Rubinfleckwaldsänger

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Rubinfleckwaldsänger

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Infraklasse: Neoaves
Parvklasse: Passerae
Überordnung: Passerimorphae
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Parvordnung: Passerida
Überfamilie: Passeroidea
Familie: Finken (Fringillidae)
Unterfamilie: Ammern (Emberizinae)
Tribus: Parulini
Gattung: Vermivora
Art: Rubinfleckwaldsänger
Wissenschaftlicher Name
Vermivora ruficapilla
Wilson, 1811

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Rubinfleckwaldsänger (Vermivora ruficapilla) zählt innerhalb der Familie der Finken (Fringillidae) zur Gattung der Vermivora. Die englische Bezeichnung des Rubinfleckwaldsängers lautet Nashville Warbler.

Der Rubinfleckwaldsänger kann mit dem Orangefleckwaldsänger (Vermivora celata), dem Brauenwaldsänger (Vermivora peregrina), dem Virginiawaldsänger (Vermivora virginiae) sowie dem Augenringwaldsänger (Oporornis agilis) verwechselt werden. Der Augenringwaldsänger ist jedoch ein wenig größer und weist eine gräuliche Haube auf. Vom Orangefleckwaldsänger und Brauenwaldsänger setzt sich der Rubinfleckwaldsänger durch den deutlich sichtbaren weißlichen Augenring ab. Beim Virginiawaldsänger zeigen sich im Bereich der Brust und des Bauches keine gelblichen Gefiederteile, das Bauchgefieder weist zudem eine gräuliche statt grünliche Färbung auf.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Rubinfleckwaldsänger erreicht eine Körperlänge von 10 bis 12 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 17 bis 20 Zentimeter sowie ein Gewicht von 10 bis 12 Gramm. Der Kopf ist gräulich, der Rücken und die Flügel sind blaugrau bis olivgrün gefärbt. Der Kehlbereich, die Brust und die Bauchseite weisen eine hellgelbe Färbung auf. Rund um die Augen zeigt sich ein markanter weißlicher Augenring. Auf dem Oberkopf kann ein rötlicher Fleck vorhanden sein. Die Färbung des Gefieders variiert zwischen den westlichen und östlichen Populationen. Die Population im Westen Nordamerikas sind etwas lebhafter gefärbt. Die Augen und die Extremitäten weisen eine dunkelgraue bis fast schwarze Färbung auf. Juvenile Vögel ähneln im wesentlichen den Erwachsenen, jedoch ist ihre Kehle etwas heller, fast weiß gefärbt.

Lebensweise

Rubinfleckwaldsänger gehören zu den tagaktiven Singvögeln. Vor allem während der Paarungszeit ertönt ihr kräftig wirkender Gesang, der von beiden Geschlechtern vorgetragen wird. Der Gesang erfolgt in der Regel von einer Ansitzwarte aus, die sich in der Regel auf Ästen in niedriger Höhe befindet. Außerhalb der Paarungszeit bilden Rubinfleckwaldsänger kleinere, gesellige Trupps, die sich jedoch zur Brutzeit auflösen. Die Trupps können dabei durchaus aus verschiedenen Waldsängerarten bestehen. Zur Brutzeit sind Rubinfleckwaldsänger sehr territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen. Kurz nach der Brutzeit schließen sich Rubinfleckwaldsänger wieder zu kleineren Gruppen oder Schwärmen zusammen und ziehen in die Winterquartiere, die in der Regel in Mexiko liegen. Der Zug erfolgt hauptsächlich in der Nacht. Rubinfleckwaldsänger halten sich sehr viel am Boden auf, hier gehen sie auch auf Nahrungssuche und ziehen ihre Brut groß. Laub wird bei der Nahrungssuche meist mit dem Schwanz beiseite geschoben, um an potentielle Beute zu kommen. Die Kommunikation untereinander erfolgt über den Gesang und die Lautäußerungen. Alle Sinne sind bis auf den Geruchssinn hoch entwickelt. Die Orientierung erfolgt hauptsächlich über den Hör- und Sehsinn.

Unterarten

Verbreitung

Die Brutgebiete des Rubinfleckwaldsängers liegen im zentralen und östlichen Teil Kanadas sowie den nordöstlichen Teilen der USA. Eine weitete Population brütet vom südwestlichen Alberta und dem Süden von British Columbia bis hinunter nach Kalifornien. Weite Teile der USA dienen zudem während der Migration. Hier halten sich Vögel weitflächig auf den Wanderungen in die Winterquartiere auf. Die Winterquartiere liegen in Mexiko, Guatemala und im südlichen Kalifornien. Rubinfleckwaldsänger bewohnen bevorzugt lichte Laubwälder der Ebene und der Mittelgebirge. Halboffene Flächen werden nur besiedelt, wenn dichtes Unterholz oder Strauchwerk vorhanden ist.

Ernährung

Rubinfleckwaldsänger ernähren sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven sowie von kleinen Spinnentieren. Dies trifft vor allem auf die Paarungszeit zu. Im Herbst werden aber auch reife Früchte und Beeren, gelegentlich auch Sämereien gefressen. Auch Nektar steht weit oben auf der Speisekarte. Dazu stechen Rubinfleckwaldsänger eine Blüte unterhalb an und nehmen den Nektar auf. Auf Nahrungssuche geht der Rubinfleckwaldsänger sowohl am Boden als auch im Geäst von Büschen und niedrigen Bäumen. Hier bewegt er sich gewandt und grazil von Ast zu Ast. Die Nahrungssuche erfolgt ausschließlich am Tage.

Fortpflanzung

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Der Rubinfleckwaldsänger erreicht die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungs- und Brutzeit erstreckt sich im nördlichen Nordamerika von Mai bis Juli. Dabei kommt es in der Regel zu einem, selten auch zu zwei Gelegen in einer Saison. Zu zwei Gelegen kommt es allenfalls in südlich gelegenen Brutgebieten. Während der Paarungszeit ist der Rubinfleckwaldsänger ausgesprochen territorial. Vor allem das Männchen sorgt im Revier für Ordnung und vertreibt alle Eindringlinge. Die Geschlechter führen dabei eine monogame Einehe, die meist nur eine Saison hält. Die Nester entstehen in niedriger Höhe in oder unter Sträuchern. Den Nistplatz sucht alleine das Weibchen aus. Sie errichtet auch das Nest im wesentlichen alleine. Das Nest weist eine napfartige Form auf und wird meist in niedriger Höhe in Astgabeln oder auf dem Boden errichtet. Es besteht im wesentlichen aus Gräsern, Tierhaaren, kleinen Wurzeln und deren weichen Pflanzenteilen. In das fertige Nest legt das Weibchen zwischen drei und fünf, selten auch bis sechs weißliche Eier, die bräunliche Sprenkel aufweisen. Die Brutdauer erstreckt sich über einen Zeitraum von 11 bis 13 Tagen. Das Bebrüten der Eier erfolgt ausschließlich durch das Weibchen. Während dieser Zeit wird das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt. Um die Versorgung der Küken mit Nahrung kümmern sich beide Elternteile. Die Flugfähigkeit wird bereits mit gut 10 Tagen erreicht, selbständig sind die Jungvögel jedoch erst Ende der Dritten oder in der vierten Lebenswoche. Die Lebenserwartung der Rubinfleckwaldsänger liegt unter günstigen Umständen bei rund sechs bis sieben Jahren.

Gefährdung und Schutz

Rubinfleckwaldsänger gehören heute noch nicht zu den gefährdeten Vogelarten. Jedoch schreitet in weiten Teilen seiner Verbreitungsgebiete die Vernichtung seiner natürlichen Lebensräume in großen Schritten voran. Vor allem in nordöstlichen Regionen sind Rückgänge der Populationen zu verzeichnen. Auch der Befall durch Ekto- und Endoparasiten setzt die Art lokal stark zu. In der Nähe landwirtschaftlicher Flächen nehmen Rubinfleckwaldsänger über die Nahrung Pestizide und andere Pflanzenschutzgifte wie DDT auf. Der Schwund in den Populationen durch Fleischfresser fällt hingegen kaum ins Gewicht. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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