Rotkopf-Skink

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Rotkopf-Skink

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Überfamilie: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Skinke (Scincidae)
Gattung: Eumeces
Art: Rotkopf-Skink
Wissenschaftlicher Name
Eumeces obsoletus
Baird & Girard, 1852

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Rotkopf-Skink (Eumeces obsoletus) zählt innerhalb der Familie der Skinke (Scincidae) zur Gattung Eumeces. Im Englischen wird dieser Skink Great Plains Skink genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach nicht bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Rotkopf-Skink erreicht eine Gesamtlänge von 30 bis 35 Zentimeter. Der Körper ist insgesamt sehr schlank und läuft in einem sehr lagen Schwanz aus, der annähern zwei Drittel der Gesamtlänge ausmacht. Der Kopf ist länglich und setzt sich nur wenig vom Körper ab. Dorsal zeigt sich eine gräuliche oder gelblichbraune bis olivgrüne oder olivbraune Grundfärbung. Die Färbung kann je nach Verbreitungsgebiet stark schwanken. Dunkle Bänder ziehen sich in gleichmäßigen Längslinien vom Nacken bis zum Schwanzende. Der Oberkopf weist im wesentlichen keine oder nur schwach ausgeprägte Muster auf. Die Beschuppung ist insgesamt sehr glatt, eine Kielung ist nicht zu erkennen. Die lateralen Schuppenreifen verlaufen stellenweise leicht diagonal zu den dorsalen Schuppenreihen. Ventral ist das Schuppenkleid einfarbig cremefarben bis leicht gelblich gefärbt. Die Augen liegen weit vorne am Kopf. Die kurzen Extremitäten enden in langen Zehen, die mit kleinen Krallen bewehrt sind. Der Rotkopf-Skink ist zur Autotomie fähig. Das heißt er kann bei Gefahr seinen Schwanz im Bereich einer Sollbruchstelle abwerfen. Der Schwanz wächst nach, weist jedoch nicht mehr die Längsmuster auf.

Lebensweise

Rotkopf-Skinke führen eine zurückgezogene Lebensweise und sind daher nur selten offen zu beobachten. In der kalten Jahreszeit halten die Tiere eine mehrmonatige Winterruhe, die sich je nach Verbreitungsgebiet von September bis in den April hinein erstrecken kann. Während dieser Zeit halten sie sich in natürlichen Höhlungen auf. Das können Felshöhlen, unterhöhlte Steine oder natürliche Hohlräume unter morschem Holz sein. Rotkopf-Skinke sind tagaktiv. In den Morgenstunden sonnen sie sich auf Felsen oder Baumstämmen, um so auf "Betriebstemperatur" zu kommen. Rotkopf-Skinke gehören zu den poikilothermen (wechselwarmen) Tieren. Sie können ihre Körpertemperatur nicht selbständig halten. Im Gegensatz zu den homoiothermen (gleichwarmen) Tieren weisen Rotkopf-Skinke also keine konstante Körpertemperatur auf. Im Sommer verlagern Rotkopf-Skinke ihre aktive Zeit auf die frühen Morgen- und Abendstunden, um so der warmen Mittagszeit zu entgehen.

Verbreitung

Der Rotkopf-Skink ist in Nordamerika insbesondere in den zentralen und südwestlichen US-Bundesstaaten und im nördlichen Mexiko weit verbreitet. In den USA werden die US-Bundesstaaten Idaho, Wyoming, Nebraska, Kalifornien, Nevada, Iowa, Utah, Colorado, Kansas, Oklahoma, Arizona, New Mexico und Texas besiedelt. Die natürlichen Lebensräume erstrecken sich über die ariden und halbariden offenen Prärien und Grasländer. Trotz der trockenen Lebensräume ist der Rotkopf-Skink meist in der Nähe eines Gewässers anzutreffen. Auch Hügelland und felsige Regionen werden durchaus häufig bewohnt.

Ernährung

Rotkopf-Skinke sind reine Fleischfresser. Sie ernähren sich im wesentlichen von Insekten (Insecta) und deren Larven und Raupen, kleinen Gliederfüßern (Arthropoda), Spinnentieren (Arachnida) und ähnlichem. Im einzelnen nehmen sie als Nahrung unter anderem Käfer (Coleoptera), Grillen (Gryllus), Schnecken (Gastropoda) und Regenwürmer (Lumbricidae) zu sich. Hartschalige Beutetiere werden zwischen den kräftigen Kiefern zerdrückt und werden im ganzen verschlungen.

Fortpflanzung

Der Rotkopf-Skink erreicht die Geschlechtsreife etwa mit zwei bis drei Jahren. Die Paarungszeit beginnt nach der Winterruhe. Dies ist in den meisten Verbreitungsgebieten ab März der Fall. Die Eiablage erfolgt zumeist einen Monat nach der Kopulation. Ein durchschnittliches Gelege besteht aus 15 Eiern. Je nach Alter und Ernährungszustand eines Weibchens kann die Gelegegröße zwischen 5 und 30 Eier liegen. Beliebte Eiablageplätze sind unter anderem geschützte Stellen unter Totholz, unter Steinen oder an ähnlichen Stellen. Während der nächsten sechs bis acht Wochen wacht das Weibchen über das Gelege. Dabei legt das Weibchen ihren Körper um die Eier und verteidigt diese gegenüber Angreifern. Dies ist in der Klasse der Reptilien nicht selbstverständlich und eher selten. Je nach Umgebungstemperatur erstreckt sich die Inkubationszeit über 50 bis 60 Tage. Kurz nach dem Schlupf endet jedoch die Brutpflege und die Jungtiere, die eine Länge von gut sechs bis sieben Zentimeter aufweisen, sind auf sich alleine gestellt. Der vordere Teil des Körpers ist schwarz gefärbt, im Bereich der Schnauze zeigen sich kleine gelbe bis gelblich-orangene Punkte. Der Schwanz ist leuchtend blau gefärbt. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen bei etwa sechs Jahren.

Gefährdung und Schutz

In den meisten Verbreitungsgebieten gilt der Rotkopf-Skink als nicht gefährdet und kommt recht häufig vor. Dennoch ist er nur selten zu beobachten, da er eine zurückgezogene Lebensweise führt. Im US-Bundesstaat Iowa ist die Art gefährdet und steht unter besonderem Schutz. In der Roten Liste der IUCN wird der Rotkopf-Skink wie die meisten Reptilien nicht geführt.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Skinke (Scincidae)

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge