Poecilotheria ornata

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Ornamentvogelspinne
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Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Poecilotheriinae
Gattung: Poecilotheria
Art: Ornamentvogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Poecilotheria ornata
Pocock, 1899

Die Ornamentvogelspinne (Poecilotheria ornata) zählt zur Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) und gehört zur Gattung der Poecilotheria.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Ornamentvogelspinne ist die wohl aggressivste dieser Gattung. Diese Art erreicht eine Körperlänge von 7 bis 8 cm, wobei die Männchen etwas kleiner bleiben. Die Weibchen werden sehr massig. Die gesamte Oberseite ist vorwiegend rotbraun in verschiedenen helldunkel Abstufungen. Vom Augenhügel bis zu den Spinnwarzen läuft eine mehr oder weniger gezackte Linie, die im Innern braun und hellbraun eingefasst ist. Auf der Unterseite weist das erste Beinpaar die typisch leuchtend gelbschwarz gestreifte Warnfarbe auf. Der ganze Körper der Ornamentvogelspinne ist mit vereinzelt feuerroten Haaren überzogen.

Abwehr

Ein Biss dieser Vogelspinne ist, laut Berichten, sehr schmerzhaft und zeigt für etwa zwei Wochen grippeähnliche Symptome wie Schüttelfrost und Schwindelgefühl. Sie ist allerdings die aggressivste aller Poecilotheria Arten. Die Art hat ein deutliches Warnverhalten, das dem vermutlichen Angreifer deutlich macht sich nicht mit ihr anzulegen. Sie stellt sich auf die Hinterbeine und richtet die ersten zwei Beinpaare ausgestreckt nach oben nebeneinander. Die leuchtenden Warnfarben auf der Unterseite dieser Beine signalisieren Gefahr. Schreckt dies den Gegner noch nicht ab, schlägt sie Blitzartig mit diesen Vorderbeinen auf den Gegner ein und verharrt wieder in der Drohstellung. War dies immer noch nicht erfolgreich, beisst sie zu.

Verbreitung

Die Ornamentvogelspinne kommt nur auf Sri Lanka in den Bergregionen von Ratnapua vor. Oft findet man die Ornamentvogelspinne in Astlöchern und Baumhöhlen in sehr großen Höhen. In dem Verbreitungsgebiet herrschen Temperaturen von 21 bis 23°C und eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 Prozent. Nachts sinken die Temperaturen auf 17 bis 20°C ab. Aufgrund ihres sehr geringen Verbreitungsgebietes gilt sie in Sri Lanka als geschützte Art. Die Ausfuhr ist strengstens verboten und steht unter Strafe.

Nahrung

Diese Art nimmt allerlei Insekten zu sich, schreckt aber auch vor nestjungen Vögeln oder Nagern nicht zurück. Echsen, z. B. Geckos, die sich in dem Einzugsbereich der Vogelspinne bewegen, werden auch gefressen.

Fortpflanzung

Nachdem das Männchen seine Reifehäutung vollzogen hat, wird es ein Netz bauen, das einer Hängematte gleicht. In dieses Spermanetz klebt es nun einen Spermatropfen, den es mit den Bulben aufnimmt. Danach geht das Männchen auf Partnersuche. Durch das Aufnehmen von Pheromonen des Weibchens findet das Männchen zu seiner potentiellen Partnerin. Dort eingetroffen, fängt das Männchen hochfrequent an zu Zittern. Das paarungsbereite Weibchen wird durch diese Schwingungen stimuliert und erwiedert das Zittern des Männchens. Das Männchen hebt nun den Vorderkörper des Weibchens so weit nach oben, dass es mit den Bulben an die Geschlechtsöffnung der Unterseite des weiblichen Abdomens kommt und diese in die Geschlechtsöffnung einführen kann. Dort übergibt das Männchen das Samenpaket und trennt sich wieder vom Weibchen.

Nach etwa sechs bis acht Wochen baut das Weibchen ein Kokon der 70 bis 150 Eier enthält. Nach weiteren acht Wochen schlüpfen etwa ein cm große Jungen, die sich noch einige Tage in dem Kokon aufhalten bis das Weibchen diesen öffnet und die Jungen herauskrabbeln. Sie werden noch einige Zeit als Kolonie zusammenleben bis sie sich auf die umliegenden Bäume verteilen.
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