Poecilotheria

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Poecilotheria
Tigervogelspinne (Poecilotheria regalis)

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Poecilotheriinae
Gattung: Poecilotheria
Wissenschaftlicher Name
Poecilotheria
(Simon), 1885

Die Gattung Poecilotheria zählt innerhalb der Ordnung der Webspinnen (Araneae) zur Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Mit bis zu 125 mm Beinspannweite ist dies die imposanteste Baumvogelspinne. Die Männchen bleiben etwas kleiner, da sie im Vergleich zu Ihrem kleinen Körper sehr lange Beine haben, sehen sie dürr und stakselig aus. Ihnen fehlen, im Gegensatz zu vielen anderen Vogelspinnen die Tibiaapophysen Schienbeinhaken am einen Gelenk des ersten Beinpaares, die zum Hochstämmen und Abstandhalten des Weibchens bei der Paarung genutzt werden. Sie sind zu einer Beule zurückgebildet. Dies ist vielleicht auf der Artfriedfertigkeit zurückzuführen. Alle Poecilotheria Arten weisen eine ähnliche Musterung auf, die sich nur farblich unterscheidet. Männchen sind fast einheitlich braun oder grau gefärbt, haben aber das typische Muster noch erahnbar, aber nicht so ausgeprägt wie die Weibchen. Auf der Unterseite weisen sie allerdings die gleichen Warnfarben der Art auf. Diese sind zwar nicht so grell.

Die Weibchen sind sehr kräftig gebaut. Auf dem Carapax und dem Abdomen sind sie sehr intensiv braun, cremefarben und weiß gefärbt. Die Musterung ist bei allen Arten ähnlich. Vom Augenhügel bis zu den Spinnwarzen zieht sich ein weißer bis bräunlicher Streifen, der mehr oder weniger gezackt ist. Alle Beine weisen, je nach Art, weiße, gräuliche und hellgelbe bis zu bläulichen Flecken auf. Auf der Unterseite zeigen alle Poecilotheria Arten ihre grellen Warnfarben auf den ersten zwei Beinpaaren.

Die Warnfarben können von gelb, schwarz über orange bis blau von Art zu Art variieren. Die Warnfarben zeigen die Spinnen nur, wenn sie sich bedroht fühlen, in dem sie sich auf die Hinterbeine stellen und die Vorderbeine ausgestreckt aneinandergelegt nach oben aufrichten. Dabei zeigen sie auch ihre Giftklauen eindrucksvoll. Hilft das nicht, schlagen sie mit den Vorderbeinen blitzschnell auf den Gegner ein und verharren danach wieder in der Drohstellung. Wenn der Gegner daraufhin immer noch nicht zurückschreckt, beißt die Spinne zu. Dies kann sehr schmerzhaft sein, und es wird von 14-tägigen grippeartigen Beschwerden berichtet.

Als Baumbewohner ist die Vogelspinne ein sehr gewandter Kletterer und vermag auch weite Sprünge zu vollziehen. Weiterhin ist die Vogelspinne eine der schnellsten Vertreter.

Arten

Drohen
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Drohen

Verbreitung

Sie kommen vorwiegen auf Sri Lanka und im Süden Indiens vor, wo sie auch oft in menschlichen Siedlungen anzutreffen sind. Die eigentlichen Habitate der Poecilotheria Arten sind Baumrinde oder Felsspalten, in denen sie röhrenförmige Netze spinnen.

Nahrung

Die Gattung ernährt sich von allerlei Insekten, nehmen aber auch kleine Reptilien wie Geckos, die im selben Baum leben oder auch Jungvögel, zu sich.

Fortpflanzung

Da die Gattung Poecilotheria nicht aggressiv gegen Artgenossen ist, besteht bei dieser Vogelspinnenart für das Männchen keine Gefahr vom Weibchen gefressen zu werden. Das Männchen baut nach der Geschlechtreifehäutung ein Spermanetz, das einer Hängematte gleicht. Auf das Netz wird vom Männchen aus der Geschlechtsöffnung am Hinterleib ein Spermatropfen klebt. Diesen nimmt er mit den Bulben auf. Die Besonderheit bei dieser Gattung ist, dass die Männchen mit den Tastern Tarsen so laut klopfen, das man es sehr weit hören kann. Beispielsweise hört man ein Männchen in Gefangenschaft von einem geschlossenen Raum bis in die umliegenden Räume. Durch das Klopfen verständigt sich das Männchen mit dem Weibchen über die Bereitschaft der Paarung. Weiterhin macht das Männchen zitternde Bewegungen, mit einer sehr hohen Frequenz. Das Weibchen antwortet nun positiv oder negativ. Daraufhin wird das Männchen bei positiver Antwort das Weibchen mit dem ersten Beinpaar hochstämmen, um mit den Tastern Tarsen, an deren Spitze das Begattungsorgen befindet Bulben, in die Geschlechtsöffnung des Weibchens am unteren Ansatz des Hinterleibes das Sperma abzusetzen.

Nach sechs bis acht Wochen wird das Weibchen in ihrem Nest einen Kokon (gesponnene Eihülle) bauen, in die sie 100 bis 180 Eier ablegt. Diesen Kokon trägt sie mit den Beißklauen und wendet ihn mehrmals täglich, so dass die darin befindlichen Eier nicht verklumpen oder gedrückt werden. Nach weiteren acht Wochen schlüpfen die etwa ein cm großen Jungen aus der Eihülle und leben noch eine geraume Zeit als Kolonie zusammen bis die Jungen selbständig auf Nahrungssuche gehen. Nach zwölf Monaten haben die Jungen die Geschlechtsreife erreicht.
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