Piratenwolfspinne

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Piratenwolfspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Unterklasse: Micrura
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Teilordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)
Gattung: Piratenspinnen (Pirata)
Art: Piratenwolfspinne
Wissenschaftlicher Name
Pirata latitans
Blackwall, 1841

Die Piratenwolfspinne (Pirata latitans) zählt innerhalb der Familie der Wolfspinnen (Lycosidae) zur Gattung der Piratenspinnen (Pirata).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Piratenwolfspinne erreicht je nach Geschlecht eine Körpergröße von drei bis fünf Millimeter. Weibchen sind dabei größer als Männchen. Die Körperoberfläche ist braun bis dunkelbraun oder auch fast schwarz gefärbt. Männchen sind deutlich dunkler. Der Vorderkörper weist eine bräunliche Bänderung auf, auf dem Abdomen sind entlang der Mittellinie mehrere weißliche Punktreihe erkennbar. Die Extremitäten sind bei beiden Geschlechtern bräunlich gebändert. Aufällig sind ihre acht Augen, die in drei Reihen vorne auf dem Kopf liegen. Die erste Reihe besteht aus vier kleinen Nebenaugen. Die beiden anderen Reihen aus jeweils zwei großen Augen. Piratenwolfspinnen sind reine Bodenbewohner, die sich tagsüber meist unter Laub oder in anderen Verstecken zurückziehen. Die Piratenwolfspinne verfügt über ein relativ starkes Gift, welches sie den Beutetieren injiziert. Dieses Gift kann dem Menschen kaum gefährlich werden, da die Menge sehr gering ist und die Spinne die Haut eines Menschen nicht durchdringen kann. Am aktivsten sind Piratenwolfspinnen in der Dämmerung und in der Nacht, tagsüber sind sie relativ selten zu sehen. Meist kann man adulte Tiere von Mai bis August beobachten.

Verbreitung

Die Piratenwolfspinne ist in weiten Teilen des gemäßigten Mitteleuropas verbreitet. Sie bevorzugt feuchte bis nasse Lebensräume in Auwäldern, deren Rändern und ähnlichen Habitaten mit reichlich Feuchtbiotopen. Sie lebt immer in der Nähe von Kleinstgewässern, auf denen sie auf die Jagd geht. Die Piratenwolfsspinne kommt vor allem in den Mittelgebirgen vor, wo sie gebietsweise häufig anzutreffen ist.

Nahrung

Die Piratenwolfspinne ist eine Lauerjägerin, die an exponierter Stelle, am Rand eines Kleinstgewässers auf ein Beutetier wartet. Kommt ein Insekt in erreichbarer Nähe vorbei, so schießt sie schnell hervor und überwältigt das Insekt. Es handelt sich dabei meist um Insekten die ins Wasser gefallen sind. Die Piratenwolfspinne hält während ihrer Lauerjagd ihre Vorderbeine auf die Wasseroberfläche und spürt so über die Wellenbewegung des Wassers, wenn ein Tier ins Wasser gefallen ist. Ein Beutetier wird an Ort und Stelle verspeist. Für ihre Jagd nutzen sie keine Netze. Ein starkes Gift wird insbesondere größeren Beutetieren injiziert.

Fortpflanzung

Weibchen mit Eikokon
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Weibchen mit Eikokon

Die Paarungszeit der Piratenwolfspinne beginnt meist im zeitigen Mai. Das Männchen nähert sich dabei dem wesentlich größeren Weibchen und bewegt dabei seine Taster auf und ab. Paarungsbereite Weibchen verhalten sich passiv und abwartend. Das Männchen kann nun das Weibchen besteigen. Es bringt mit seinen Pedipalpen Samenpakete an das Begattungsorgan des Weibchens. Dieser Vorgang kann durchaus einige Stunden dauern. Danach verläßt das Männchen seine Partnerin und kümmert sich auch nicht um die Aufzucht. Die Eier werden in einen Kokon abgelegt und an die Spinnwarzen geheftet. Das Weibchen schleppt diesen Kokon immer mit sich herum. Meist schlüpfen die Jungspinnen im Juni. Das Weibchen ist ihrem Nachwuchs behilflich und öffnet den Kokon. Die Jungspinnen, das können durchaus einige hundert sein, begeben sich sofort auf den Rücken ihrer Mutter. In der ersten Zeit ernähren sie sich vom Eidotter. Selbständig sind sie meist nach der ersten Häutung.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
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