Kleines Sumpfhuhn

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Kleines Sumpfhuhn

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
Familie: Rallenvögel (Rallidae)
Gattung: Sumpfhühner (Porzana)
Art: Kleines Sumpfhuhn
Wissenschaftlicher Name
Porzana parva
Scopoli, 1769

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Kleine Sumpfhuhn (Porzana parva) zählt innerhalb der Familie der Rallenvögel (Rallidae) zur Gattung der Sumpfhühner (Porzana).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Kleine Sumpfhuhn erreicht eine Körperlänge von 18 bis 20 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 35 bis 39 Zentimeter sowie ein Gewicht von 30 bis 70 Gramm. Das Gefieder weist an der Oberseite eine bräunliche bis schwarzbraune Grundfärbung auf. Eine schwärzliche und weiße Zeichnung überzieht dabei das gesamte Gefieder. Ventral ist das Gefieder der Männchen grau bis blaugrau gefärbt und ist mit einer Bänderung durchzogen. Weibchen weisen an der Bauchseite eine gelblichbraune Färbung auf. Das braune Rückengefieder setzt sich über den Nacken bis zum Oberkopf fort. Der restliche Kopf ist wie die Bauchseite gefärbt. Der kurze aber kräftige Schnabel ist an der Wurzel rot, ansonsten gelb mit grünlichem Schimmer. Die Extremitäten sind grün bis olivgrün gefärbt. Das Kleine Sumpfhuhn ist tagaktiv, die aktivste Zeit entfaltet es in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Osteuropas. Das Kleine Sumpfhuhn ist ein Zugvogel, der im Herbst je nach Verbreitungsgebiet nach Nordostafrika, den Nahen Osten oder nach Pakistan zieht. Westliche Populationen überwintern auch im Mittelmeerraum. Im März ziehen die Vögel zurück in die Brutgebiete. Bevorzugter Lebensraum sind Sumpfgebiete oder stehende Gewässer wie Seen oder Teiche mit entsprechender Ufervegetation. Schilfbewuchs und Röhricht bieten dem Kleinen Sumpfhuhn in den Verlandungszonen Schutz und Platz zum Brüten.

Ernährung

Zur bevorzugten Nahrung der Kleinen Sumpfhühner gehören Wasserpflanzen, allerlei Insekten, Algen, Samen und andere Wassertierchen von geringer Größe. Ihre Nahrung beziehen sie hauptsächlich aus dem Wasser, an Land sind sie selten auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt in den Verbreitungsgebieten bereits im März, spätestens jedoch im April oder Mai. Die Nester entstehen in dicht bewachsenen Verlandungszonen von Sümpfen und Seen. Ein Nest besteht nur aus Pflanzenteilen und entsteht am Boden. Das Weibchen legt zwischen sechs und acht gelbliche Eier, die eine braune Fleckung und eine Länge von gut drei Zentimeter aufweisen. Über einen Zeitraum von 20 bis 22 Tagen werden die Eier von beiden Geschlechtern ausgebrütet. Als Nestflüchter folgen die Küken den Eltern bereits kurz nach dem Schlupf. Spätestens nach zwei Monaten sind die Jungvögel flügge. Die Lebenserwartung der Kleinen Sumpfhühner liegt bei fünf bis sechs Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072

Links

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