Prachtfregattvogel

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Prachtfregattvogel
Männchen mit markantem Kehlsack

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)
Familie: Fregattvögel (Fregatidae)
Gattung: Fregattvögel (Fregata)
Art: Prachtfregattvogel
Wissenschaftlicher Name
Fregata magnificens
Mathews, 1914

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Prachtfregattvogel (Fregata magnificens) zählt innerhalb der Familie der Fregattvögel (Fregatidae) zur Gattung der Fregattvögel (Fregata).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Prachtfregattvogel erreicht eine Körperlänge von 95 bis 105 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 215 bis 245 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.200 bis 1.800 Gramm. Männchen bleiben ein wenig kleiner als Weibchen. Männchen weisen eine überwiegend schwarze Färbung auf. Kopf und Hals können einen leicht metallisch grünen oder roten Schimmer aufweisen. Lediglich einige Sekundärfedern in Bereich der Flügel sind braun gefärbt. Markantes Merkmal der Männchen ist der aufblasbare und leuchtend rot gefärbte Kehlsack. Der Kehlsack ist am Ansatz mit kleinen schwarzen Federchen durchsetzt und dient ausschließlich der Partnerfindung während der Balz. Die Extremitäten weisen eine gräuliche Färbung auf, die Zehen sind mit Schwimmhäuten versehen. Die Flügel sind bei beiden Geschlechtern sehr lang und Schmal, zum Ende hin laufen sie spitz zu. Weibchen sind ebenfalls bis auf die braunen Federn im Flügelbereich schwarz gefärbt, jedoch ist ihre Brut weiß gefärbt. Die Beine der Weibchen sind fleischfarben gefärbt, über einen Kehlsack verfügen sie nicht. Der Schwanz beider Geschlechter ist deutlich gegabelt. Der Schnabel ist sehr lang und endet in einer deutlich gebogenen Spitze. Die Färbung variiert zwischen gräulich und blaugrau. Juvenile Vögel sind leicht an dem weißlichen Kopf und der überwiegend weiß gefärbten Bauchseite zu erkennen. Ihre Extremitäten weisen eine gräuliche bis blaugraue Färbung auf, ihr Schnabel ist weißlich bis hellgrau.

Prachtfregattvogel im Flug at Seymour Norte Island, Galapagos
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Prachtfregattvogel im Flug at Seymour Norte Island, Galapagos

Lebensweise

Außerhalb der Brutzeit leben Prachtfregattvögel ausschließlich auf offener See. Sie gelten als ausgezeichnete Flieger, die sowohl sehr hoch als auch ausdauernd fliegen können. Aufgrund der ausgenutzten Thermik ist ihr Flug äußerst energiesparend, ihr Flug besteht überwiegend aus Gleitphasen. Nicht selten werden beim Flug Höhen von bis zu 2.500 Metern erreicht. Der gegabelte Schwanz dient ihnen als Steuerorgan. Außerhalb der Paarungszeit leben Prachtfregattvögel einzelgängerisch. Dieses ändert sich während der Brutzeit. Sie brüten in teils riesigen Kolonien. Prachtfregattvögel gelten als eher aggressiv gegenüber Artgenossen und anderen Vögeln. Dies gilt vor allem bei der Nahrungssuche. Sie verteidigen sich hauptsächlich mit ihrem mächtigen Schnabel. In der Luft gelten sie als elegant, an Land bewegen sich Prachtfregattvögel eher unbeholfen, ihre kurzen Beine sind nicht für einen Landgang geschaffen.

Unterarten

Verbreitung

Prachtfregattvögel kommen in den tropischen und subtropischen Regionen von Nord-, Mittel- und Südamerikas vor. Auf der pazifischen Seite Nordamerika sind sie vom südlichen Kalifornien bis Mittelamerika und den Galapagos-Inseln anzutreffen. Auf der atlantischen Seite reicht ihr Verbreitungsgebiet von Florida, über Mexiko bis nach Brasilien. Ebenfalls besiedelt wird die gesamte Karibik und der Golf von Mexiko. Außerhalb der Brutzeit leben Prachtfregattvögel ausschließlich auf hoher See, sie fliegen sowohl am Tage als auch in der Nacht. Die Nistplätze befinden sich an Küstenlinien oder auf Inseln. Die Kolonien können dabei durchaus einige Tausend Vögel aufweisen. Genistet wird in unmittelbarer Nähe der Küsten, die Nester entstehen in flachen Mulden oder in natürlichen kleinen Höhlen. Die größten Kolonien liegen auf den karibischen Inseln wie Aruba und Barbados.

Weibchen at Seymour Norte Island, Galapagos
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Weibchen at Seymour Norte Island, Galapagos

Ernährung

Der Prachtfregattvogel ernährt sich überwiegend von Fischen in passender Größe, jedoch werden auch Weichtiere und Krebstiere nicht verschmäht. Bei der Nahrungssuche gleiten Prachtfregattvögel in geringer Höhe über das Meer und greifen mit ihrem Schnabel beispielsweise nach Fischen. Dabei taucht nur ihr Schnabel ins Wasser ein. Ist ihnen diese Art des Nahrungserwerbes zu anstrengend, so jagen sie anderen Vögeln ihre Nahrung ab. Dabei gehen sie teils sehr aggressiv vor. Bevorzugt werden hierbei insbesondere Möwen und Tölpel. Lassen attackierte Vögel ihre Nahrung in der Luft fallen, so schnappt sich der Prachtfregattvogel kurzerhand die Nahrung. Sie sind bei ihrer Nahrung nicht wählerisch, man kann sie gar als opportunistisch bezeichnen. So steht auch Abfall und alles andere Fressbare auf ihrer Speisekarte. Nicht selten ziehen Prachtfregattvögel auch hinter Fischtrawlers her, und fischen die Fischabfälle aus dem Wasser. An Land ist die Brut von kleineren Vögeln oder gerade geschlüpfte Schildkröten keineswegs sicher vor den Prachtfregattvögeln.

Balzendes Männchen at Seymour Norte Island, Galapagos
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Balzendes Männchen at Seymour Norte Island, Galapagos

Fortpflanzung

Prachtfregattvögel erreichen die Geschlechtsreife etwa mit zwei Jahren. Die Paarungszeit beginnt meist im zeitigen Dezember und kann sich je nach Verbreitungsgebiet bis in den April hinein erstrecken. Während dieser Zeit werden die Eier gelegt. Die Aufzucht eines Jungvogels erstreckt sich im folgenden dann über gut ein Jahr. Prachtfregattvögel brüten in Kolonien. Je nach Verbreitungsgebiet kann eine Kolonie einige Tausend Individuen beherbergen. Die Balz ist beim Männchen durch aufwändige Tänze und der Präsentation ihres aufgeblasenen Kehlsacks gekennzeichnet. Die Tänze gehen mit lautem lautem Geschrei, ausgebreiteten Flügeln und vibrierendem Schwanz einher. Bei maximal aufgeblasenem Kehlsack wird der Kopf extrem weit nach hinten gelegt. Weibchen fühlen sich offensichtlich zu Männchen mit den auffälligsten Kehlsäcken hingezogen. Der Kehlsack dient auch als Resonanzkörper, da die trommelnden Ausrufe durch den Kehlsack deutlich verstärkt werden. Prachtfregattvögel leben in einer monogamen Einehe, die zumeist eine Saison, gelegentlich aber auch ein Leben lang hält.

Unmittelbar nach der Balz geht es an das Auswählen eines geeigneten Nistplatzes. Hierbei wählt das Paar zumeist eine Flache Mulde aus, die als geeignet erscheint. Sind natürliche Höhlen vorhanden, sie werden auch diese genutzt. Ebenfalls werden Nester gerne in Büschen, in Mangroven oder an ähnlichen Plätzen errichtet. Der Prachtfregattvogel ist da nur wenig wählerisch. Das Weibchen legt in das fertige Nest nur ein Ei. Zur Eiablage kommt es in der Regel etwa drei Wochen nach der Paarung.
Jungvogel im Nest at Seymour Norte Island, Galapagos
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Jungvogel im Nest at Seymour Norte Island, Galapagos
Das Ei wird über einen Zeitraum von 45 bis 50 Tagen gewärmt. Diese Aufgabe obliegt überwiegend dem Weibchen. Beim Schlupf ist das Küken nackt und blind. In der ersten Zeit ist immer ein Elternteil bei ihm und bietet Schutz vor Fleischfressern. Die ersten drei bis vier Wochen der Nestlingszeit wird das Küken ebenfalls von der Mutter betreut. Der Vater sorgt während dieser Zeit für Nachschub an Nahrung. Später gehen beide Elternteile auf Nahrungssuche und lassen den Jungvogel zeitweise alleine. Er ist dann jedoch schon groß genug, um sich selbst zu verteidigen. Das Männchen beteiligt sich zumeist nur bis zum dritten oder vierten Lebensmonat an der Aufzucht des Nachwuchses. Danach verlässt er die Familie und das Weibchen kümmert sich im folgenden alleine um den Nachwuchs. Die Nestlingszeit beträgt rund sechs Monate, danach ist der Jungvogel flügge. Er wird von der Mutter allerdings weitere sechs bis sieben Monate gefüttert. Prachtfregattvögel weisen somit die längste Erziehungszeit in der Klasse der Vögel auf. Daraus ergibt sich folglich auch eine sehr niedrige Reproduktionsrate. Die Lebenserwartung liegt beim Prachtfregattvogel bei 25 bis 30 Jahre.

Gefährdung und Schutz

Die Prachtfregattvögel gehören heute noch nicht zu den gefährdeten Vogelarten. Daher werden sie in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt. Man schätzte die Population im Jahre 2001 auf rund 100.000 Brutpaare (Fishpool and Evans, 2001). <1> Jedoch sind die Populationen in den letzten Jahrzehnten ständigem Druck ausgesetzt. Vor allem die Zerstörung der natürlichen Lebensräume in den Brutgebieten setzt der Art immer stärker zu. In einigen Verbreitungsgebieten stellt auch die Wasserverschmutzung ein Problem dar. Prachtfregattvögel nehmen unter Umständen Giftstoffe über die Nahrung auf. Aktuelle Schätzungen der Populationen liegen nicht vor.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

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