Rostbürzel-Lerchensänger

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Rostbürzel-Lerchensänger

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Grasmückenartige (Sylviidae)
Unterfamilie: Megalurinae
Gattung: Cincloramphus
Art: Rostbürzel-Lerchensänger
Wissenschaftlicher Name
Cincloramphus mathewsi
Iredale, 1911

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Rostbürzel-Lerchensänger (Cincloramphus mathewsi) zählt innerhalb der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae) zur Gattung Cincloramphus. Im Englischen wird der Rostbürzel-Lerchensänger Rufous Songlark genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Rostbürzel-Lerchensänger erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 16 bis 19 Zentimeter sowie ein Gewicht von 25 bis 33 Gramm. Weibchen bleiben sowohl kleiner als auch leichter als Männchen. Der Rostbürzel-Lerchensänger ist ausgesprochen unscheinbar gefärbt. Sein graubraunes Gefieder stellt eine Anpassung an den Lebensraum auf dem Boden dar. Eine auffällige Färbung wäre hier nicht sinnvoll, da zahlreiche Räuber den Vögeln und den Eiern nachstellen. Eine ähnliche Färbung weisen im übrigen die meisten Bodenbrüter auf. Der Bürzel des Rostbürzel-Lerchensängers weist eine leicht rötliche Färbung auf. Dieses Merkmal war für die Art namensgebend. Der Kehlbereich ist weißlich gefärbt, ventral ist das Gefieder überwiegend cremefarben bis weißlich. Oberhalb der Augen zeigt sich ein markanter weißer Überaugenstreif. Die Extremitäten weisen eine bräunliche Färbung auf. Die Füße enden wie bei allen Singvögeln in vier Zehen, wovon eine Zehe nach hinten und drei Zehen nach vorne zeigen. Der Schnabel ist schwarz gefärbt.

Verbreitung

Rostbürzel-Lerchensänger sind ausschließlich in Australien verbreitet. Hier sind sie insbesondere in New South Wales, Northern Territory, Queensland, South Australia, Victoria, Western Australia und auf Tasmanien anzutreffen. Die größten Populationen sind in New South Wales und in Queensland zu verzeichnen. In den anderen Landesteilen sind sie eher seltener anzutreffen. Offene Fläche wie Wiesen, Weiden, die Ränder lichter Wälder und landwirtschaftliche Flächen gehören zu den natürlichen Lebensräumen. In den südlichen Regionen Australiens gilt der Rostbürzel-Lerchensänger als Zugvogel, der den Winter im nördlichen Australien verbringt.

Ernährung

Rostbürzel-Lerchensänger ernähren sich fast ausschließlich von Insekten (Insecta), deren Larven, Spinnentieren (Arachnida) sowie anderen kleinen Gliederfüßern (Arthropoda). Die Nahrungssuche erfolgt auf dem Boden inmitten dichter Vegetation. Eher selten werden Insekten auch vom Blattwerk von Bäumen und Büschen aufgelesen.

Fortpflanzung

Wie alle Grasmücken, so erreicht auch der Rostbürzel-Lerchensänger die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungszeit erstreckt sich in Australien von August bis in den Januar oder Februar hinein. Während dieser Zeit kann es durchaus zu zwei bis drei Gelegen kommen. Rostbürzel-Lerchensänger leben monogam, führen in der Regel aber nur eine Saisonehe. Der Rostbürzel-Lerchensänger ist ein Bodenbrüter und legt sein flachmuldiges Bodennest geschützt im dichten Gras oder ähnlicher Vegetation an. Innen wird das Nest mit feinerem Material wie kleine Gräser, kleine Wurzeln, Haare, Wolle und Federn ausgekleidet. Das Nest wird ausschließlich vom Weibchen errichtet. In das fertige Nest legt das Weibchen drei bis fünf Eier, die eine cremefarbene Färbung aufweisen und mit zahlreichen braunen Flecken und Sprenkelungen versehen sind. Das Weibchen wärmt die Eier etwa 11 bis 12 Tage lang. Vom Männchen wird sie dabei nicht unterstützt. Nach dem Schlupf werden die Küken von den Eltern reichlich mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta) versorgt. Die Nestlingszeit erstreckt sich über kaum zwei Wochen. Unter günstigen Umständen liegt die Lebenserwartung bei vier bis fünf Jahren.

Gefährdung und Schutz

Das Verbreitungsgebiet der Rostbürzel-Lerchensänger erstreckt sich in Australien über einige Millionen Quadratkilometer. In diesem sehr großen Verbreitungsgebiet ist die Art fast überall mehr oder weniger häufig anzutreffen. Die Gesamtbestände wurden jedoch bislang nicht quantifiziert. Unter dem Raubbau an der Natur, insbesondere die Abholzung von Wäldern, hatte bisher keine großen Auswirkungen auf die Populationen, da die Art hauptsächlich offene Areale wie landwirtschaftliche Flächen bewohnt. Insgesamt sind die Bestände jedoch sinkend. Der Grund dürfte in der Ausbringung von Pestiziden und anderen Insektenvernichtungsmitteln zu suchen sein.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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