Roter Schlanklori

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Roter Schlanklori

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenaffen (Strepsirhini)
Familie: Loris (Loridae)
Gattung: Schlankloris (Loris)
Art: Roter Schlanklori
Wissenschaftlicher Name
Loris tardigradus
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Endangered (EN) - IUCN

Der Rote Schlanklori (Loris tardigradus) zählt innerhalb der Familie der Loris (Loridae) zur Gattung der Schlankloris (Loris).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Rote Schlanklori erreicht eine Körperlänge von 18 bis 25 Zentimeter sowie ein Gewicht von 100 bis 300 Gramm. Das Fell weist eine rötliche bis rotbraune Färbung auf. Die Extremitäten sind ausgesprochen dünn und wirken zerbrechlich. Besonderes Merkmal ist die Putzkralle, die sich an den Füssen der Hinterbeine befindet. Charakteristisch sind die sehr großen Augen, die nach vorne gerichtet sind. Auch die Ohren sind ausgesprochen groß. Der Rote Schlanklori ist ein typischer Einzelgänger, der selten paarweise anzutreffen ist. Gegenüber Artgenossen verhält er sich besonders aggressiv. Nicht selten führen die Rivalenkämpfe zu schweren Verletzungen oder gar zum Tode. Tagsüber ruhen Schlankloris. Dabei halten sie sich meist in Baumhöhlen auf oder hängen kopfüber an Ästen. Zu den natürichen Hauptfeinden zählen baumbewohnende Schlangen, Greifvögel wie große Eulen und kleinere Raubkatzen. Die Tiere sind aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommens weltweit geschützt. In der Roten Liste des IUCN werden sie als verletzbare (vulnerable) Art geführt. Von 1950 bis heute wurden auf Sri Lanka rund 50 Prozent der tropischen Regenwälder vernichtet.

Unterarten

Verbreitung

Der Rote Schlanklori ist auf Sri Lanka edemisch. Hier bewohnt er sowohl im Tiefland den tropischen Regenwald als auch den Hochlandwald in mittleren Gebirgslagen. Die Tiere halten sich ausschließlich in den Kronen der Bäume auf.

Nahrung

Der Rote Schlanklori ernährt sich hauptsächlich von tierischer Nahrung. Dazu gehören unter anderem Insekten (Insecta) und deren Larven, kleine Reptilien (Reptilia) und Eier von Vögeln (Aves). Hier und da nehmen sie auch Blätter, junge Triebe und reife Früchte zu sich. Auf Nahrungssuche gehen Rote Schlankloris ausschließlich in der Nacht.

Fortpflanzung

Der Rote Schlanklori erreicht die Geschlechtsreife je nach Geschlecht nach zehn bis achtzehn Monaten. Männchen brauchen dabei deutlich länger. Die Paarungszeit erstreckt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von April bis Mai und Oktober bis November. Die Weibchen sind in diesen Zeiten jeweils für eine Woche empfängnisbereit. Nach einer Tragezeit von 165 bis 169 Tagen bringt das Weibchen an geschützter Stelle, meist in einer Baumhöhle, ein bis zwei Jungtiere zur Welt. Sie haben ein Geburtsgewicht von ledig 15 bis 20 Gramm. Die Jungtiere werden nach durchschnittlich sieben Monaten entwöhnt. In Gefangenschaft beträgt die Lebenserwartung rund 15 Jahre. In Freiheit erreicht der Rote Schlanklori selten ein Alter von zehn Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Loris (Loridae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

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