Rotbauchmaki

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Rotbauchmaki

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenaffen (Strepsirhini)
Familie: Lemuren (Lemuridae)
Gattung: Braune Makis (Eulemur)
Art: Rotbauchmaki
Wissenschaftlicher Name
Eulemur rubriventer
Saint-Hilaire, 1850

IUCN-Status
Vulnerable (VU) - IUCN

Der Rotbauchmaki (Eulemur rubriventer), oft auch Rotbauch-Lemur genannt, gehört innerhalb der Familie der Lemuren (Lemuridae) zur Gattung der Braunen Makis (Eulemur).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Rotbauchmaki erreicht eine durchschnittliche Größe von 42 bis 48 cm, eine Schwanzlänge von etwa 45 cm sowie ein Gewicht von 2.000 bis 2.200 Gramm. Das Fell beider Geschlechter ist rostbraun bis braun gefärbt. Der Bauch der Männchen ist rötlich, der der Weibchen und Jungtiere weißlich bis cremefarben. Der Schwanz weist eine schwarzbraune Färbung auf. Rund um die Augen sowie seitlich des Nasenrückens sind die Tiere weißlich gefärbt. Nasenrücken und Schnauzenspitze sind schwärzlich. Die Ohren sind klein und rundlich. Die tagaktiven Regendwaldbewohner leben in kleinen Familiengruppen von vier bis fünf Tieren. Die Gruppe wird vom Weibchen angeführt. Rotbauchmakis sind territorial und besetzen ein Revier in einer Größe von bis zu 20 Hektar. Ihr Revier wird durch Urin markiert. Ihren Körper, vor allem ihre Hände reiben sie mit Urin ein, um überall ihre Geruchsspuren zu hinterlassen. Zu den natürlichen Hauptfeinden gehört die Fossa, größere Schlangen wie Boas und größere Greifvögel.

Bedrohung, Schutz

Rotbauchmakis gehören zu den stark bedrohten Lemuren-Arten, die in der Roten Liste des IUCN als solche geführt werden. Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) stellt sie in Anhang I unter weltweitem Schutz. Die Madegassische Regierung hat ein totales Ausfuhrverbot für diese Art verhängt. Die Rotbauchmakis sind begehrte Tiere in der medizinischen Forschung als Labortiere für diverse fragwürdige Tests. Auch die einheimische madegassische Bevölkerung stellt ihnen zwecks Verzehr sehr stark nach. Die Bestände werden auf wenige zehntausend Tiere geschätzt.

Verbreitung

Sie sind reine Regenwaldbewohner, die den primären Regenwald im Osten Madagaskars bewohnen. Am Boden sieht man sie sehr selten. Rotbauchmakis halten sich in mittlerer Höhe bis in die Wipfel der Bäume auf.

Nahrung

Rotbauchmakis ernähren sich fast ausschließlich pflanzlich. Neben Früchten, Blätter, Blüten und Pilzen fressen sie eher selten auch Gliederfüsser wie Tausenfüsser, die bei Giftigkeit vorher von den Rotbauchmakis entgiftet werden.

Fortpflanzung

Der Rotbauchmaki erreicht die Geschlechtsreife mit 18 bis 24 Monaten, wobei der Trend eher zu 24 Monaten geht. Die Paarungszeit erstreckt sich über die Monate Mai bis Juni. Nach einer Tragezeit von 125 bis 130 Tagen bringt das Weibchen ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere weisen ein Geburtsgewicht von 50 bis 70 Gramm auf und werden in den ersten Wochen am Bauch der Mutter getragen. Sie werden lediglich fünf Wochen gesäugt. Die Jungtiere verfügen anfangs alle über einen weißlichen Bauch, erst mit Erreichen der Geschlechtsreife färbt sich der Bauch der Männchen rötlich. Sind die Jungtiere einige Wochen alt, so werden sie auch vom Vater oder den Geschwistern betreut. Oft reiten die Jungtiere auf dem Rücken anderer Mitglieder der Gruppe. In Freiheit erreichen Rotbauchmakis ein Alter von 20 bis 25 Jahren, in Gefangenschaft auch bis zu 26 Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Lemuren (Lemuridae)

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X
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