Prosopocoilus giraffa

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Prosopocoilus giraffa
Männchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Teilordnung: Scarabeiformia
Überfamilie: Scarabaeoidea
Familie: Schröter (Lucanidae)
Unterfamilie: Lucaninae
Gattung: Prosopocoilus
Art: Prosopocoilus giraffa
Wissenschaftlicher Name
Prosopocoilus giraffa
Olivier, 1842

Verbreitungsgebiet
Nepal und Indien

Prosopocoilus giraffa zählt innerhalb der Familie der Schröter (Lucanidae) zum Gattung Prosopocoilus. Von den Weltweit 1.400 Hirschkäferarten ist Prosopocoilus giraffa mit der Unterart P. giraffa keisukei die größte.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Prosopocoilus giraffa mit seinen langen und scharfen sägeförmigen Kiefern zählt mit zu den grössten Hirschkäfer-Arten der Welt. Allerdings varriert die Körperlänge einschließlich Unterkiefer je nach Nahrungsangebot erheblich. Sie kann beim Männchen 124 Millimeter, 119 Millimeter, 100 Millimeter und auch nur 85 Millimeter betragen. Das Körpergewicht des Männchens beträgt 40 bis 60 Gramm. Die Geschlechter weisen einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus in Grösse und Aussehen auf. Das Weibchen wirkt kleiner als das Männchen und erreicht eine Körperlänge von bis zu 60 Millimeter. Das Weibchen bringt ein Gewicht von etwa 20 Gramm auf die Waage. Das mächtige Geweih (Mandibeln) beim Männchen weist entlang am inneren Rand kleine Zähne und in der Mitte oberhalb des Geweihs große Zähne auf, die zum Ende hin gegabelt sind. Je grösser das Geweih und muskulöser das Männchen ist, um so konkurrenzfähiger und leistungsstärker ist das Männchen gegenüber seinen Artgenossen.

Das Weibchen verfügt nicht über die so große Mandibeln (das "Geweih") wie das Männchen. Das Pronotum des Weibchens ist relativ glatt und verfügt über keine wesentlichen Merkmale. Der Kopf des Männchens ist länger als der Prothorax und das Abdomen. Die Taster sind geknickt und blattartig aufgefächert. Die schwarzen Facettenaugen befinden sich seitlich am Kopf. Der Körper ist extrem flach und zeigt oberhalb eine schwarze und unterhalb eine bräunliche Färbung. Die Flügeldecken (Elytren) variieren zwischen einer schwarzen und braunen Farbe. Außer einer längsverlaufenden Nut zeigen die Elytren keine wesentlichen Markierungen. Die Hautflügel sind anthrazitfarben. Wie alle Käfer, so hat auch der Prosopocoilus giraffa vier Flügel und sechs Beine, die an den Enden hakenförmige Greifer aufweisen. Die Mittel- und Hinterbeine sind bräunlich und die Vorderbeine sind schwärzlich gefärbt.

Aufgrund der Grösse könnte man meinen, das es sich bei dem Prosopocoilus giraffa um einen rein terrestrischen Käfer handelt. Er kann aber trotz seiner imposanten Grösse fliegen. Er ist allerdings ein träger, ja fast schlechter Flieger, der einen Aktionsradius von rund fünf bis zehn Kilometer aufweist. Meist ist er allerdings recht standorttreu und hegt nur mäßige Ausbreitungstendenzen. Der Prosopocoilus giraffa gehört zu den dämmerungs- und nachtaktiven Käferarten. Die Flugzeit des Käfers erstreckt sich über die Monate März bis August. Die Lebensspanne der Imagines beträgt ungefähr fünf bis sieben Monate.


Unterarten


Riesige Hirschkäfer

Zur besseren Übersicht sind weltweit die zwölf größten Hirschkäfer-Arten mit ihren Unterarten tabellarisch aufgelistet, unter anderem zählen auch der Prosopocoilus giraffa und die Unterart Prosopocoilus giraffa keisukei sowie der Prosopocoilus confucius dazu.


Art Unterart Vorkommen Körperlänge
Prosopocoilus giraffa Prosopocoilus giraffa keisukei Nepal, Indien max. 124 Millimeter
Hexarthrius mandibularis Hexarthrius mandibularis sumatranus Sumatra max. 118 Millimeter
Dorcus titanus Dorcus titanus palawanicus Palawan max. 111 Millimeter
Cyclommatus elaphus - Sumatra max. 109 Millimeter
Hexarthrius rhinoceros Hexarthrius rhinoceros chaudoiri Sumatra max. 109 Millimeter
Odontolabis intermedia - Negros (Philippinen) max. 107 Millimeter
Prosopocoilus confucius - Vietnam max. 106 Millimeter
Odontolabis alces - Mindanao max. 104 Millimeter
Odontolabis burmeisteri - Südindien max. 104 Millimeter
Dorcus alcides - Sumatra max. 102 Millimeter
Lucanus cervus Lucanus cervus judaicus Taiwan max. 100 Millimeter
Cyclommatus metallifer Cyclommatus metallifer metallifer Sulawesi max. 100 Millimeter


Verbreitung

Die Hauptverbreitungsgebiete des Käfers sind Nepal und Indien. Selten wurde er in Bhutan, Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam, Malaysia und Indonesien gesichtet. Er hält sich gerne in tropischen Regenwäldern auf. Bevorzugt werden allerdings Habitate mit reichlich morschem Unter- und Totholz. Sogenannte Saftstellen dienen dem Prosopocoilus giraffa als Nahrungsquelle.

Beschreibung und Bestimmung der Laufbeine und des Körpers eines Käfers
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Beschreibung und Bestimmung der Laufbeine und des Körpers eines Käfers

Ernährung

Der adulte Prosopocoilus giraffa ernährt sich von Baumsäften. Er nimmt den Baumsaft aus Wunden in der Rinde auf. Die Larven leben von vermodertem Totholz. Das Totholz ist meist von Pilzen befallen, so dass selbst Holz einen Nährwert für die Larven aufweist.

Fortpflanzung

Der Prosopocoilus giraffa erreicht wie bei allen Käfern die Geschlechtsreife mit Beendigung des Puppenstadiums. Die Paarungszeit erstreckt sich über die Monate März bis August. Während der Balz kommt es zwischen den Männchen regelmäßig zu Kommentkämpfen, bei denen sie ihr prächtiges Geweih einsetzen und versuchen, den Widersacher auf den Rücken zu werfen. Der Gewinner hat das Recht auf die Paarung mit dem Weibchen. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen meist zehn bis fünfzehn Eier tief in die Rinde toter Bäume oder in morsche Baumstümpfe.

Bis zum Schlupf der engerlingsartigen Larven dauert es etwa einen Monat. Die Larven weisen eine gelbliche Färbung auf. Ausgenommen das Schwanzende, das durch angesammelte Rückstände etwas dunkel erscheint. Das larvale Stadium des Männchens beträgt neun oder mehr Monate. Das larvale Stadium des Weibchens beträgt etwa vier bis neun Monate. Ihre Endlänge kann bis zu zehn Zentimeter betragen und erreichen ein Gewicht bis zu 15 Gramm. Zur Verpuppung, dem letzten Stadium, verlassen die Larven den toten Baum und graben sich in den Waldboden ein. Das Puppenstadium beträgt bei beiden Geschlechtern einen Monat. Der fertige Käfer hat etwa eine Lebensdauer von fünf bis sieben Monaten.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Franz Bachmaier, Dr. Wolfgang Dierl, Dr. Eberhard Ernst, Prof. Dr. Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Hubert Markl, Dr. Werner Rathmayer, Prof. Dr. Peter Rietschel, Prof. Dr. Friedrich Schaller, Dr. Richard Zur Strassen, Dr. Heinz Wundt, Dr. Dr. Fritz Zumpt: Grzimeks Tierleben. Enzyklopädie des Tierreichs. Insekten. Zweiter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München, Oktober 1993 ISBN 3-423-05970-2
  • Heiko Bellmann: Insekten erkennen und bestimmen. Ulmer 2002 ISBN 3576114769
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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