharias), der Orca (Orcinus orca) und Südamerikanische Seelöwen (Otaria byronia). Die Südamerikanischen Seebären sind zwar nicht direkt gefährdet, aber vor allem durch die Verschmutzung der Meere und die Massenabschlachtungen sind die Bestände heute gefährdet. In der Roten Liste des IUCN wird der Südamerikanische Seebär als gering gefährdet geführt.

Unterarten

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Südamerikanischen Seebären erstreckt sich vom südlichen Peru, etwa ab der Halbinsel Paracas, südwärts bis zum Kap Horn auf der pazifischen Seite, nordwärts auf der atlantischen Seite von Argentinien und Uruguay bis in den Süden Brasiliens. Die Unterart Arctocephalus australis australis lebt auf den Falkland Inseln und seit kurzem auch auf Südgeorgien und den südlichen Sandvich Inseln. Südamerikanische Seebären bevorzugen felsige Ufer und Inseln. Die Küsten können dabei durchaus sehr steil und unzugänglich sein. Höhlen und Nischen am Ufer werden als Sonnenschutz genutzt.

Nahrung

Die Hauptnahrung bilden Fische wie Sardellen, Sardinen und Makrelen. Darüber hinaus fressen sie aber auch verschiedenste Kopffüßer, Krebstiere, Muscheln und Schnecken. Ihre durchschnittliche Tauchlänge beträgt nur drei bis fünf Minuten. Dabei bewegen sie sich in Tiefen von bis zu 30 Meter. Messungen mit Satellitten haben ergeben, daß sie durchaus auch sieben Minuten und Tauchtiefen von über 150 Metern Tiefe erreichen können.

Fortpflanzung

Die Weibchen der Südamerikanischen Seebären erreichen die Geschlechtsreife mit rund drei Jahren, Männchen erst sehr viel später mit etwa sieben Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich im Süden Südamerikas über die Monate Oktober bis Dezember. Während der Paarungszeit versuchen dominierende Männchen ein Harem mit Weibchen um sich zu scharen. Dabei kommt es unter den großen Männchen häufig zu erbitterten Gefechten. Nach der eigentlichen Paarung verzögert sich die Entwicklung des Embryos für runf vier Monate. Daraus ergibt sich dann eine Gesamttragezeit von etwa 340 bis 350 Tagen.

Es wird lediglich ein Jungtier geboren. Es weist ein Gewicht von drei bis fünf Kilogramm. Die Körperlänge beträgt je nach Geschlecht des Neugeborenen zwischen 58 und 65 Zentimeter. Das Fell ist anfangs durchweg schwarz gefärbt. Nach der Geburt bleibt die Mutter die ersten zehn Tage beim Jungtier. Erst danach geht sie erstmals auf Nahrungssuche. In der Regel ist sie bis zu vier Tagen auf Nahrungssuche und bleibt danach für ein bis zwei Tage bei ihrem Jungtier. Die Jungtiere leben während der Abwesenheit ihrer Mütter in kleinen Kolonien aus Jungtieren. Die Säugezeit richtet sich sehr stark an dem Nahrungsangebot aus. Sie kann zwischen sieben Monaten und zwei Jahren betragen. Die Lebenserwartung der Weibchen in Freiheit liegt bei 25 bis 30 Jahren, die Männchen erreichen lediglich ein Alter von 15 bis 20 Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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