Purpurschwalbe

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Purpurschwalbe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Schwalben (Hirundinidae)
Gattung: Progne
Art: Purpurschwalbe
Wissenschaftlicher Name
Progne subis
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Purpurschwalbe (Progne subis) zählt innerhalb der Familie der Schwalben (Hirundinidae) zur Gattung Progne.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Purpurschwalbe gehört in Nordamerika zu den größten Schwalbenarten. Sie erreicht eine Körperlänge von 19 bis 20 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 39 bis 41 Zentimeter sowie ein Gewicht von 50 bis 60 Gramm. Die Geschlechter weisen in der Gefiederfärbung einen deutlichen Dimorphismus auf. Die Männchen sind überwiegend blauschwarz gefärbt, Die Flügel sind überwiegend purpurrot gefärbt. Beim Weibchen ist das Obergefieder, insbesondere der Rücken und die Flügel, blauschwarz gefärbt. Der Brustbereich und der Kopf sind bräunlich, die Bauchseite weist eine weißliche, mit bräunlichen Flecken durchsetzte Färbung auf. Juvenile Vögeln ähneln im wesentlichen den Weibchen. Die adulte Befiederung stellt sich etwa mit einem Jahr ein. Wie bei allen Schwalben, so ist auch der Schwanz der Purpurschwalbe charakteristisch tief gegabelt. Der Kopf beider Geschlechter ist ausgesprochen groß. Die Flügel sind lang und spitz zulaufend. Sie machen die Purpurschwalbe zu einer ausgezeichneten Fliegerin. Zu ihrer Spezialität gehört das Fangen von Insekten im Fluge. Sie gleitet regelmäßig knapp über die Wasseroberfläche um Wasser aufzunehmen.

Lebensweise

Außerhalb der Paarungszeit leben Purpurschwalben in großen Schwärmen. Dies gilt vor allem für die Züge in die Winterquartiere. Die Züge nach Südamerika beginnen meist schon im September. Als Langstreckenzieher fliegen sie oftmals bis in den Süden Brasiliens. Die Winterquartiere liegen im wesentlichen in weiten Teilen Südamerikas und erstrecken sich von Kolumbien und Venezuela bis in den Süden Brasiliens. Purpurschwalben sind tagaktive Vögel. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgt in der Regel in den frühen Morgenstunden. Bei der täglichen Nahrungssuche legen sie regelmäßig bis zu 100 Kilometer am Tag zurück.

Unterarten

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Verbreitung, Lebensraum

Purpurschwalben sind in weiten Teilen Nordamerikas verbreitet. Ihr Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über den Nordosten und Osten Nordamerikas. Hier reicht es vom südöstlichen Kanada über die zentralen und östlichen Bundesstaaten der USA bis ins östliche Mexiko. Zwei Unterarten leben vor allem entlang der Pazifikküsten, im Südwesten der USA und im westlichen Mexiko. Die Vögel sind sowohl in der Ebene als auch in Mittelgebirgen anzutreffen. Purpurschwalben bevorzugen offene Bereiche in der Nähe von Wasserflächen. Auch in der Nähe des Menschen ist die Art häufig anzutreffen. So werden vor allem dünn besiedelte Vorstädte und offene Parkanlagen besiedelt. Nistkästen werden vor allem in östlichen Verbreitungsgebieten bereitwillig angenommen. In den westlichen Regionen brüten Purpurschwalben überwiegend in Baumhöhlen oder an ähnlich geschützten Stellen.

Prädatoren

Zu den natürlichen Prädatoren gehören insbesondere Eichhörnchen (Sciurus), Schlangen (Serpentes) und Waschbären (Procyon). Auf deren Speisekarte stehen vor allem die Eier und die Nestlinge. Auf erwachsene Vögel haben es insbesondere einige Eulen (Strigiformes), Raben und Krähen (Corvus) sowie Greifvögel (Falconiformes) abgesehen.

Ernährung

Purpurschwalben ernähren sich ausschließlich von Geflügelten Insekten. Als leistungsfähige Flugakrobaten können sie selbst gewandte Geflügelte Insekten im Fluge erbeuten. Neben Fliegen (Brachycera) und Mücken (Nematocera) werden auch Libellen (Odonata), Bienen (Apoidea) und Wespen (Vespoidea), Schmetterlinge (Lepidoptera) sowie fliegende Käfer (Coleoptera) und Ameisen (Formicoidea) erbeutet. Im Flug sind Purpurschwalben extrem wendig und schnell. Sie erreichen bei der Nahrungssuche Geschwindigkeiten von über 70 oder gar 80 km/h.

Fortpflanzung

Die Purpurschwalbe erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. Die Brutzeit beginnt in den meisten Verbreitungsgebieten im März, spätestens im April. Als Höhlenbrüter werden die Nester meist in Baumhöhlen oder an ähnlich geschützten Stellen angelegt. In der Nähe des Menschen nutzen sie häufig aufgestellte Nistkästen. Gebrütet wird zudem in kleinen Kolonien, wobei das eigene Nest vor allem vom Männchen energisch verteidigt wird. Purpurschwalben sind sehr standorttreu und kommen in der Regel jedes Jahr zu den gleichen Nistplätzen. Vor allem in den östlichen Verbreitungsgebieten sind die Vögel mittlerweile von Nistkästen abhängig, da die natürlichen Lebensräume weitestgehend vernichtet wurden. Im Innern einer Höhle entsteht das eigentliche Nest aus Gräsern, kleinen Zweigen und Schlamm. Beide Geschlechter kümmern sich dabei um die Erstellung des Nestes. Purpurschwalben leben in einer monogamen Einehe, polygame Sozialstrukturen sind ihnen nicht bekannt. In das fertige Nest legt das Weibchen zwischen drei und sechs, selten auch bis acht weißliche Eier. Die Eier weisen eine Länge von 22 bis 26 Millimeter und eine Breite von 16 bis 18.5 Millimeter auf. Das Weibchen bebrütet die Eier alleine über einen Zeitraum von 15 bis 17 Tagen. Das Männchen versorgt sein Weibchen während dieser Zeit mit Nahrung. Die geschlüpften Küken sind nackt und blind. Um die Versorgung des Nachwuchses mit Nahrung kümmern sich beide Elternteile. Die Flugfähigkeit wird zumeist nach 28 bis 30 Tagen erreicht. Die Jungvögel bleiben jedoch noch einige Wochen bei den Eltern und erlernen vor allen wie man an Nahrung kommt.

Gefährdung und Schutz

Purpurschwalben gehören zwar noch nicht zu den bedrohten Arten, jedoch sind die Populationen seit Jahrzehnten stark rückläufig. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet geführt. Zu den Hauptgründen der Rückgänge der Populationen zählt vor allem die Vernichtung der natürlichen Lebensräume. Insbesondere durch die Abholzung von Wäldern gehen die Brutplätze verloren. Dies ist vor allem in den östlichen Verbreitungsgebieten zu beobachten, die stark vom Menschen besiedelt sind. Ohne das massenhafte Aufstellen von Nistkästen im Osten der USA wäre die Art deutlich stärker gefährdet und in den meisten Verbreitungsgebieten bereits verschwunden.

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