Pottwale

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Pottwale
Kleiner Pottwal (Kogia sima)

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
Familie: Pottwale
Wissenschaftlicher Name
Physeteridae
Gray, 1821

Pottwale (Physeteridae) zählen innerhalb der Klasse der Säugetiere (Mammalia) zur Ordnung der Wale (Cetacea) und der Unterordnung der Zahnwale (Odontoceti). Es werden in 2 Gattungen 3 rezente Arten geführt. Die englische Bezeichnung für Pottwal ist Sperm Whale. Diese Bezeichnung beruht dabei auf einem Missverständnis. Man glaube früher, dass es sich bei dem Walrat in den Köpfen der Pottwale um das Sperma der Tiere handeln würde.

Inhaltsverzeichnis

Evolution und Entwicklung

Die Familie der Pottwal ist eine alte Familie innerhalb der Ordnung der Wale (Cetacea). Sie trennte sich wahrscheinlich schon sehr früh von der Hauptlinie der Zahnwale (Odontoceti) ab. Nach einhelliger Meinung erfolgte die Spaltung vor rund 20 bis 30 Millionen Jahren im Oligozän bis frühen Miozän (die Daten in der einschlägigen Literatur schwanken erheblich). Die Gattung Kogia entwickelte sich erst sehr viel später vor 8 Millionen Jahren im späten Miozän. Die Vorfahren der Pottwale sind seit dem mittleren Miozän in Nordamerika, seit dem frühen Miozän in Südamerika und Europa, seit dem späten Pliozän in Japan und seit dem frühen Pliozän in Australien nachgewiesen.

Beschreibung

Aussehen und Anatomie

Pottwale, allen voran der Pottwal (Physeter catodon), zeichnen sich durch eine kompakte Bauweise und einen großen Kopf aus. In der Größe und dem Gewicht unterscheidet sich der Pottwal von seinen beiden kleineren Verwandten deutlich. Daher werden die beiden Arten der Gattung Kogia nicht selten in eine eigene Familie geführt. Der Kopf des Pottwales macht gut ein Drittel der Körperlänge aus, bei den anderen beiden Arten sind dies rund 15 Prozent. Weitere markante Merkmale der Pottwale sind der schmale und bezahnte Unterkiefer, ein stark nach links versetztes Blasloch, paddelartige Brustflossen und eine breite, nur schwach gegabelte Fluke. Die Körperlänge der Pottwale reicht von 2,1 Meter beim Kleinen Pottwal bis hin zu 18 Meter beim Pottwal. Das Gewicht variiert von 136 Kilogramm beim Kleinen Pottwal bis hin zu 57 Tonnen bei einem ausgewachsenen Bullen des Pottwales. Warum der Pottwal einen solch überdimensionierten Kopf entwickelt hat, ist weitestgehend unklar.
Schwanzflosse eines Pottwales
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Schwanzflosse eines Pottwales
Sein eckiger und kastenartiger Kopf sitzt an der Vorderseite des Schädels über dem Oberkiefer. Der Kopf weist im Innern das Walratorgan auf. Es weist eine ovale Form auf und ist mit einer Bindegewebshülle vollständig umschlossen. Das Walratorgan und das umgebende Bindegewebe weisen große Mengen an Walrat auf. Walrat hat eine flüssige und wachsähnliche Konsistenz. Man geht davon aus, dass die im Walratorgan liegenden Nasengänge zur Kühlung und Erwärmung des Walrats dienen. Walrat verflüssigt sich bei 29 Grad Celsius. Taucht ein Pottwal von der warmen Wasseroberfläche ins tiefere kühlere Wasser, so flutet er seine Nasengänge mit Meerwasser und kühlt so die Temperatur des Walrats von 33,5 Grad (Körpertemperatur) auf unter 30 Grad Celsius auf. Das Walrat verfestigt dabei und schrumpft leicht. Die Dichte des Kopfes wird dadurch erhöht und ermöglicht so extreme Tauchtiefen. Beim Auftauchen wird das Wasser aus den Nasengängen heraus geblasen und das Walrat erwärmt sich wieder. Die Verflüssigung erhöht den Auftrieb.

Lateral zum Walratorgan und dem Bindegewebe liegen große Luftsäcke, wobei sowohl die Atemwege als auch der Schädel sehr asymmetrisch sind. Die beiden Nasengänge, also der rechte und der linke Nasengang, unterscheiden sich in Form und Funktion. Der linke Nasengang dient der Atmung, der rechte Nasengang ausschließlich der Lauterzeugung. Die Walrathöhle, die das Walratorgan umschließt, ist mit kräftiger Muskulatur umgeben. Die Lautäußerungen werden zum einen als Klicklaute bei der Nahrungssuche eingesetzt und dienen zum anderen der Kommunikation untereinander.

Der Unterkiefer des Pottwals ist lang und ausgesprochen schmal. Hier zeigt sich eine vollständige Bezahnung, die aus 16 bis 30 (20 - 26) Paare Zähnen besteht. Der Kleine Pottwal verfügt nur über 8 bis 13 Paare dünne und scharfe Zähne im Unterkiefer, der Zwergpottwal über 10 bis 16 Paare. Die Zähne dienen allen Arten nur dem Greifen von Beutetieren, zum Kauen oder Reißen sind die Zähne nicht geeignet. Zähne im Oberkiefer sind entweder stark reduziert, brechen nicht durch oder fehlen völlig. Die Zähne der Kogia-Arten sind leicht gebogen und weisen keinen Schmelz auf.

Die Haut des Pottwals ist dunkel, meist dunkelgrau gefärbt und bis auf den Kopf ausgesprochen runzelig. Im Bereich des Maules lässt sich oftmals eine weißliche Zeichnung erkennen. Ventral weist die Haut nicht selten weißliche Flecken auf. Die Haut des Zwergpottwals und des Kleinen Pottwals weist dorsal eine blaugraue, an den Flanken eine hellgraue und ventral eine weißliche bis rosige Färbung auf. Auf der Kopfunterseite kann eine hellere Zeichnung zu sehen sein. Dem Pottwal fehlt es an einer Rückenfinne, diese ist beim Männchen nur als schwache Erhebung zu sehen, bei den Weibchen fast gar nicht erkennbar. Die beiden kleinen Arten verfügen über kleine, sichelartige Rückenfinnen, die etwa in der Rückenmitte liegen. Die paddelartigen Brustflossen (Flipper) liegen hinten dem Kopf im ersten Körperdrittel, wobei sie beim Pottwal deutlich zur Körpermitte tendieren. Die Fluke ist waagerecht und nur schwach gegabelt. Bei den Kogia-Arten ist der Kopf weit weniger rechteckig und insgesamt deutlich kleiner als beim Pottwal. Das Maul beider Arten liegt weit hinten und die Zähne haben fast den Anschein, dass es sich um Haie handeln würde. Die Haut eines Pottwals (Physeter catodon) ist mit 35 Zentimeter äußerst dick und besonders für die hohen Tauchtiefen ausgelegt. Der Darm des Pottwals weist eine Länge von bis zu 250 Meter auf. Auch die Speiseröhre ist rekordverdächtig. Durch ihr könnte der Pottwal ohne Probleme einen Menschen im Ganzen verschlingen.

Maße und Gewicht

Bei den Werten in der nachstehenden Tabelle handelt es sich um Durchschnittswerte. Mögliche Rekordwerte sind nicht enthalten.

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Körperlänge male Körperlänge female Breite der Fluke Gewicht male Gewicht female
Pottwal Physeter catodon 16 - 18 m 11 - 12,5 m 4,0 - 4,5 m 45.000 - 57.000 kg 15.000 - 24.000 kg
Kleiner Pottwal Kogia simus bis 2,7 m bis 2,1 m 0,51 - 0,76 m 136 - 272 kg 136 - 272 kg
Zwergpottwal Kogia breviceps bis 4,0 m bis 3,0 m  ? m bis 408 kg bis 318 kg

Lebensweise

Während der Nahrungssuche taucht der Pottwal durchschnittlich in Tiefen von 400 bis 1.000 Metern hinab. Ein durchschnittlicher Tauchgang erstreckt sich über etwa 35 Minuten. Sie können jedoch auch noch weit tiefer tauchen. Aufgrund von Echolotungen hat man Pottwal-Männchen auch in Tiefen von 2.500 Metern geortet. Man vermutet, dass sie auch bis zu 3.000 Meter tief tauchen können. Die maximale Tauchzeit liegt bei etwa 70 Minuten. Während der einzelnen Tauchgänge kommen Pottwale für bis zu 8 Minuten an die Wasseroberfläche um Atemluft aufzunehmen.
Blas eines Pottwales
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Blas eines Pottwales
Die Weibchen und Jungtiere der Pottwale tauchen nicht so tief wie die Bullen und beschränken sich auf Tiefen von oberhalb 700 Metern. Pottwale tauchen nicht selten bis zum Meeresboden hinab. Dies belegen Funde im Magen wie Steine und Blechdosen. Der Abstieg in die Tiefe erfolgt fast senkrecht.

Die Kogia-Arten verbringen ihre Ruhephasen an der Wasseroberfläche treibend. Die Kopfoberseite ragt dabei aus dem Wasser heraus. Beide Arten gehören zu den eher langsamen Schwimmer und bewegen sich daher nur gemächlich im Wasser. Sie gelten als scheu und meiden die Nähe zu Schiffen. Selbst beim Atmen ist ihr Blas unauffällig. Ein Pottwal (Physeter catodon) ist ebenfalls ein eher langsamer Schwimmer, der sich gemächlich mit rund 10 km/h bewegt. Auf der Flucht oder der Jagd soll er Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h erreichen können.

Die Weibchen der Pottwale leben mit ihrem Nachwuchs in geselligen Gruppen. Das Sozialleben basiert auf Familiengruppen aus miteinander verwandten adulten Kühen. Eine Gruppe kann bis zu 12 erwachsene Kühe aufweisen. Nicht selten schließen sich für kürzere Zeit mehrere Familiengruppen zu größeren Schulen zusammen. Bullen, die die Geschlechtsreife erreicht haben verlassen ihre Gruppe und leben die nächsten Jahre in Junggesellenherden. Mit zunehmendem Alter leben sie einzelgängerisch. Innerhalb der Schulen mit den Weibchen besteht zwischen den einzelnen Tiere eine durchaus enge Bindung. Ein Jungtier, dessen Mutter zur Nahrungssuche abtaucht, wird von einer anderen Kuh kurzfristig betreut. Das macht Sinn, denn Kälber sind in den ersten Lebensmonaten zu keinen langen und tiefen Tauchgängen in der Lage. Die Nahrungsgründe der Mütter können mitunter jedoch in Tiefen von bis zu 700 Metern liegen. Alleine wären Kälber an der Wasseroberfläche eine leichte Beute für große Haie und Schwertwale. Die Verteidigung gegenüber Fleischfressern erfolgt in der Gruppe. Die mächtige Fluke dient dabei als Waffe. Kogia-Arten leben ebenfalls in kleinen Schulen (5 - 6 adulte Kühe) und weisen ähnliche Verhaltensweisen in der Gruppe wie die großen Verwandten auf.

Verbreitung

Pottwale kommen weltweit in allen Ozeanen vor. Sie sind weit verbreitet als alle anderen Meeressäuger. Das Verbreitungsgebiet der Weibchen und juvenilen Tiere beschränkt sich auf tropische bis warmgemäßigte Gewässer bis Breiten von etwa 40 Grad. Ausgewachsene Bullen sind bis in arktische Gewässer, streckenweise bis zur Eiskante anzutreffen. Besiedelt wird vor allem die Tiefsee vor dem Kontinentalsockel. Juvenile Kogia-Arten leben abweichend davon auch in flachen Küstengewässern und im Bereich des Kontinentalsockels. Pottwale leben üblicherweise in Tiefen von rund 1.000 Metern. Die Geschlechter scheinen einen Großteil des Jahres getrennt voneinander zu leben. Bullen unternehmen zudem deutlich weitere Wanderungen, die sie bis zu den Polregionen der Erde führen. Während der Paarungszeit machen sich die Männchen auf die lange Reise zu den Weibchen, die sich überwiegend in tropischen Gewässern aufhalten. Untersuchungen der Mitochondrien haben ergeben, dass sich alle Populationen im Wesentlichen ähneln. Vor allem geografische Muster sind nicht zu erkennen. Die Kern-DNA ist geografisch gesehen sogar noch homogener. Es gibt demnach keine signifikanten Unterschiede zwischen Pottwalen innerhalb der einzelnen Meere und nur geringe Abweichungen zwischen den Beständen verschiedener Ozeane. Ein ähnliches Wanderverhalten weisen die kleineren Kogia-Arten auf. Auch sie gehören zu den Kosmopoliten unter den Meeressäugern.

Prädator der Kogia-Arten: der Weiße Hai (Carcharodon carcharias)
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Prädator der Kogia-Arten: der Weiße Hai (Carcharodon carcharias)

Prädatoren

Ausgewachsene Pottwale haben aufgrund ihrer Größe keine natürlichen Feinde. Die deutlich kleineren Kogia-Arten stehen auf der Speisekarte großer Meeresräuber wie größere Haie (Galeomorphii) wie der Weiße Hai (Carcharodon carcharias) und Große Schwertwale (Orcinus orca). Bei Gefahr scheiden Kogia-Arten eine rotbraune Darmflüssigkeit aus, die den Tieren wahrscheinlich einen Vorteil bei der Flucht verschafft.

Ernährung

Pottwale ernähren sich überwiegend von Kopffüßer (Cephalopoda) wie Kalmare (Teuthida) und Kraken (Octopodida). Weibchen wenden rund 75 Prozent ihrer aktiven Zeit für die Nahrungssuche auf. Vor allem die Männchen haben es auf die Giganten unter den Kraken abgesehen: die Riesenkalmare (Architeuthis). Dabei kommt es zwischen den Bullen und den Riesenkalmaren zu regelrechten Kämpfen, was auch die Wunden im Kopfbereich der Pottwalbullen belegen. Weibchen fressen überwiegend kleinere Kopffüßer. Neben den Kopffüßern stehen auch Fische (Osteichthyes) und Knorpelfische (Chondrichthyes) wie kleinere Haie (Galeomorphii) und Rochen (Batoidea) auf der Speisekarte.
Begehrter Snack: Gemeiner Tintenfisch (Sepia officinalis)
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Begehrter Snack: Gemeiner Tintenfisch (Sepia officinalis)
Der Kleine Pottwal und der Zwergpottwal ernähren sich ebenfalls überwiegend von Kopffüßern (Cephalopoda). Aber auch Fische (Actinopterygii) in passender Größe und Krebstiere (Crustacea) werden durchaus häufig gefressen. Die meisten gefressenen Fische weisen eine Länge von 10 bis 30 Zentimeter auf. Die Nahrungssuche erfolgt für gewöhnlich in großen Tiefen. Der Kleine Pottwal geht beispielsweise in Tiefen von 500 bis 1.300 Metern auf Nahrungssuche. Die Analyse von Mageninhalten hat ein breites Spektrum an Beutetiere nachweisen können. Dazu gehören beispielsweise Kopffüßer (Cephalopoda wie Octopoteuthidae, Chiroteuthidae, Histioteuthidae, Gonatidae, Onychoteuthidae, Fliegende Kalmare (Ommastrephidae), Wunderlampen (Lycoteuthidae), Gallertkalmare (Cranchiidae), Vampirtintenfische (Vampyroteuthidae), Echte Kraken (Octopodidae) und Tintenschnecken (Sepiidae). An Fischen stehen je nach Verbreitungsgebiet insbesondere Goldlachse (Argentinidae), Borstenmäuler (Gonostomatidae), Grenadiere (Macrouridae), Laternenfische (Myctophidae), Tiefsee-Beilfische (Sternoptychidae) und Meeraale (Congridae) auf der Speisekarte. Bei den Fischen handelt es sich fast ausschließlich um Fische aus der Tiefsee.

Fortpflanzung

Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit acht bis neun Jahren, Männchen mit rund 10 Jahren, wobei sie als Halbwüchsige selten vor dem zwanzigsten Lebensjahr zur Paarung kommen. Die einzelgängerisch lebenden Männchen stoßen je nach Verbreitungsgebiet zwischen dem Frühjahr und dem Sommer zu den Weibchengruppen und scharen bis zu zehn Weibchen in einem Harem um sich. Der reproduktive Zyklus bei den Weibchen tritt alle 3 bis 5 Jahre auf. Bei den Kogia-Arten kommt es meist alle 2 Jahre zu einer Geburt. Nach einer Tragezeit von 15 bis 16 Monaten bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt, das bereits eine Länge von gut 4 Metern sowie eine Tonne aufweist. Die Säugezeit beträgt rund 2 Jahre. Danach kann ein Jungtier selbständig fressen, verbleibt aber meist noch Jahre in der Gruppe des Weibchen. Über das Fortpflanzungsverhalten der Kogia-Arten ist relativ wenig bekannt. Die Geschlechtsreife wird mit einer Körperlänge von gut 200 bis 220 Zentimetern erreicht. Augrund von Beobachtungen ist man sicher, dass es vor allem im Sommer zu Geburten kommt. Nach einer Tragezeit von etwa 9 Monaten bringt ein Weibchen im Oberflächenwasser ein Jungtier zur Welt. Das Kalb weist eine Körperlänge von etwa 100 Zentimetern auf. Die Säugezeit dürfte sich über etwa 6 Monate erstrecken. Pottwale können ein Alter von 70 bis 75 Jahren erreichen. Die kleineren Arten erreichen wahrscheinlich ein Alter von durchschnittlich 20 Jahren. Genaue Zahlen liegen jedoch nicht vor. Die Weibchen der Pottwale sind im Alter von etwa 30 Jahren ausgewachsen, die Bullen im Alter von rund 50 Jahren.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Pottwal gilt heute zu den gefährdeten Arten und wird als solches (VU, Vulnerable) in der Roten Liste der IUCN geführt. Man geht heute von etwa 200.000 Tiere aus. Seit 1988 ist die kommerzielle Bejagung des Pottwales untersagt. Die Bejagung im 19. und 20. Jahrhundert hat die Art an den Rand der Ausrottung gebracht. Begehrt waren vor allem das Walrat. Gejagt wurden vor allem die großen Bullen, da sie über große Mengen an Walrat verfügen. Die beiden Kogia-Arten gelten hingegen als nicht gefährdet (LC, Least Concern). Diese Einschätzung der IUCN beruht jedoch nur auf wenige Sichtungen, da vor allem der Kleine Pottwal nur selten zu beobachten ist. Über die Gesamtbestände kann nur spekuliert werden. In der Vergangenheit wurden die Tiere stark bejagt. Aber auch heute werden Kleine Pottwale noch durchaus häufig gejagt. Zu den Fangnationen gehören die üblichen Verdächtigen wie Japan und Indonesien. Ansonsten stellt in den natürlichen Verbreitungsgebieten eher die einheimische Bevölkerung den Tieren nach. Gejagt werden die Tiere mit Harpunen oder Sprengharpunen. Ein weiteres Problem neben der direkten Bejagung ist der Beifang. Nicht selten verfangen sich kleine Pottwale in den Netzen der Fischer und ertrinken. Die Wasserverschmutzung durch Gifte und Müll ist ebenfalls in den letzten Jahrzehnten zu einem massiven Problem geworden. So fand man in den Mägen toter Wale Plastik, Blechdosen und anderen Müll.

Systematik der Pottwale

Phylogenetisch gesehen stellen die Pottwale ein Schwestertaxon zu den Bartenwalen (Mysticeti). Diese Ansicht gilt jedoch als umstritten. Die Vertreter der Gattung Kogia werden nicht selten in eine eigene Familie gestellt und als Kogiidae geführt. Dieser Artikel folgt jedoch der traditionellen Systematik mit nur einer Familie.

Familie: Pottwale (Physeteridae)

Gattung: Physeter
Art: Pottwal (Physeter catodon)
Gattung: Kogia
Art: Kleiner Pottwal (Kogia simus)
Art: Zwergpottwal (Kogia breviceps)

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Ordnung der Wale (Cetacea)

Literatur und Quellen

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