Rotbauch-Schwimmnatter

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Rotbauch-Schwimmnatter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Natricinae
Gattung: Amerikanische Schwimmnattern (Nerodia)
Art: Rotbauch-Schwimmnatter
Wissenschaftlicher Name
Nerodia erythrogaster
Forster, 1771

Die Rotbauch-Schwimmnatter (Nerodia erythrogaster) zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Amerikanischen Schwimmnattern (Nerodia).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Rotbauch-Schwimmnatter ist eine mittelgroße Natter, die eine Länge von 70 bis 125 Zentimeter erreicht. Rekordlängen von bis zu 155 Zentimeter sind möglich und bereits dokumentiert. Männchen bleiben deutlich kleiner als Weibchen. Das Schuppenkleid weist je nach Unterart eine einheitlich graubraune, graugrüne, rotbraune oder dunkelbraune Grundfärbung auf. Namensgebend ist die orangerote bis gelblich orangene Färbung des Bauches. Die Schuppen sind insgesamt deutlich gekielt. Der Kopf weist eine leicht dreieckige Form auf und setzt sich deutlich vom Hals ab. Die Augen liegen weit vorne, seitlich am Kopf. Die Pupillen weisen eine runde Form auf.

Lebensweise

Rotbauch-Schwimmnattern sind relativ sozial ausgerichtete Schlangen. Man sieht sie an sonnigen Plätzen zusammen beim Sonnenbaden. Ansonsten gehen sich die Tiere in der Regel aus dem Weg. Sie sind hauptsächlich am Tag aktiv, meiden im Hochsommer allerdings die Mittagszeit. Im Sommer können sie durchaus auch in der Nacht aktiv sein. Während der kalten Jahreszeit halten Rotbauch-Schwimmnattern eine mehrmonatige Winterruhe. Dazu ziehen sie sich zumeist in Erdbauten von Nagetieren zurück. Rotbauch-Schwimmnattern sind ungiftig und für den Menschen völlig ungefährlich. Jedoch können sie bei Bedrohung durchaus kräftig zubeißen. Der Geruchssinn der Rotbauch-Schwimmnatter ist hoch entwickelt. Über die gegabelte Zunge nehmen sie selbst geringste Gerüche auf und leiten sie zum Gehirn. Beutetiere werden über den Geruchssinn lokalisiert.

Unterarten

Verbreitung

Die Rotbauch-Schwimmnatter ist im Südosten der USA beheimatet. Im Nordosten reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Delaware, im Nordwesten bis nach Illinois. Im Südwesten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet vom westlichen Texas bis nach Florida. Die Rotbauch-Schwimmnatter ist sowohl in der Ebene als auch in Höhenlagen der Appalachen anzutreffen. Die Lebensräume sind durch die unmittelbare Nähe zu einem Gewässer gekennzeichnet. Man findet die Rotbauch-Schwimmnatter in waldreichen Habitaten an Flüssen, Seen, Teichen, Mangroven und in wasserreichen Sumpfgebieten. Auf Nahrungssuche gehen sie sowohl im Wasser als auch an Land.

Ernährung

Die Rotbauch-Schwimmnatter ernährt sich von Fischen, Amphibien wie Frösche und Salamander, Insekten, Gliederfüßern und Krebstieren. Auch Insektenlarven und Kaulquappen werden keineswegs verschmäht. Die Hauptnahrung sind in jedem Fall Fische und Frösche. Hier fressen sie überwiegend kranke und schwache Fische und gelten somit als Reinigungskraft in ihrem Ökosystem.

Fortpflanzung

Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit drei Jahren, Männchen hingegen schon mit gut zwei Jahren. Rotbauch-Schwimmnattern gehören zu den lebend gebärenden Schlangen. Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterruhe, dies ist in den meisten Verbreitungsgebieten zwischen April und Juni der Fall. Pro Saison kommt es zu einem Wurf. Nach einer Tragezeit von 110 bis 150 Tagen bringt das Weibchen durchschnittlich 10 bis 30 Jungtiere zur Welt. Ältere Weibchen bringen in der Regel eine höhere Anzahl an Jungtieren zur Welt. Die Jungschlangen weisen eine Geburtslänge von 22 bis 29 Zentimeter auf und sind unmittelbar nach dem Schlupf auf sich alleine gestellt. Die Rotbauch-Schwimmnatter kann je nach Unterart ein Alter von bis zu 10 bis 15 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Die Rotbauch-Schwimmnatter gilt heute in den meisten Verbreitungsgebieten im Südosten der USA als bedroht, streckenweise sogar als stark bedroht. Die Populationen sind in weiten Teilen ihrer Verbreitungsgebiete zum Teil dramatisch gesunken. Die Hauptgefährdungsgründe sind dabei die Trockenlegung von Sumpfgebieten und die allgemeine Vernichtung der natürlichen Lebensräume. Vor allem in Florida hat die Trockenlegung von natürlichen Lebensräumen dramatische Dimensionen erreicht. Lokal wird die Rotbauch-Schwimmnatter stark bejagt, was ebenfalls ein Rückgang der Populationen zur Folge hat.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475
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