Rötelgrundammer

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Rötelgrundammer

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Ammern (Emberizidae)
Gattung: Pipilo
Art: Rötelgrundammer
Wissenschaftlicher Name
Pipilo erythrophthalmus
(Linnaeus, 1758)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Rötelgrundammer (Pipilo erythrophthalmus) zählt innerhalb der Familie der Ammern (Emberizidae) zur Gattung Pipilo. Im Englischen wird die Rötelgrundammer Eastern Towhee genannt. Diese Art (Sibley und Monroe, 1990, 1993) wurde in Pipilo erythrophthalmus und Pipilo maculatus nachfolgend von AOU (1998) gesplittet.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Rötelgrundammer erreicht eine Körperlänge von 17 bis 21 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 24 bis 28 Zentimeter sowie ein Gewicht von 35 bis 50 Gramm. Die Geschlechter weisen einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf. Der Kopf und die Brust sind beim Männchen schwarz gefärbt, beim Weibchen weisen diese Gefiederbereiche eine braune Färbung auf. Die Flanken beider Geschlechter sind rostbraun gefärbt, die Bauchseite zeigt eine weißliche Färbung. Die Außenfahnen der Flügel weisen kleine weiße Flecken auf. Der kräftige, finkenähnliche Schnabel ist konisch geformt, recht groß und dunkelgrau bis schwarz gefärbt. Die Extremitäten weisen eine fleischfarbene Färbung auf. Von den vier Zehen zeigen drei Zehen nach vorne, eine Zehe nach hinten. Die Iris der Augen ist bei beiden Geschlechtern rötlich gefärbt, die Pupille ist schwarzbraun. Juvenile Vögel ähneln im wesentlichen den Weibchen. Die adulte Ausfärbung des Gefieders stellt sich etwa mit einem Jahr ein.

Lebensweise

Rötelgrundammern halten sich häufig auf dem Erdboden auf. Dabei scharren sie mit den Füßen auf dem Boden, meist im herabgefallenem Laub nach Nahrung. Fühlen sie sich bedroht, so suchen sie zumeist Schutz unter Büschen oder an ähnlich geschützten Stellen. Nur im Notfall ergreifen sie die Flucht, indem sie wegfliegen. Auf dem Boden bewegt sie sich leicht hüpfend fort. Rötelgrundammern gehören zu den Zugvögeln. Die Populationen in den nördlichen Regionen ziehen im Herbst in den Süden. Die Winterquartiere liegen in den südlichen US-Bundesstaaten, in Mexiko und in Guatemala. Der Zug in die Winterquartiere erfolgt in kleineren Schwärmen. Rötelgrundammern gehören zu den Singvögeln. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass vor allem die Männchen während der Paarungszeit durch ihren Gesang glänzen. Neben dem Gesang gehören zum Balzverhalten auch Balzflüge und das Darreichen von Nistmaterial.

Unterarten

Im Jahre 1998 wurde die Art im Rahmen einer Revision gesplittet. Einige Unterarten werden nun unter der wissenschaftlichen Bezeichung Pipilo maculatus (Grundammer) geführt. Welche Unterart nun unter einem neuen Namen geführt wird, kann der nachstehenden Tabelle entnommen werden.

Wissenschaftlicher Name VOR Revision Wissenschaftlicher Name NACH Revision (1998) Erstbeschreiber
Pipilo erythrophthalmus alleni - Coues, 1871
Pipilo erythrophthalmus arcticus Pipilo maculatus arcticus Swainson, 1832
Pipilo erythrophthalmus canaster - Howell, 1913
Pipilo erythrophthalmus clementae Pipilo maculatus clementae Grinnell, 1897
Pipilo erythrophthalmus consobrinus Pipilo maculatus consobrinus Ridgway, 1876
Pipilo erythrophthalmus curtatus Pipilo maculatus curtatus Grinnell, 1911
Pipilo erythrophthalmus erythrophthalmus - Linnaeus, 1758
Pipilo erythrophthalmus falcifer Pipilo maculatus falcifer Swarth, 1913
Pipilo erythrophthalmus falcinellus Pipilo maculatus falcinellus Swarth, 1913
Pipilo erythrophthalmus gaigei Pipilo maculatus gaigei Van Tyne & Sutton, 1937
Pipilo erythrophthalmus macronyx Pipilo maculatus macronyx Swainson, 1827
Pipilo erythrophthalmus maculatus Pipilo maculatus maculatus Swainson, 1827
Pipilo erythrophthalmus magnirostris Pipilo maculatus magnirostris Brewster, 1891
Pipilo erythrophthalmus megalonyx Pipilo maculatus megalonyx Baird, 1858
Pipilo erythrophthalmus montanus Pipilo maculatus montanus Swarth, 1905
Pipilo erythrophthalmus oregonus Pipilo maculatus oregonus Bell, 1849
Pipilo erythrophthalmus rileyi - Koelz, 1939
Pipilo erythrophthalmus socorroensis Pipilo maculatus socorroensis Grayson, 1867
Pipilo erythrophthalmus umbraticola Pipilo maculatus umbraticola Grinnell & Swarth, 1926

Verbreitung

Die Rötelgrundammer brüten im nördlichen Nordamerika. Die Brutgebiete liegen insbesondere in den südlichen kanadischen Provinzen Manitoba, Ontario und Quebec sowie in den nördlichen und zentralen US-Bundesstaaten. Die südlichsten Brutgebiete liegen auf Höhe von Louisiana und Florida. Hier gelten die Rötelgrundammern als Standvögel. In den nördlichen Verbreitungsgebieten erfolgt der Zug in die Winterquartiere. Als Lebensraum für die Rötelgrundammern kommen nur Waldränder, Gärten und Parks mit dichtem Unterholz und Gestrüpp in Frage. Hier brüten die Vögel und gehen hier auch auf Nahrungssuche. Offene Flächen werden strikt gemieden. In den Winterquartieren leben sie in ähnlichen Habitaten.

Ernährung

Weibchen
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Weibchen

Die Rötelgrundammer gilt als Allesfresser. Neben Sämereien, Beeren und Körner aller Art werden vor allem Spinnentiere (Arachnida), Schnecken (Gastropoda) und Insekten (Insecta) wie Wanzen (Heteroptera), Ameisen (Formicoidea), Raupen und ähnliche wirbellose Tiere gefressen. Der Anteil an tierischer Nahrung ist im Frühjahr und Sommer mit gut 90 Prozent deutlich höher als der pflanzliche Anteil. Im Winter nimmt die Rötelgrundammer tierische und pflanzliche Kost etwa zu gleichen Teilen zu sich. Der Nachwuchs wird ausschließlich mit Insekten versorgt. Die Nahrungssuche erfolgt zumeist scharrend auf dem Waldboden.

Fortpflanzung

Die Rötelgrundammer erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, meist Ende April oder im Mai. In den nördlichen Regionen ihrer Verbreitungsgebiete kommt es zumeist zu einer Jahresbrut, wobei ein Nachgelege durchaus möglich ist, falls das erste Gelege verloren geht. In südlichen Verbreitungsgebieten kann es gelegentlich auch zu zwei Bruten kommen. Die Geschlechter führen eine monogame Saisonehe und beanspruchen während der Brutzeit ein kleines Revier, das gegenüber Eindringlingen verteidigt wird. Die napfartigen Nester werden in dichtem Buschwerk am Boden angelegt. Es wird vom Weibchen alleine in einer flachen Bodenmulde aus Pflanzenfasern, Halmen und anderen weichen Materialien errichtet und mit Federchen und Tierhaaren ausgepolstert.

Ein Gelege besteht meist aus drei bis sechs Eier. Die Eier weisen eine helle cremefarbene bis hellbraune Färbung auf und sind mit grünlichen Sprenkeln versehen. Das Weibchen brütet die Eier über einen Zeitraum von 12 bis 13 Tagen alleine aus. Bei der Geburt sind die Küken noch nackt und blind, sie werden in den ersten Tagen von der Mutter gehudert. Bereits im Alter von 14 bis 16 Tagen sind die Küken flugfähig, bleiben aber noch ein bis zwei Wochen bei den Eltern. Während der Nestlingszeit kümmern sich beide Elternteile um die Versorgung des Nachwuchses mit Nahrung, die hauptsächlich aus Insekten und Larven besteht. Die Lebenserwartung einer Rötelgrundammer liegt unter günstigen Umständen bei 10 bis 12 Jahren.

Gefährdung und Schutz

Rötelgrundammern spielen in ihrem Lebensraum eine wichtige Rolle, da sie die Populationen von Schadinsekten regulieren. Jedoch lassen sich Rötelgrundammern zum Ärgernis der Menschen auch Sämereien, Körner, Früchte und Beeren schmecken. Dies hat ihnen vor allem im Obstanbau einen schlechten Ruf eingebracht. Der angerichtete Schaden ist allerdings deutlich geringer als der Nutzen. In der Roten Liste der IUCN wird die Rötelgrundammer als nicht gefährdet geführt. Die Bestände sind jedoch seit Jahren rückläufig. Mit ein Grund dafür ist der Verlust natürlicher Lebensräume und der massive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und im Obstanbau.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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