Rebhuhn

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Rebhuhn

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Teilklasse: Neoaves
Parvklasse: Galloanserae
Überordnung: Gallomorphae
Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Parvordnung: Phasianida
Überfamilie: Phasianoidea
Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
Gattung: Rebhühner (Perdix)
Art: Rebhuhn
Wissenschaftlicher Name
Perdix perdix
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Das Rebhuhn (Perdix perdix) zählt innerhalb der Familie der Fasanenartige (Phasianidae) zur Gattung Rebhühner (Perdix).

Im Jahre 1991 wurde das Rebhuhn vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) zum Vogel des Jahres erklärt.

Das Rebhuhn zeigt Ähnlichkeiten in Größe und Aussehen mit dem Rothuhn (Alectoris rufa) und mit dem Fasan (Phasianus colchicus). Wogegen das Rothuhn (Alectoris rufa) im Gesicht einen weißen Gesichtsfleck aufweist und in der Gesamtheit größer und einfarbiger erscheint. Ein weiteres Unterscheidungskriterium sind bei dem Rothuhn (Alectoris rufa), die flatternden Flügel mit gefingerten Spitzen. Die Jungvögel des Fasans (Phasianus colchicus) weisen einen viel längeren Schwanz auf und bewegen sich auf längere Beine.

Inhaltsverzeichnis

Systematik

Die Systematik der Hühnervögel (Galliformes) befindet sich in einem ständigen Umbruch (Revision). Dennoch kann man das Rebhuhn und damit auch die Gattung der Rebhühner (Perdix) relativ sicher zuordnen. Morphologisch, anatomisch, ethologisch, genetisch und serologisch ist das Rebhuhn den Fasanenartigen (Phasianidae) zuzuordnen. Innerhalb der Fasanenartigen ist die Verwandtschaft jedoch nicht bei allen Arten unumstritten. Die Gattung der Rebhühner (Perdix) besteht nach heutigem Wissensstand aus lediglich drei Arten. Neben dem Rebhuhn gehören noch das Bartrebhuhn (Perdix dauurica) und das Tibetrebhuhn (Perdix hodgsoniae). Bei allen Vertretern dieser Gattung ergeben sich morphologisch gesehen Ähnlichkeiten. Die erste Handschwinge ist länger als die sechste Handschwinge und die dritte bis fünfte Handschwinge sind am längsten. Der kurze und gerundete Schwanz setzt sich aus 16 bis 18 gleichlangen Steuerfedern zusammen. Die oval geformte Opercula (Nasendeckel) schützt die Nasenlöcher, ein Wachsring um die Augen färbt sich während der Paarungszeit kaminrot. Die Läufe weisen keine Sporne auf.

Beschreibung

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Allgemeines

Das Rebhuhn erreicht eine Körperlänge von 30 Zentimeter, eine Flügellänge von 14,6 bis 16 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 7,2 bis 8,5 Zentimeter sowie ein Gewicht von 325 bis 410 Gramm. Die Geschlechter weisen in der Gefiederfärbung einen gut sichtbaren Dimorphismus auf. Die Körpermaße der Geschlechter ähneln sich, jedoch weist das Weibchen zur Brutzeit ein höheres Gewicht auf.

Brutkleid Männchen

Im Brutkleid sind die Stirn, die Kopfseiten sowie die Bereiche der Kehle und das Kinn rostbraun gefärbt. Die Ohrdeckel setzen sich in diesem Bereich dunkelbraun ab. Der Nacken und der Scheitel sind bis auf vereinzelte schwarze Federbasen gelblichbraun gefärbt. Der obere Bereich des Halses und der vordere Teil des Rückens weisen eine hellgraue Färbung mit einer feinen schwärzlichen Wellung auf. Der Hinterrücken, der Bürzel und die Oberschwanzdecken sind ebenfalls gräulich gefärbt, jedoch fehlt hier die feine schwarze Wellung. Die unteren Halsseiten und die Brust ist hellgrau, hier zeigt sich eine gut sichtbare schwarze Wellung. Die Seiten der Brust und die Körperflanken sind durch kastanienbraune Binden gezeichnet. Im hinteren Teil der Brust zeigt sich ein dunkelbrauner Fleck, der die Form eines Hufeisens hat. Die mittleren Steuerfedern sind gelblichbraun gefärbt, die anderen Steuernfedern weisen eine kastanienbraune Färbung auf. Die Handschwingen und die Handdecken sind dunkelbraun gefärbt, es zeigen sich jedoch scharf abgegrenzte gelbliche Schaftstriche. Der Schnabel weist eine hornfarbene Färbung auf, die leicht ins Grünliche gehen kann. Die Iris der Augen ist bräunlich, der Augenring hellgrau bis weißlich und das Rosenfeld ist kaminrot gefärbt.

Brutkleid Weibchen

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Das Gesicht des Weibchens ist im Vergleich zum Männchen blasser gefärbt. Die Färbung geht eher ins gelblich-rostbraune. Der Oberkopf ist durch breite, ovalgeformte Schaftflecken gekennzeichnet, die Flecken sind weißlich bis gräulich eingefasst. Die Ohrdeckel zeigen eine schwarzbraune Färbung, die mit feinen weißlichen Strichen durchsetzt ist. Der Halsbereich und die gesamte Oberseite weisen eine braune Färbung auf. Hier zeigen sich unregelässig verteilte gelbliche Schaftstriche und -flecken. Stellenweise ist auch eine gelblichbraune Querbänderung zu erkennen. Der Brust- und Bauchbereich sind ähnlich wie beim Männchen gefärbt, jedoch zeigt sich hier ein gelblicher Anflug. Der hufeisenartige Fleck im Brustbereich ist ebenfalls vorhanden. Die mittleren Steuerfedern sind wie beim Männchen gelblichbraun gefärbt, die anderen Steuernfedern weisen eine kastanienbraune Färbung auf. Die Handschwingen und die Handdecken sind ebenfalls dunkelbraun gefärbt, es zeigen sich jedoch scharf abgegrenzte gelbliche Schaftstriche.

Ruhekleid und Jugendgefieder

Im Ruhekleid sind die Halsfedern bei den Männchen hellbraun gefärbt und weisen sehr helle Schaftstreifen auf. Bei den Weibchen zeigen sich in diesem Bereich schwarze Muster und tropfenartige Flecken, die eine weißliche und schwärzliche Umrandung aufweisen. Bei den juvenilen Vögeln ist deutlich die schwärzliche Kopfplatte zu erkennen, die mit feinen braunen Schaftstrichen durchsetzt ist. Die Kopfseiten weisen eine dunkelbraune Färbung auf, die Schäfte sind weiß gezeichnet. Der Kehlbereich bei den Jungen ist weißlich, kann auch einen leicht gelblichbraunen Anflug aufweisen. Die Brust und die Flanken zeigen eine gelblichbraune Färbung. Hier zeigt sich bei den einzelnen Federn eine weißliche und bräunliche Säumung. Die zentralen Teile der Bauchseite sind weiß, die Unterschwanzdecken gelblichbraun, die Steuerfedern weisen eine sehr ähnliche Färbung wie bei den adulten Vögeln auf. Die Hand- und Armschwingen zeigen eine auffällige weißliche Zeichnung, die aus Binden besteht.

Das Dunengefieder der Küken ist auf der Unterseite leicht gelblich bis cremefarben, die Kopfseiten und der Kehlbereich weisen überwiegend eine gelbliche Färbung auf. Im Bereich des Scheitels zeigen sich eine rostfarbene Färbung sowie schwärzliche Längsstreifen. Im Gesichtsfeld sowie an den Halsseiten und im Nacken sind deutlich feine dunkle Punkte zu erkennen. Der gesamte Rücken ist dunkelbraun, zu den Flanken zeigt sich eine eher rotbraune Färbung.

Lebensweise

Rebhühner sind überwiegend in der Dämmerung und am Tage aktiv. Sie leben übers Jahr überwiegend gesellig in Gruppen von 5 bis 15, selten auch bis zu 25 Vögeln. Die Gruppen zeichnen sich durch einen losen Zusammenhalt auf, die zudem keine Hierarchie erkennen lässt. Auch als territorial kann man Rebhühner keineswegs bezeichnen. Dementsprechend gibt es auch kein Revier zu verteidigen. Allenfalls während der Brutzeit ist ein leichtes territoriales Verhalten zu beobachten. Zur Brutzeit ziehen sich Rebhühner paarweise zurück und beanspruchen ein relativ kleines Brutareal. Feste Grenzen weist aber auch ein Brutareal nicht auf. Die Grenzen des Streifreviers verschieben sich letztlich ständig. Die Aufenthaltsdauer in einem Areal richtet sich strikt nach dem Nahrungsangebot. Auch Deckungsmöglichkeiten spielen dabei durchaus eine entscheidende Rolle. Es ist jedoch zu beobachten, dass Rebhühner nur selten länger als fünf Minuten an einer Stelle verweilen. Im Winter kann es vorkommen, dass sich mehrere Gruppen zusammenschließen und auch zusammen auf Nahrungssuche gehen. Selten kommt es dabei zu Rivalitäten, Streitereien oder gar zu Kämpfen.

Gegen Ende des Winters haben Rebhühner jedoch einen Hang zur Aggressivität, die durchaus in heftigen Kämpfen enden können. Zu Auseinandersetzungen kommt es dann sowohl unter den Hähnen als auch unter den Hennen. Die Rivalität unter den Hähnen erreicht dann im Frühjahr ihren Höhepunkt. Ziel einzelner Hähne ist es dann vor allem, paarungsbereite Hennen aus anderen Gruppen zu locken. Die Kämpfe gehen mit Verfolgungsrennen, Flügelschlägen und Bissen einher. Allenfalls die Verfolgungsrennen haben dabei noch einen ritualisierten Charakter. Drohgebärden gehen mit gestrecktem Hals und geschwellter Brust einher.

Unterarten

Wissenschaftlicher Name Erstbeschreiber IUCN-Status Vorkommen
Perdix perdix armoricana Hartert, 1917 LC Frankreich
Perdix perdix canescens Buturlin, 1906 LC Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Russland
Perdix perdix hispaniensis Reichenow, 1892 LC Spanien, Portugal
Perdix perdix hungarian  ? LC Ungarn
Perdix perdix italica Hartert, 1917 LC Italien
Perdix perdix lucida Altum, 1894 LC Finnland, Balkan, Burgarien, Armenien, Aserbaidschan,
Georgien, Russland
Perdix perdix perdix Linnaeus, 1758 LC Norwegen, Großbritanien, Belgien, Frankreich, Balkan,
Griechenland, Bulgarien
Perdix perdix robusta Homeyer & Tancre, 1883 LC Kasachstan, Russland, Turkestan, China
Perdix perdix sphagnetorum Altum, 1894 LC Deutschland, Niederlande, Belgien

Verbreitung

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Das Rebhuhn ist in weiten Teilen Eurasiens verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Skandinavien bis in den Südwesten und Südosten Europas, im Osten bis ins östliche Sibirien und China. In Westeuropa werden auch die britischen Inseln besiedelt. Die genaue Verbreitung der einzelnen Unterarten ist der obigen Tabelle zu entnehmen. Endemische Unterarten sind insbesondere auf der iberischen Halbinsel und in Italien zu finden.

Im Grunde leben Rebhühner in Steppen, Baum- und Strauchsteppen sowie in reinen Heidelandschaften. Aufgrund der hohen Anpassungsfähigkeit fühlen sich Rebhühner auch in urbanisierten Habitaten heimisch. So verwundert es nicht, dass Rebhühner mittlerweile auch auf landwirtschaftlichen Flächen und Kultursteppen anzutreffen sind. Dadurch konnten die Vögel ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet deutlich ausdehnen. Beliebte Lebensräume sind Feldfluren, die mit Hecken und Büschen gesäumt sind. Aber auch Wald- und Wegränder werden durchaus gerne besiedelt. Besteht der Boden aus Löß, so fühlen sich Rebhühner besonders wohl. Aufgrund der intensiven Landwirtschaft droht den Rebhühnern vor allem im dicht besiedelten Mitteleuropa der Entzug der Existenzgrundlagen.

Prädatoren

Als Bodenvögel stehen Rebhühner auf der Speisekarte einer Reihe von Fleischfressrn. Erwachsene Rebhühner werden meist von Rotfüchsen (Vulpes vulpes) sowie von größeren Greifvögeln (Falconiformes) gerissen. Die Gelege und die Küken werden oft von Raben und Krähen (Corvus), Marder (Mustelidae) Wildkatzen (Felis silvestris) und verwilderten Hauskatzen (Felis silvestris forma catus) oder Greifvögeln wie Sperber (Accipiter nisus), Habicht (Accipiter gentilis) oder Bussarde (Buteo). Aber auch Wiesel (Mustela), Wildschweine (Sus scrofa), Europäische Dachse (Meles meles), Igel (Erinaceidae) und Wanderratten (Rattus norvegicus) rauben mit Vorliebe die Nester von Rebhühnern aus. In den letzten Jahren fallen viele Rebhühner auch den sogenannten Neubürgern (Neozoen) wie Waschbären (Procyon) und dem Marderhund (Nyctereutes procyonoides) zum Opfer. Rebhühner haben den meisten Fleischfressern nur wenig entgegenzusetzen. Meist versuchen die Altvögel potentielle Feinde vom Gelege wegzulocken.

Ernährung

Adulte Rebhühner ernähren sich überwiegend von Sämereien und Früchten von Unkräutern und Wildkräutern, Getreidekörnern sowie von grünen Pflanzenteilen wie Klee, Luzerneblätter, Grasspitzen und verschiedene Knöterich- und Wegericharten. Aber auch Insekten, deren Larven und anderes Kleingetier stehen durchaus auf dem Speiseplan. Kleine Steinchen werden ebenfalls aufgelesen, die dann im Magen die Verdauung der Nahrung fördern. Während der Brutzeit nehmen vor allem Weibchen vermehrt tierische Nahrung zu sich. Dabei handelt es sich zumeist um Ameisen (Formicoidea), Käfer (Coleoptera), die Raupen von Schmetterlingen (Lepidoptera) sowie Blattläuse (Aphidoidea). Bei erwachsenen Rebhühnern besteht die Nahrung aus jeweils 30 Prozent Grünpflanzenanteilen, Wildkräutern und Getreide (Weizen, Gerste, Hafer und Roggen). Tierische Nahrung wird zu 10 Prozent zu sich genommen. Hin und wieder werden auch reife Früchte und allerlei Beeren gefressen. Erwachsene Rebhühner haben einen Nahrungsbedarf von 50 bis 80 Gramm pro Tag. Die Nahrung der Küken besteht fast ausschließlich aus tierischer Kost. Der Anteil an tierischer Nahrung kann dabei 95 Prozent übersteigen. Wasser nehmen Rebhühner nicht zu sich, da der Wasserbedarf über die Nahrung gedeckt wird.

Fortpflanzung

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Paarbildung und Balz

Die Paarbildung erfolgt in der Regel nicht immer innerhalb einer Gruppe. Wesentlich häufig wirbt ein Männchen ein Weibchen einer anderen Gruppe ab. Ebenso häufig schließen sich wieder Paare zusammen, die sich bereits im Vorjahr gefunden hatten. Die Balzaktivitäten richten sich offensichtlich danach, ob sich ein Paar bereits aus dem Vorjahr kennt oder nicht. Bei untereinander bereits bekannten Tieren ist die Balz nur rudimentär ausgeprägt. Vor allem beim Abwerben eines Weibchen aus einer fremden Gruppe kommt es unter Hähnen nicht selten zu heftigen Kommentkämpfen. Dabei kommt es selten zu größeren Verletzungen, sehr selten aber auch zu Todesfällen. Bei der Balz richtet sich ein Hahn auf, reckt seinen Kopf in die Höhe und präsentiert einem Weibchen seinen hufeisenartigen Fleck auf der Brust. Die Flügel sind dabei leicht hängend. In dieser Haltung schleicht ein Hahn um die Umworbene und versucht sie auf seine Seite zu ziehen. Bei Gefallen erwidert die Henne ihre Gefühle, indem sie ein ähnliches Balzverhalten wie das Männchen an den Tag legt. Beide Geschlechter reiben ihre Schnäbel aneinander und berühren mit ihrem Kopf die Flanken des Balzpartners. In Anschluss daran erfolgt ein ausgiebiges Gefiederputzen und man geht zur Tagesordnung – der Nahrungssuche über. Bei der eigentlichen Paarung kommt es zu dem für Vögel typischen Aufsteigen.

Nistplatz, Nest und Gelege

Erst unmittelbar vor der Eiablage wird ein Nistplatz ausgewählt. Dies ist in den meisten Verbreitungsgebieten ab Mitte April oder Anfang Mai der Fall. Rebhühner sind reine Bodenbrüter, die ihr Nest zumeist an Feldrainen oder Wegrändern inmitten dichter Vegetation anlegen. Der Nistplatz wird alleine von der Henne ausgewählt. Ein adäquater Nistplatz bietet der Henne vor allem einen ausreichenden Sichtschutz. Eine einfache Erdmulde wird vom Weibchen sorgsam mit weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Kurz nachdem das Nest fertig gestellt ist, erfolgt die Eiablage. Das Weibchen legt zumeist zwischen 10 und 20 Eier. Die Eier weisen ein Gewicht von etwa 13 Gramm sowie eine Größe von etwa 3,5 mal 2,7 Zentimeter auf. Die Form kann als spindelförmig bis kurzoval bezeichnet werden. Die Oberfläche der Eier ist glatt, zuweilen auch leicht glänzend und weist eine rotbraune bis olivbraune Färbung auf. Die Ablage der Eier erfolgt im eintägigen Abstand. Das reine Wärmen der Eier beginnt erst nach Ablage des letzten Eies. Am Wärmen der Eier beteiligt sich der Hahn nicht, er ist mit der Verteidigung des Brutareals befasst, die er ausgesprochen ernst nimmt. An der Verteidigung beteiligt sich gegenüber Fleischfressern jedoch auch das Weibchen. Sein Weibchen versorgt das Männchen während der Brutdauer nicht. Das Weibchen nutzt kurze Brutpausen zur Nahrungsaufnahme oder um zu koten. Während der Brutpausen wird das Gelege vom Weibchen immer mit Vegetation abgedeckt, damit es nicht von Fleischfressern entdeckt werden kann.

Jungenaufzucht

Die Küken schlüpfen nach etwa 24 bis 25 Tagen. Das Schlupfgewicht der Küken liegt bei sieben bis acht Gramm. Der Schlupf aller Küken erfolgt über einen Zeitraum von ein bis zwei Tagen. Die Küken sind Nestflüchter, sie verlassen das Nest bereits kurz nach dem Schlupf und folgen den Eltern. Sie werden von den Eltern geführt, ernähren sich jedoch vom zweiten Lebenstag an selbständig. Zur Hauptnahrung gehören fast ausschließlich Insekten, Spinnentiere und anderes Kleingetier. Ab der dritten Lebenswoche gehören dann auch Sämereien und Körner aller Art zu ihrer Nahrung. Im Alter von gut zwei Monaten macht die pflanzliche Nahrung bereits 85 Prozent aus. Die Flugfähigkeit wird im Alter von etwa 15 Tagen erreicht. Selbständig sind die Jungen im Alter von gut fünf Wochen. Geschlechtsreif sind die Jungvögel gegen Ende des ersten Lebensjahres. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt in der Regel auch die erste Verpaarung. Die Mortalität ist im ersten Lebensjahr besonders hoch. Ist dieses erste Jahr überstanden, so hat ein Rebhuhn in Freiheit eine Lebenserwartung von zwei bis drei Jahren. In Gehegehaltung kann die Lebenserwartung bei etwa 6 bis 7 Jahren liegen.

Gefährdung und Schutz

Neben den alltäglichen Gefahren durch Fleischfresser, stehen den Rebhühnern eine Vielzahl von Gefahren gegenüber. Vor allem im kalten Winter oder auch bei sehr nasskaltem Wetter im Frühjahr sterben viele Rebhühner. Erfahrene Rebhühner suchen zwar Schutz unter dichter Vegetation, aber unerfahrene Jungtiere kennen diese Schutzmaßnahmen meist noch nicht. Vor allem Dauerregen führt bei Jungvögeln regelmäßig zur Durchnässung und somit zur Unterkühlung, die meist mit dem Tode endet. Auch die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln und anderen Pestiziden in der Landwirtschaft gefährden Rebhühner in zunehmendem Maße. In weiten Teilen der Verbreitungsgebiete sind Bestandsrückgänge von teilweise 50 Prozent und mehr zu verzeichnen. Dies ist insbesondere in Mitteleuropa der Fall. Neben den Witterungseinflüssen und dem Nahrungsmangel stellt auch der Verlust durch natürliche Feinde ein Problem dar. In der Roten Liste der IUCN wird das Rebhuhn als nicht gefährdet geführt. In Deutschland gilt die Art jedoch als gefährdet.

Insbesondere in Deutschland sind jedoch Schutzmaßnahmen angelaufen. So verzichtet man in weiten Teilen auf die Ausbringung von Insektenvernichtungs- und Pflanzenbehandlungsmittel, Verzichtet auf die Asphaltierung von Feldwegen, sichert den Erhalt von Brachflächen, verzichtet auf die Bejagung und legt Hecken und Feldraine an oder belässt sie im ursprünglichen Zustand. <1>

Anhang

Literatur und Quellen

  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow: Pareys Vogelbuch. Blackwell Wissenschafts-Verlag (1996) ISBN 3826381211X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Heinz-Sigurd Raethel: Hühnervögel der Welt. Neumann-Neudamm, 1991 ISBN 389440440X
  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X

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