Prachthäher

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Prachthäher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Tribus: Corvini
Gattung: Garrulus
Art: Prachthäher
Wissenschaftlicher Name
Garrulus lidthi
Bonaparte, 1850

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Prachthäher (Garrulus lidthi) zählt innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung Garrulus. Im Englischen wird der Prachthäher amami jay oder lidth's jay genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Prachthäher erreicht eine Körperlänge von etwa 38,0 Zentimeter. Das Obergefieder und das Untergefieder weist eine weinrötliche Färbung auf. Der gesamte Kopf und der Hals sowie die Flügel und der Schwanz sind von einer dunklen azurblauen Färbung. Die Stirn und die Zügel im Gesicht weisen eine schwärzliche Tönung auf. Die weißen Federn am Hals wirken oft lanzettförmig oder auch wellenförmig. Die Flügeldecken sind mit schwarzen Binden besetzt. Die Federkiele und Schwanzfedern in Richtung Spitze weisen eine schwärzliche Färbung auf, wobei letztere selbst weißlich erscheinen. Der Schnabel ist ebenfalls von einer weißlichen Tönung und erscheint stark komprimiert. Der Schwanz wirkt eher verlängert, jedoch gleichen sich die Federn in der Größe.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN hält sich der Prachthäher in gebirgigen Regionen auf und bewohnt die subtropischen immergrünen Wälder, Nadelwälder und auf Anbauflächen nahe der menschlichen Siedlungen. Der Prachthäher ernährt sich überwiegend von Eicheln der Eiche (Quercus cuspidata). Des Weiteren nimmt er auch Süßkartoffeln zu sich. Ferner zählen zu seinem Nahrungsspektrum Insekten und Reptilien, darunter auch die Habu-Schlange (Trimeresurus flavoviridis). Normalerweise findet die Nahrungssuche auf dem Boden unter Laub statt. Die Brutzeit erfolgt ab Ende Januar oder Anfang Februar bis Mai. Außerhalb der Brutzeit lebt der Prachthäher in kleinen Gruppen. Die Gruppen zählen weniger als 30 Vögel.

Verbreitung

Mountain Inokawa - Tokunoshima, Insel südwestlich von Japan
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Mountain Inokawa - Tokunoshima, Insel südwestlich von Japan

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Prachthäher nur in Japan vor und bewohnt dort die subtropischen und tropischen feuchten Tieflandwälder. Der Prachthäher ist nur auf den südlichen japanischen Inseln Amami Oshima und Kakeromajima (Teil der Nansei Shoto Inseln Japans) endemisch. Er hält sich in Kiefernwäldern, in subtropischen Wäldern sowie auf Anbauflächen nahe der Dörfer auf. Früher kam der Prachthäher häufig in den zentralen Bergen auf der Insel Tokunoshima vor, jedoch ist er dort ausgestorben. Die Population zählte in den 1970er Jahren 5.900 Vögel und ist jetzt wahrscheinlich rückläufig.

Ernährung

Der Prachthäher ist dämmerungsaktiv und sucht seine Nahrung überwiegend auf dem Boden. Er ernährt sich weitgehend von den Eicheln der einheimischen Eiche (Quercus cuspidata). An tierischer Nahrung nimmt der Prachthäher Vogeleier, junge Vögel, aber auch Mäuse, größere Insekten und deren Larven, Spinnen, Reptilien und Amphibien zu sich. Des Weiteren verzehrt der Prachthäher die Früchte und Samen der Blauen Japanischen Eiche (Quercus glauca) und der Scheinkastanien (Castanopsis) wie zum Beispiel (Castanopsis sieboldii). Für magere Zeiten lagert der Prachthäher an verschiedenen Stellen Samen. Gelegentlich gräbt er auf den Anbauflächen nahe der Dörfer Süßkartoffeln aus dem Boden.

Fortpflanzung

Amami-Ōshima - Insel im Pazifischen Ozean und ist Teil der japanischen Präfektur Kagoshima
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Amami-Ōshima - Insel im Pazifischen Ozean und ist Teil der japanischen Präfektur Kagoshima

Prachthäher erreichen die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Sie legen sowohl eine polygame als auch eine monogame Lebensweise an den Tag. Die Brutzeit erfolgt ab Ende Januar oder Anfang Februar bis Mai. Das Nest wird in großen Baumhöhlen und in Spalten angelegt. Das Nestinnere wird mit Moosen und Flechten ausgepolstert. Das Weibchen legt in der Regel drei bis sieben Eier in das fertig gestellte Nest. Die Brutdauer dauert etwa 20 Tage und nur das Weibchen übernimmt das Brüten Die geschlüpften Jungen verbleiben etwa drei Wochen im Nest.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN weist diese Art eine kleine Population auf. Aufgrund der erhöhten Prädation ist die Art rückläufig und wird daher in der Roten Liste der IUCN als gefährdet geführt. Die Zahl der Population kann nur wieder ansteigen, wenn die eingeführten Prädatoren von den Inseln entfernt werden und eine Waldverjüngung in Angriff genommen wird. Ein hoher Anteil der Nestplünderungen ist den Dickschnabelkrähen (Corvus macrorhynchos), den verwilderten Hauskatzen und dem Kleinen Mungo (Herpestes javanicus) zuzuschreiben. Jedoch ist nicht bekannt, ob dieser scheinbar erhöhte Prädations-Druck eine langfristige Wirkung auf die Population haben wird. Die Zahl der Dickschnabelkrähen (Corvus macrorhynchos) auf der Insel Amami Oshima hat vor kurzem stark zugenommen, wahrscheinlich wegen der erhöhten Müllentsorgung auf der Insel. Die Art ist in Japan legal geschützt. Yuwangatake wurde auf der Insel Amami Oshima als National Wildlife Protection Area eingerichtet, hauptsächlich für die Erhaltung dieser Art und der Unterart Zoothera dauma major. Mehrere Zählungen und ökologische Untersuchungen sind abgeschlossen. Folgende Maßnahmen für die Erhaltung dieser Art sind erforderlich: Die übrigen Waldgebiete unter Schutz zu stellen. Des Weiteren Nistkästen in den Brutgebiete zu installieren, wo es einen Mangel an natürlichen Nestlöchern gibt. Auch sollte auf der Insel Amami Oshima schärfere Kontrolle der Prädatoren eingeführt werden. Ferner sind Untersuchungen des Potenzials für die Wiedereinführung dieser Art auf der Insel Tokunoshima erforderlich.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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