Regenbogenspint

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Regenbogenspint

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes)
Unterordnung: Alcedini
Familie: Bienenfresser (Meropidae)
Gattung: Bienenfresser (Merops)
Art: Regenbogenspint
Wissenschaftlicher Name
Merops ornatus
Latham, 1801

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Regenbogenspint (Merops ornatus) gehört innerhalb der Familie der Bienenfresser (Meropidae) zur Gattung der Bienenfresser (Merops). Im Englischen wird der Regenbogenspint Rainbow Bee-eater genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. In Australien ist der Regenbogenspint die einzige vorkommende Art aus der Familie der Bienenfresser (Meropidae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der mittelgroße Regenbogenspint erreicht eine Gesamtlänge von 22 bis 25 Zentimeter sowie ein Gewicht von rund 30 Gramm. In der Gesamtlänge ist der Schwanz enthalten, der eine Länge von 2 bis 6 Zentimeter aufweist. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Auch ihr Schwanz ist deutlich kürzer. Er erreicht beim Weibchen allenfalls 1 bis 2 Zentimeter. In der Gefiederfärbung weisen die Geschlechter keinen nennenswerten Dimorphismus auf. Der Hinterkopf ist kastanienbraun gefärbt, der Scheitel weist eine grünliche bis bläuliche Färbung auf. Markantes Merkmal ist eine schwarze Augenbinde, die vom Schnabelansatz bis in den Nacken reicht. Unterhalb des schwarzen Streifens befindet sich ein kleinere, der weißlich bis hellblau gefärbt ist. Im Bereich der unteren Kehle befindet sich ein breites schwarzes Band, dass unterhalb von einem hellblauen Band abgeschlossen ist. Die Kopfseiten, der Kehlbereich und die Bauchseite sind gelblich bis gelblichweiß gefärbt, wobei die Färbung der unteren Bauchseite deutlich heller wird. Der obere Teil des Rückens ist hellgrün gefärbt, die untere Seite des Rückens geht in ein Hellblau über. Die Flügel sind hellgrün bis hellblau gefärbt. Nur undeutlich zeigen sich im Bereich der Flügel einige kastanienbraune Bereiche. Der Schwanz ist überwiegend schwarz gefärbt und weist eine bläuliche Säumung auf. Der lange und leicht nach unten gebogene Schnabel ist schwarz gefärbt. Er ist ausgesprochen schlank geformt und wie geschaffen für die Jagd nach Insekten. Die Extremitäten und die Füße sind ebenfalls schwarz gefärbt. Juvenile Vögel ähneln im Grunde den Erwachsenen, jedoch ist ihr Gefieder insgesamt stumpfer gefärbt.

Lebensweise

Regenbogenspint im Flug
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Regenbogenspint im Flug

Außerhalb der Paarungszeit trifft man Regenbogenspinte paarweise oder in kleinen losen Gruppen an. Während der Migration können sich jedoch auch Gruppen mit einigen Hundert Vögeln zusammenfinden. Der Regenbogenspint ist auch während der Paarungszeit ein durchaus geselliger Vogel. Regenbogenspinte brüten in losen Kolonien. Mit Vorsicht kann man den Regenbogenspint in der Brutkolonie beobachten. Die Nacht verbringen die Regenbogenspinte gemeinsam in großen Bäumen. Je nach Verbreitungsgebiet gehören Regenbogenspinte zu den Zugvögeln. Dieses trifft beispielsweise auf das südliche Australien zu. Mit Beendigung der Brutzeit ziehen sie in nördliche Regionen und verbleiben dort bis zum Ende des Winters. Der Zug erfolgt meist Ende April, im August oder September erfolgt der Rückflug in die Brutgebiete. Die Winterquartiere liegen im nördlichen Australien, in Neuguinea oder in Indonesien. Die nördlichen Populationen sind meist sesshaft, eher selten kommt es zu kleineren Wanderungen.

Verbreitung

Der Regenbogenspint ist in Australien, Indonesien, auf den Großen und Kleinen Sunda-Inseln, Sumatra, Java, Sulawesi, auf den Sangihe-Inseln, dem Bismarck-Archipel, auf Palau, Bali, Vanuatu, Mikronesien, auf den Salomonen, in weiten Teilen Ozeaniens sowie in Irian Jaya und Papua-Neuguinea weit verbreitet. Eine kleine Population soll in Japan leben. Hie gilt er jedoch nur als Vagabund. Die Brutgebiete liegen im Wesentlichen im südlichen Teil Südostasiens sowie in weiten Teilen Australiens. In Australien wird sowohl das Festland als auch zahlreiche Inseln besiedelt. Tasmanien gehört jedoch nicht dazu. Zu den natürlichen Lebensräumen gehören beispielsweise lichte Wälder, deren Ränder sowie halboffene Lebensräume, die ausreichend Schutz und Nistmöglichkeiten bieten. In der Nähe des Menschen trifft man Regenbogenspinte auch auf landwirtschaftlichen Flächen, auf Wiesen und Weiden und in Gärten sowie größeren Parks an. In der Regel befindet sich immer ein Gewässer, gleich welcher Art, im Lebensraum der Regenbogenspinte. Dieses kann ein Fluss, ein See oder Teich oder auch eine Kiesgrube sein. Auch der Bereich der Küste wird häufig besiedelt. Hier finden Regenbogenspinte in den Dünen zahlreiche Nistmöglichkeiten. Im Norden Australiens sind die Vögel auch in den Mangrovensümpfen anzutreffen. Insgesamt werden aride und halbaride Lebensräume bevorzugt. In Südostasien und im nördlichen Australien werden auch tropische Regenwälder und deren Ränder besiedelt.

Prädatoren

Vor allem die Eier und die Nestlinge sind das begehrte Ziel verschiedenster Nesträuber. Zu den häufigsten Nesträubern gehören Rotfüchse (Vulpes vulpes), Dingos (Canis lupus dingo) und verwildete Haushunde. Aber auch Agakröten (Bufo marinus), Gelbfußbeutelmäuse (Antechinus flavipes), Warane (Varanus) und verschiedene Schlangen (Serpentes) stellen den Eiern und Jungvögeln nach. Adulte Regenbogenspinte stehen auf der Speisekarte von Habichtsadlern (Hieraaetus fasciatus).

Ernährung

Der Regenbogenspint ernährt sich fast ausschließlich von mittelgroßen bis großen Geflügelten Insekten, hauptsächlich von Hautflüglern (Hymenoptera). Zu einem kleinen Teil werden auch Regenwürmer (Lumbricidae), Spinnentiere (Arachnida) und Kaulquappen gefressen. Zu bevorzugten Nahrung zählen unter anderem Bienen (Apiformes), Wespen (Vespoidea), Hummeln (Bombus) sowie Hornissen (Vespa crabro). Der Speiseplan wird durch Käfer (Coleoptera), Schmetterlinge (Lepidoptera), Ameisen (Formicoidea), Libellen (Odonata), Fliegen (Brachycera), Wanzen (Heteroptera) sowie Geradflügler (Orthoptera) wie Heuschrecken und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) ergänzt.

Beutetiere werden in der Regel im Flug erbeutet. Eher selten werden Insekten auch von Blättern oder vom Boden aufgelesen. Die Jagd erfolgt wie bei allen Bienenfressern von einer Ansitzwarte aus. Insekten und ähnliches werden über den gut entwickelten Sehsinn lokalisiert. Ein kurzer und gezielter Flug führt in der Regel zum Ziel und ein Insekt ist erbeutet. Ist ein Insekt erbeutet, so wird es zur Ansitzwarte getragen und erst dort verspeist. Eher selten werden Beutetiere an Ort und Stelle gefressen. Beutetiere werden nach dem Fang meist in der Mitte des Körpers gefasst und einige Male kräftig mit dem Kopf auf Zweige geschlagen. Bei giftigen Beutetieren kommt im Anschluss daran die Entgiftung des Stachelapparates. Die Schnabelspitze greift rasch zum Hinterleibsende und reibt dieses mehrmals kräftig gegen eine feste Unterlage. Durch den Druck des Schnabels wird das Gift aus dem Hinterleib der Beute herausgepresst und anschließend abgewischt. Kaulquappen werden durch Flüge knapp über die Wasseroberfläche erbeutet. Dabei taucht der Regenbogenspint seinen Schnabel in das Wasser um eine Kaulquappe zu erbeuten.

Fortpflanzung

Der Regenbogenspint erreicht die Geschlechtsreife wahrscheinlich gegen Ende des ersten Lebensjahres. Regenbogenspinte brüten meist in kleineren und losen Kolonien. Nicht selten helfen die Nichtbrüter der letzten Brut bei der Aufzucht des Nachwuchses. Regenbogenspinte leben in jedem Fall in einer monogamen Einehe. Die Paarungszeit und die Brutsaison finden in den Monaten von August bis in den Januar hinein statt. Während dieser Zeit kommt es nur zu einer Jahresbrut. Das Nest ist eine über ein Meter lange Erdröhre. In der Regel wird das Nest in Steilhängen und Abbruchkanten im weichen Material gegraben und daher meist an Flussufern, Wegböschungen oder in Steinbrüchen, Kies- und Sandgruben errichtet. Die Errichtung der Röhre erfolgt durch beide Geschlechter gleichermaßen. Sind Helfer vorhanden, so helfen auch sie beim Bau der Röhre mit.

Die Eier werden auf bloßem Untergrund abgelegt, doch häufig sammeln sich sehr viel Chitinteile aus der Insektenbeute als Unterlage. Die eigentliche Legeperiode beginnt im Ende August oder im September. Das Weibchen legt meist zwei bis acht rein weiße, relativ dünnschalige Eier. Ein durchschnittliches Gelege besteht aus vier bis fünf Eiern. Das Männchen und das Weibchen wärmen die Eier über einen Zeitraum von 22 bis 25 Tage. Die Nestlinge werden von beiden Elternteilen und den eventuellen Helfern mit Nahrung in Form von Insekten (Insecta) versorgt. Die Nestlingszeit endet in der vierten Lebenswoche. Bis zur Selbständigkeit werden die Jungvögel zwei bis vier weitere Wochen gefüttert. Die Lebenserwartung des Regenbogenspintes beträgt unter günstigen Umständen in der Natur etwa fünf Jahre.

Gefährdung und Schutz

Regenbogenspinte gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Sie sind überall häufig anzutreffen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über einige Millionen Quadratkilometer. In diesem großen Areal gibt es kaum ein Gebiet, wo sie nur selten anzutreffen sind. Die genauen Populationen sind bislang nicht geschätzt worden. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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