Rothund

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Rothund

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Hunde (Canini)
Gattung: Cuon
Art: Rothund
Wissenschaftlicher Name
Cuon alpinus
Pallas, 1811

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Rothund (Cuon alpinus), der auch Asiatischer Wildhund genannt wird, gehört innerhalb der Familie Hunde (Canidae) zum Tribus der Echten Hunde (Canini).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Rothund erreicht eine Körperlänge von gut 100 cm, ein Stockmaß von 45 cm sowie ein Gewicht von 15 bis 25 Kg. Der buschige Schwanz misst etwa 45 cm. Das Fell weist eine überwiegend rotbraune bis rostbraune Färbung auf. Läufe, Bauchseite, Kehlbereich sowie die Innenseite der Ohren sind weißlich. Die Beine sind relativ kurz. Daher sind sie zwar keine ausgesprochen schnellen Jäger, aber besonders ausdauernde. Der Rothund ist ein Rudeltier. Erlebt in Gruppen von fünf bis 20 Tieren. Selten treten auch größere Gruppen in Erscheinung. Ein Rudel wird von einem Alpha-Pärchen angeführt, die auch das alleinige Recht auf Paarung hat. Rothund beanspruchen ein Revier in einer Größe von einigen km². In den meisten Verbreitungsgebieten steht der Rothund mittlerweile kurz vor der Ausrottung. Der IUCN führt diese Art als bedroht. Als Hauptgründe sind die Zerstörung ihrer Lebensräume sowie die Übertragung von Krankheiten, die von wilden Haushunden ausgegangen sind, zu nennen.

Verbreitung

Der Rothund findet seine Verbreitung in weiten Teilen Zentral- und Südostasiens. Er lebt im Altai-Gebirge, dem mittelasiatisches Hochgebirge im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland. Weitere Populationen sind in der Mongolei, in China sowie in Indien und Indonesien zu finden. Er meidet offene Gelände und hält sich in Wäldern bzw. in seinen südlichen Verbreitungsgebieten im tropischen Regenwald auf.

Nahrung

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Der Rothund ist ein reiner Hetzjäger, der im Rudel Jagd auf größere Säugetiere macht. Dabei wird die Meute (meist vier bis sechs Tiere) in der Regel vom Alpha-Männchen angeführt. Sie sind nicht sehr schnell, aber sehr ausdauernd, wenn es darum geht ein Beutetier bis zur Erschöpfung zu hetzen. Neben Hirschen, Rehen, ziegenartigen Tieren aller Art und Wildschweinen reissen sie hier und da aber auch kleine Tiere in der Größe eines Nagetieres. Weit oben auf der Speisekarte stehen dabei Axishirsch (Axis axis). Aufgebessert wird ihr Speiseplan durch Früchte, die ihnen auch zu schmecken scheinen. Ein adulter Rothund benötigt rund 2 Kilogramm Fleisch am Tag. Beim Aufteilen der Beute geht es ruhig zu, jedes Rudelmitglied bekommt einen Anteil an der Beute. Jungtiere werden gegen Ende der Säugezeit zusätzlich mit hochgewürgter Nahrung gefüttert.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit etwa 18 Monaten erreicht. Innerhalb eines Rudels kann sich nur das Alpha-Pärchen fortpflanzen. Nach einer Tragezeit von etwa 60 bis 65 Tagen bringt das Weibchen 6 bis 9 Welpen zur Welt, die ein Geburtsgewicht von etwa 300 bis 400 Gramm aufweisen. Die Geburt erfolgt in einem Erdbau oder an ähnlich geschützter Stelle. Bei der Aufzucht ist das gesamte Rudel behilflich. Rothunde haben eine Lebenserwartung von rund 20 Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hunde (Canidae)
  • Die Ordnung der Raubtiere (Carnivora)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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