Rotschwanzbussard

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Rotschwanzbussard

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Bussardartige (Buteoninae)
Gattung: Bussarde (Buteo)
Art: Rotschwanzbussard
Wissenschaftlicher Name
Buteo jamaicensis
Gmelin, 1788

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Rotschwanzbussard (Buteo jamaicensis) gehört innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Bussarde (Buteo).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Je nach Unterart erreicht der Rotschwanzbussard eine Körperlänge von 48 bis 65 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 110 bis 125 Zentimeter sowie ein Gewicht von 700 bis 1.300 Gramm. Wie bei allen Greifvögeln wird das Weibchen rund 25 Prozent größer und schwerer als das Männchen. Das Obergefieder ist überwiegend braun bis dunkelbraun. Die Bauchseite ist dabei mit hellbraun deutlich heller. Ein dunkles Band trennt Brust- und Bauchbereich optisch voneinander. Der Schwanz weist eine rötliche Färbung auf. Diese Färbung war für die Art namensgebend. Die Beine und die Klauen sind gelblich gefärbt. Der Schnabel ist grau bis dunkelgrau. Die Wachshaut im Gesicht, die am Schnabelansatz beginnt, ist gelblich gefärbt. Viel Unterarten sind heute vom Aussterben bedroht oder stehen kurz davor. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als gefährdet geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere in Anhang II unter weltweitem Schutz.

Unterarten

Verbreitung

Der Rotschwanzbussard ist in weiten Teilen Nord- und Mittelamerikas verbreitet. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis in den polaren Regionen der USA und Kanada. Im Süden wird Mexiko, Mittelamerika und weite Teile der karibischen Inselwelt besiedelt. Die nördlichen Populationen ziehen im Winter in südliche Gebiete, um der strengen Kälte der polaren Winter zu entgehen. Ansonsten sind sie eher Standvögel. Der Lebensraum der Rotschwanzbussarde ist so vielfältig wie das Verbreitungsgebiet. Sie bewohnen neben Wüsten, Savannen und Steppen auch tropische Sekundärwälder und Grasland. Auch landwirtschaftliche Flächen, große Parks und Gärten werden gerne besiedelt. Dichter Urwald wird hingegen strikt gemieden.

Nahrung

Der Rotschwanzbussard ist ein reiner Ansitzjäger. Die Hauptnahrungsquelle besteht dabei aus Nagetieren wie Kaninchen, Mäuse und Ratten. Ist ein Beutetier erspäht, so fliegen sie es im langsamen Sinkflug an und greifen dann blitzschnell zu. Darüber hinaus werden aber auch Reptilien und Vögel erjagt.

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Fortpflanzung

Der Rotschwanzbussard erreicht die Geschlechtsreife mit rund drei Jahren. Die Paarungszeit beginnt in seinen natürlichen Verbreitungsgebieten für gewöhnlich im zeitigen Frühjahr. Rotschwanzbussarde leben in monogamer Einehe. Diese Ehe hält meist über mehrere Jahre, wenn nicht sogar bis zum Lebensende. Das eigentliche Brutrevier ist mit rund drei Quadratkilometer relativ klein. Während der Balz kommt es zu bis zu zehnminütigen und filigranen Balzflügen, die sich durch kreisende Rundflüge auszeichnen und an deren Ende die eigentliche Kopulation steht. Die eigentliche Kopulation dauert meist nur wenige Sekunden. Ihren Horst bauen die Rotschwanzbussarde in mittlere Höhen in Bäume. Die Horste werden von beiden Altvögeln aus Ästen, Reisig und Rinde gebaut.

Das Weibchen legt zwischen zwei und fünf Eier, die von beiden Elternvögeln über einen Zeitraum von rund 30 Tagen ausgebrütet werden. Die Jungvögel werden vom Weibchen in den ersten drei oder vier Tagen gehudert. Mit 42 bis 46 Tagen sind die Jungvögel flugfähig, werden aber weiter von den Eltern mit Nahrung versorgt. Mit etwa acht bis zehn Wochen sind sie dann entgültig selbständig. In Freiheit erreichen Rotschwanzbussarde meist nur ein Alter von bis zu 20 Jahren, in Gefangenschaft haben sie eine Lebenserwartung von durchaus 30 Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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