Phyllops falcatus

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Phyllops falcatus
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Fruchtvampire (Stenodermatinae)
Gattung: Phyllops (Peters, 1865)
Art: Phyllops falcatus
Wissenschaftlicher Name
Phyllops falcatus
(Gray, 1839)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Phyllops falcatus zählt innerhalb der Familie der Fruchtvampire (Stenodermatinae) zur monotypischen Gattung Phyllops. Im Englischen wird die Art Cuban Fig-eating Bat genannt. Es sind 2 Unterarten bekannt (Mancina et al., 2006; (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde stammen aus dem Pleistozän und wurde in Höhlen auf ganz Kuba gefunden. Fossile Funde stammen auch von Hispaniola und der Dominikanischen Republik (Da Cunha Tavares & Mancina, 2006).

Erkennung

Von den ebenfalls auf Kuba vorkommenden Arten der Gattungen der Baumfledermäuse (Ardops), Ariteus und Stenoderma kann Phyllops falcatus aufgrund des konkaven Oberkiefers und der Zahn- und Schädelmorphologie unterschieden werden (Da Cunha Tavares & Mancina, 2006).

Beschreibung

Aussehen, Maße

Phyllops falcatus ist eine mittelgroße Art der Fledermäuse. Männchen der Nominatform erreichen eine Unterarmlänge von 41,4 bis 44,0 (42,5) mm, eine Humeruslänge von 26,9 bis 27,5 (27,2) mm, eine Schädellänge von 19,6 bis 20,8 (20,3) mm, eine Condylobasallänge von 17,9 bis 18,9 (18,3) mm, eine Jochbeinbreite von 13,1 b bis 14,1 (13,4) mm, eine Flügelfläche von 157,8 bis 174,2 (167,9) cm², eine Flügelspannweite von 307 bis 331 (320) mm sowie ein Gewicht von 16 bis 24,5 (19,5) g. Weibchen der Nominatform erreichen eine Unterarmlänge von 44,1 bis 46,5 (45,3) mm, eine Humeruslänge von 27,6 bis 28,5 (28,1) mm, eine Schädellänge von 20,6 bis 21,4 (21,1) mm, eine Condylobasallänge von 18,8 bis 19,5 (19,1) mm, eine Jochbeinbreite von 13,7 b bis 14,2 (14,0) mm, eine Flügelfläche von 176,4 bis 202,0 (184,9) cm², eine Flügelspannweite von 305 bis 347 (326,25) mm sowie ein Gewicht von 16 bis 25,5 (22,3) g. Männchen bleiben demnach deutlich kleiner und leichter als Weibchen. Ein Schwanz ist nicht vorhanden. Das Fell ist mittellang, dicht und seidig. Es weist dorsal eine graubraune Färbung auf, ventral ist es etwas blasser gefärbt. Die Schultern sind jeweils durch einen hellen Fleck gekennzeichnet. Die Nase ist relativ breit, die Ohren sind kurz und weisen gerindete Spitzen auf. Der Tragus ist kräftig entwickelt. Das Gebiss besteht aus 32 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i2/2, c1/1, p2/2, m3/3 (Da Cunha Tavares & Mancina, 2006).

Lebensweise

Phyllops falcatus hält sich während der Ruhephasen meist in kleinen Gruppen in Laubbäumen auf. Die Gruppen bestehen meist aus 3 bis 5 Individuen. Nicht selten treten Vergesellschaftungen mit anderen Fledermäuse wie der Jamaica Fruchtfledermaus (Artibeus jamaicensis), Phyllonycteris poeyi, Monophyllus redmani und Brachyphylla nana auf. Die Art ist wie alle Fledermäuse nachtaktiv. Gelegentlich sind die Tiere auch in der Dämmerung aktiv (Da Cunha Tavares & Mancina, 2006).

Unterarten

Unterarten nach Timm & Genoways, 2003 in IUCN, 2014 sowie Wilson & Reeder, 2005.

Verbreitung

Die Art ist auf den Cayman Islands, auf Kuba, in der Dominikanischen Republik und auf Haiti endemisch. Phyllops falcatus lebt hier in kleinen Gruppen auf Bäumen (IUCN, 2014). Phyllops falcatus besiedelt das Tiefland und ist in Höhenlagen bis in Höhen von etwa 680 m über NN anzutreffen. Zu den typischen Pflanzen im Lebensraum der Tiere gehören die Kuba-Kiefer (Pinus cubensis), Myrtengewächse (Myrtaceae) der Gattung Mancina und Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) der Gattung Garcia (Da Cunha Tavares & Mancina, 2006).

Biozönose

Zu den natürlichen Feinden zählt insbesondere die Schleiereule (Tyto alba), unter den wenigen nachgewiesen Parasiten ist die Milbe (Acari) Paralabidocarpus foxi zu nennen. Diese Parasiten halten sich insbesondere in der Achselregion im Fell auf. Im Lebensraum der Art treten auch andere Arten der Fledermäuse auf. Zu den sympatrischen Arten gehören Blattnasen (Phyllostomidae) wie Brachyphylla nana, Erophylla bombifrons, Macrotus waterhousii, Monophyllus redmani und Phyllonycteris poeyi, Glattnasen (Vespertilionidae) wie die Große Braune Fledermaus (Eptesicus fuscus) und Lasiurus moll, Bulldoggfledermäuse (Molossidae) wie die Kleine Bulldoggfledermaus (Molossus molossus) und die Mexikanische Bulldoggfledermaus (Tadarida brasiliensis), Kinnblattfledermäuse (Mormoopidae) wie Mormoops blainvillei, Pteronotus quadridens und Pteronotus parnellii (Da Cunha Tavares & Mancina, 2006).

Ernährung

Phyllops falcatus ernährt sich rein pflanzlich. Zu den wenigen nachgewiesenen Pflanzen gehören die Samen der Ameisenbäume (Cecropia scheberiana) und Früchte von Myrtengewächsen (Myrtaceae) wie Syzygium jambos (Da Cunha Tavares & Mancina, 2006).

Fortpflanzung

Phyllops falcatus ist grundsätzlich polygam, Männchen paaren sich mit mehreren Weibchen und haben mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Die Paarungszeit erstreckt sich im natürlichen Lebensraum über das ganze Jahr, die Spitze liegt jedoch zwischen Februar und Mai. Weitere Informationen zum Fortpflanzungsverhalten liegen nicht vor (Da Cunha Tavares & Mancina, 2006).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Phyllops falcatus gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern, gefährt. Zu den größten Gefahren gehört die Vernichtung der natürlichen Lebensräume. Große Teile der Populationen liegen jedoch in Schutzgebieten (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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